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Dave Smith Instruments Pro 2 Test

Praxis

Sound

Der Pro 2 besitzt acht Speicherbänke mit jeweils 99 Preset-Sounds. Vier davon sind schreibgeschützte Factory-Banks, die weiteren vier User-Banks erlauben das Überschreiben mit eigenen Klangkreationen. Werfen wir doch mal ein Ohr auf die Presets. Hier findet man – wie bei dem flexiblen Hybridkonzept zu erwarten ist – sehr vielfältige Sounds. Zum Beispiel gibt es monophone Bässe, die durch die Distortion und die diversen „Verdrecker“ ganz schön böse klingen können. 

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Bass 1 Bass 2

Aber man findet auch seidige, polyphone Flächen, die an alte Stringmachines erinnern.

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Pad

Der Tisch ist reich gedeckt. Von Trance-Sounds bis hin zu Lead-Sounds in retro und modern kann der Pro 2 einen sehr weiten Bereich abdecken.

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Lead 1 Lead 2 Trance 1 Trance 2

Und natürlich hinterlässt auch der potente Sequencer seine Spuren bei so manchem Sound.

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Sequence

Offensichtlich war es Dave Smith ein Anliegen, seinen Synthesizer nicht zu brav klingen zu lassen. Mit der Bitcrusher-ähnlichen Funktion, dem Feedback und dem Distortion-Effekt hat man eine Menge Möglichkeiten, seine Sounds kaputt zu kriegen. Das Einspeisen von externen Klangquellen bietet zusätzliche Möglichkeiten zur Benutzung der internen Filter und Effekte und zum Mischen der internen mit den externen Sounds. 

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External

Bedienung

Der geübte Analog-Synthesizer-Kenner wird sich sehr schnell mit der Architektur des Pro 2 zurechtfinden. Die Bedienung ist meistens selbsterklärend und naheliegend. Wohl dank Dave Smiths langjähriger Erfahrung wurden genau die Features und Shortcuts eingebaut, die man in der Praxis braucht. So können beispielsweise Delays, LFOs und Oszillatoren per Tastendruck als Gruppe editiert werden. Einfach praktisch. Alle vier Delays aus? Kein Problem. Portamento-Einstellungen für alle Oszillatoren gleichzeitig? Nur ein Tastendruck und die Portamento-Time wird für alle vier bearbeitet. Zudem ist durch die Darstellung im Display alles sehr anschaulich und sehr einfach zu editieren, da jede Potibewegung direkt angezeigt wird. Wave Reset und Phasenverschiebung bei LFOs? Klingt kompliziert, ist aber beim Pro 2 extrem einfach und liefert sofort die richtigen Ergebnisse.
Die Liste der kleinen, aber feinen Funktionen, die man in der Praxis lieben wird, ist lang: Über die Revert-Taste lässt sich jeder geänderte Parameterwert wieder in die Ausgangslage zurücksetzen (liebe Moog Sub 37-Besitzer, in diesem Punkt habt ihr euch leider für den falschen Synth entschieden…). Man kann das Ausgangssignal global von stereo auf mono umstellen. Es gibt eine Playlist-Funktion, mit der sich vier Sets à 16 Programme verwalten lassen. Hier kann man für die Bühne Setlists erstellen oder einfach nur seine Lieblingssounds sortieren. Die Spannungen der CV-Ein- und Ausgänge können einzeln angepasst werden, falls es Tuning-Schwierigkeiten mit einem externen Gerät gibt. Mit solchen Details entpuppt sich der Pro 2 als wohldurchdachtes und praxisnahes Instrument.
Als einzige Einschränkung muss man zugeben, dass der Synthesizer natürlich ein sehr komplexes Gebilde bleibt. Das merkt man, wenn man einen Presetsound bearbeiten will, weil einem eine bestimmte Modulation nicht gefällt. Ist das nun ein LFO, der das unerwünschte metallene „Ooouuuuh“ erzeugt? Ist es eine geloopte Envelope, die auf einen Oszillator wirkt? Oder läuft gar der Arpeggiator oder der Sequencer? Wenn man den Pro 2 wirklich begreifen will, muss man schon ein wenig mehr Zeit mitbringen als bei einfacher gestrickten monophonen Analogen. Dennoch ist das Verhältnis von Klangpalette, Modulationsmöglichkeiten und Bedienkomfort meines Erachtens erstklassig. 

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