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Damit bekommst du jeden Gesang in den Mix

Fader-Automation

Ein Musikstück lebt ja meist auch davon, dass sich das Arrangement ändert. Gitarre kommen hinzu, Shaker verschwinden, im Laufe des Songs wechselt der Trommler vielleicht von Hi-Hat auf Ride. Dadurch ändern sich die Lautstärkenverhältnisse, sodass eine Einstellung meist nicht ausreicht. Mit der Automation lassen sich Faderbewegungen aufzeichnen oder in der DAW einzeichnen – und davon sollte man Gebrauch machen! Also sollte man immer an jeder Stelle den Pegel fahren, der genau dort ideal ist.

Vocal_Mixing

EQ

Es gibt zwischen den Signalen einer Mischung häufig Streit um die Vorherrschaft in den einzelnen Frequenzbereichen. Das ist natürlich nicht vorteilhaft, wenn man die Vocals einbetten möchte. Glücklicherweise kann man dies entschärfen. Achtet einfach darauf, in welchem Frequenzbereich Reibungspunkte liegen. Wird der Gesang besser verständlich, wenn du manche Signale stummschaltest? Dann versuche herauszufinden, in welchen Frequenzbereichen das Problem liegt. Meist verzeihen es einem Instrumente mehr als die Stimme, wenn man mit dem Equalizer Frequenzbereiche absenkt. Achte besonders auf das, was zwischen 1 und 10 kHz passiert, besonders auf den Bereich zwischen 2 und 5 kHz. Typische „Störsignale“ kommen von Gitarren, Snare und Hi-Hat. Allzu große Änderungen müssen meist nicht sein, versuche daher, deinen Erfolg mit so wenig Gain wie möglich zu erzielen. Tipp: Wenn du doch mehr ändern musst, drehe im umkämpften Bereich etwas heraus und booste einen anderen wichtigen Frequenzbereich leicht. 

Kompression

Eine Aufgabe von Kompression ist es, das Signal in seinen Pegelunterschieden einzuschränken. Was damit aber einhergeht ist etwas, das auch die Faderautomation nicht liefern kann: Der Durchschnittspegel wird erhöht. Dadurch verringert sich die Gefahr, dass zu laute Stellen der Vocals herausstechen und andere untergehen – denn so etwas passiert teilweise innerhalb eines Wortes! Nutzt also Kompressoren, um das Signal zusammenzudrücken.

Sidechain

Ein genialer Trick ist die Verwendung eines Sidechain-Kompressors oder sogar eines Sidechain-Gates. Sehr gut funktioniert das mit Gitarrenwänden, die sich mit den Vocals um die Aufmerksamkeit des Hörers streiten. Denkt nur an Rammstein-Produktionen! Die Idee dahinter ist denkbar einfach: Die Gitarre darf ruhig laut sein, nur eben nicht dann, wenn gerade gesungen wird – und zwar bitteschön automatisch! Erreicht wird das, indem im Gitarrensignal, vielleicht sogar auf dem Stereobus, ein Kompressor eingeschleift wird. Allerdings bestimmt dann nicht das Signal aus dem Kanalzug selbst, wann und wie stark der Pegel beim Überschreiten des Thresholds verringert wird, sondern ein externes. Und genau dieses Signal von außerhalb sind die Vocals, die ihr in den meisten DAWs per Sidechain im Plug-In auswählen könnt. Ist auf dem Gesangskanal also Pegel, werden die Gitarren automatisch ein Stück heruntergedrückt. Das kann beim Kompressor proportional zum Pegel geschehen oder bei Verwendung eines Gates in Ducking-Funktion (das invertierte Gate regelt erst beim Überschreiten des Sidechains!) mit einer Range von nur einigen dB statt -∞ dB.

Reverb

Wenn Signale zusammen erklingen sollen, dann ist es natürlich gut, wenn sie im gleichen Raum erklingen. Weil das bei heutigen Aufnahmeverfahren eher unüblich ist, muss man halt ein wenig mogeln: Oft hilft schon ein ganz unauffälliges Hallprogramm ohne nennenswerte Fahne. Nur ein paar Rückwürfe von Wänden, Boden und Decke tragen ausreichend viele Informationen über den Raum. Probiert also zunächst Ambience-Programme aus! Aber auch eine gemeinsame Hallfahne, in der sich Bestandteile der gesamten Mischung wiederfinden, kann helfen, die Mischung „zusammenzukleben“. Hier findet ihr einen Crashkurs zum Thema, hier eine ausführlichere Betrachtung von Reverb.

Weitere Möglichkeiten

Natürlich gibt es noch einige andere Möglichkeiten, beispielsweise mit dem hochspezialisierten Dynamic-Equalizer. Versucht aber zunächst, mit den dargestellten Mitteln zum Erfolg zu kommen.

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von Nick Mavridis

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