Anzeige

Blue Yeti nano Test

Praxis

Klein und hübsch

Das Blue Yeti nano ist kompakt gebaut. Dadurch ist es beim Videocasten, Skypen und Zoomen nicht so schnell im Bild wie Mikrofone, die höher bauen oder wie klassiche Broadcastmikrofone an Bügeln hängen. Und wenn es doch im Bild ist, ob nun gewollt oder nicht, dann ist es durchaus hübsch anzusehen. Tatsächlich hat Blue es geschafft, Mikrofone mit hohem Wiedererkennungswert zu schaffen, denn bei so manchem Youtuber, der quirlig in die Kamera plappert, ist ein Yeti bewusst im Bild platziert. Obwohl preiswert, ist es beileibe nicht “billig”: Das Mikrofönchen ist schwer und wirkt wertig.

Blue_Yeti_nano-5 Bild

Sprache: top

Blues kleines Yeti zeigt eine dem Preis gut gerecht werdende Detailauflösung und besitzt einen weiten, aber sicher bewusst nicht brettebenen Frequenzgang von den Bässen bis zu den Höhen: Sprache ist ganz klar das erklärte Ziel beim Design des Blue Yeti nano gewesen, das wird sofort deutlich. Die Sprachverständlichkeit ist hoch, das USB-Mikrofon produziert per se einen präsenten und durchaus professionell wirkenden Stimmenklang. Der Balanceakt, das Signal nicht automatisch bissig und nervig klingen zu lassen, gelingt ganz gut, wenn man bedenkt, dass das Yeti nano ein wirklich preiswertes Mikrofon ist. Zwar wird die Stimme durch den Nahbesprechungseffekt zwar bassiger und somit satter, allerdings ist hier zu merken, dass im Yeti eben keine Großmembrankapsel verbaut ist. Bei einem Abstand von mehr als 20 Zentimetern klingt das Yeti nano somit natürlicher. Außerdem kann dann meist auf die Verwendung eines Poppfilters verzichtet werden, wenngleich das kleine USB-Mikrofon diesbezüglich sowieso ein eher unproblematischer Kandidat ist.

Besprechungswinkel und eventuelle Störquellen

Es ist sicherlich im Sinne der Erfinder, dass das Mikrofon in einem großen vertikalen wie horizontalen Winkel besprochen werden kann, ohne dass die Klangfärbungen dadurch zu stark werden: Viele User werden das Mikrofon seitlich aufstellen, viele nicht genau zum Körper hingedreht und auf den Mund gekippt, weil Tastaturen, Joysticks oder sonstiges Gerät schon mittig stehen muss – und das Mikrofon auf einem normalen Tisch etwas zu niedrig steht. Es ist aber in jedem Fall dazu zu raten, das Yeti nano in seiner Halterung zu kippen: Dadurch verhindert man, dass zu viele Signalanteile vom Brustraum statt vom Mund kommen, besonders aber werde dadurch auf der Vorderseite Tischreflexionen verringert – denn diese können den Klang deutlich negativ beeinflussen. Und weil genau auf der Rückseite das Übertragungsminimum liegt, ist ein Kippen ebenfalls sinnvoll, um dort die hinter dem Mikro liegende Tischplatte “unterzubringen”. Ist aber eine Wand sehr nah, sollte das Blue Yeti nano besser erhöht stehen, auf Mundhöhe. Für diesen Fall ist es angenehm, dass das Mikro über ein kleines Gewinde verfügt. Steht das Mikrofon auf Kugel, wird es dennoch seitlich etwas höhenärmer, was typisch für das Konstruktionsprinzip ist und “keinen Mangel darstellt”, wie es auf “Vertragsdeutsch” so schön heißt.

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.