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Hughes & Kettner Attax 100 Combo Test

Das komplett geschlossene Combo-Gehäuse des Attax wurde aus ca. 16mm dicken Schichtholzplatten gefertigt und mit einem sehr schön gemaserten Kunstleder überzogen. Der übliche Tragegriff ist ebenso vorhanden wie die Kunststoffkappen an allen acht Ecken. Den sicheren Stand gewährleisten vier große, saftige Gummifüße. Die robuste Frontbespannung schützt den verbauten 12″ RockDriver Ultra Speaker Speaker und bildet den Hintergrund für das Hersteller-Logo . Darüber befindet sich das Elektronik-Chassis aus Stahlblech, welches combotypisch hängenden eingebaut wurde. Die für den Halt verantwortlichen Kreuzschlitzschrauben sind von der Oberseite des Combos frei zugänglich.
Das Front-Panel des Attax 100 ist sehr übersichtlich gestaltet. Die verchromten Potiknöpfe machen einen stabilen Eindruck, auch wenn sie sehr locker in ihrer Verankerung sitzen und leicht abziehbar sind. Also, nicht verlieren!
Auf eigene EQs für jeden Kanal hat Hughes & Kettner verzichtet. Stattdessen arbeiten  die Zerrkanäle Crunch, Lead und Ultra mit ein- und derselben Klangregelung. Darüber hinaus teilen sich Lead und Ultra noch den Gain-Regler. Der Clean-Kanal hingegen verfügt über eine separate Klangregelung mit Bass, Mid und Treble, der Crunch-Kanal über eine eigene Gain-Kontrolle. Jeder der Kanäle hat eine separate Level-Kontrolle und einen Aktivierungstaster, dessen LED den Betrieb des gewählten Kanals anzeigt.
Hinzu kommen ein Master-Volume und der obligatorische On/Off-Switch sowie die im später näher erläuterte Effekt-Abteilung.

Auf der Vorderseite des Attax findet man lediglich den 1MOhm-Instrument-Input für das Gitarrensignal. Auf der Rückseite lässt sich ein weiterer Lautsprecher parallel anschließen, solange er eine Impedanz zwischen 8 und 16 Ohm aufweist. Wird in die ebenfalls hinten liegende Kopfhörerbuchse ein Kabel eingesteckt, verstummen die Lautsprecher automatisch. Sehr sinnvoll!

Angenehm ist, dass Hughes & Kettner dem Attax 100 einen Line-Input spendiert haben. Dieser heißt zwar CD-Input, ist aber selbstverständlich ein normaler Line-Level-Input. Man kann daher auch sonstige Signale von Mischpult oder Synthesizer in den Combo stopfen, allerdings gibt es keinen separaten Level-Regler. Line Out ist eine Mono-Klinkenbuchse, mit der eine DI-Box zum Recording oder eine weitere Endstufe angeschlossen werden können. Die obligatorischen FX Send- und Return-Buchsen zum Einschleifen externer Effekte fehlen auch beim Attax nicht.
Für den Anschluss des mitgelieferten Fußschalters gibt es die Channel-Buchse. Die Taster 1-4 auf dem Footswitch stehen für die vier Amp-Kanäle Clean, Crunch, Lead und Ultra. Die FX-On/Off-Buchse auf der Combo-Rückseite ermöglicht das Anschließen eines weiteren Fußschalters, mit dem die FX-Sektion aktiviert oder deaktiviert werden kann. Hier genügt ein einfacher, günstiger On/Off-Switch eines beliebigen Herstellers oder – um zusätzlich die Herrschaft über die Reverb-Abteilung zu erlangen – ein Zweifachschalter (z.B. Hughes&Kettner FS-2).

Das besondere Highlight der neuen “Attax”-Reihe findet sich in der separaten Effekt-Abteilung. Hier stehen Chorus, Flanger, Tremolo und Delay zum Anreichern des Tons bereit. Für die Anwahl der unterschiedlichen Effekte zeichnet der Mod-FX-Drehregler verantwortlich. Chorus, Flanger und Tremolo liegen hintereinander auf diesem Regler. Dabei ist das erste Drittel des Regelwegs  für den Chorus, das zweite Drittel für den Flanger und das letzte Drittel für den Tremolo-Effekt zuständig. Bewegt man das Poti innerhalb eines Drittels Richtung Maximum, verändert sich die Rate (Geschwindigkeit). Die Modulationstiefe (“Depth”) wird dabei immer automatisch angepasst, so dass der Effekt in jeder Stellung gut in Szene gesetzt wird.
Nebenbei  wird so  auch nerviges Chorus-Jaulen bei hohen Geschwindigkeiten vermieden. Zum Ausschalten der Effekte genügt ein beherzter Dreh auf Linksanschlag.

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Das Delay verfügt über zwei Regler, mit denen sich jeweils die Parameter Time und  Volume einstellen lassen. Der Time-Regler reagiert stufenlos von 80 ms bis 1400 ms und besitzt eine automatische Feedback-Anpassung. So lassen sich viele Sounds von Surf und Rockabilly bis hin zu U2-Gitarren verwirklichen.
Das Spiel des Volume-Reglers reicht aus, um das Delay völlig aus dem Effektweg zu entfernen oder es genau so laut wie das Original-Signal zum Gitarren-Sound zu mischen. Der vierte und letzte Regler der FX-Abteilung steuert das Reverb. Einem klassischen Federhall nachempfunden, lässt er sich genauso steuern und verhält sich auch klanglich entsprechend. Je weiter man das Poti aufdreht, desto mehr hört man die virtuelle Feder scheppern.
Automatisches Speichern der getroffenen Effekt-Einstellungen ist auch für den Attax 100 kein Fremdwort. Die FX-Matrix merkt sich die FX-Einstellungen für jeden Kanal, ohne dass diese beim Umschalten verloren gehen. So kann jeder Kanal mit einer festen Effekteinstellung belegt werden, was besonders für den Live-Betrieb Sinn macht.

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