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DPA 6388 CORE+ Test

Kopfbügelmikrofone bieten keine Innovation? DPA beweisen mit dem Modell DPA 6388 CORE+ das Gegenteil. Das Mikrofon setzt auf eine Supernierencharakteristik mit versetzter Haupteinsprechachse, durch die sich das Mikrofon für anspruchsvolle Live-Umgebungen eignen soll, in denen natürlicher Stimmklang, hohe Sprachverständlichkeit und hohe Rückkopplungssicherheit verlangt werden. Wir lassen es uns deshalb nicht nehmen, diese Versprechen des DPA 6388 in der Praxis zu testen.

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • einfaches Handling durch versetzte Haupteinsprechachse
  • Supernierencharakteristik für starke Feedback-Unterdrückung
  • robuster Nackenbügel
  • IP58-Zertifizierung
  • vier verschiedene Anschlussarten erhältlich
  • in drei Farben erhältlich
Contra
  • Kabel am Nackenbügel nicht wechselbar

Quick Facts zum DPA 6388

  • Welche Features hat das DPA 6388? Verzerrungsarme Elektretkapsel, robuster Nackenbügel und geringes Gewicht treffen auf IP58-Zertifikat.
  • Was ist besonders am DPA 6388? Die versetzte Einsprechachse der Superniere verbindet einfaches Handling und geringes Feedback.
  • Was sagt der Test? Das DPA 6388 ist ein professionelles Headset mit natürlichem Klang und hoher Rückkopplungssicherheit.

Was ist im Lieferumfang?

Das Kopfbügelmikrofon 6388 wird in einem hochwertigen Reißverschluss-Softcase geliefert. Sein transparentes Fenster gibt den Blick auf das Mikrofon frei , das im Inneren sicher von einem breiten Stoffgummizug gehalten wird. In der eingenähten Etikettentasche sind zwei Windschutze aus Schaumstoff untergebracht. Außerdem findet sich hier eine Schminkschutzkappe für den Einsatz an Theatern, Filmsets oder Broadcastumgebungen.

DPA 6388 Kopfbügelmikrofon Lieferumfang
Zum Lieferumfang des DPA 6388 gehört ein hochwertiges Reißverschluss-Softcase

Unauffälliges Äußeres beim DPA 6388

Das DPA 6388 ist in drei Farben erhältlich, deren Wahl ebenso zeitlos wie professionell ist. Durch seine schwarzen, braunen und beigen Varianten passt es sich entsprechend gut an Kleidung, Set-Design und verschiedene Hautfarben an. Dadurch, dass die Farbe per Vakkuumverfahren aufgedampft wird, ist die Oberfläche des Mikrofonarms nicht nur reflexionsarm, sondern auch kratzfest.

Größen- und Steckervarianten des DPA 6388

Beim Nackenbügel des DPA 6388 handelt es sich um den Act-Nackenbügel, der starren und sehr robust ist. DPA hat ihn mit geringfügig neuer Form und geneigtem Ohrbügelsitz weiterentwickelt. Soft-Touch-Spitzen bilden einen weichen Abschluss der Ohrbügelenden. Für einen eng anliegenden Sitz ist der Mikrofonarm entsprechend vorgebogen.

Die Farbe der beigen Variante des Kopfbügelmikrofons dürfte gut und gerne auch als goldfarbenbezeichnet werden.

Eine kleine und eine Standardausführung sorgen mit unterschiedlichen Nackenbügelgrößen für optimale Passung. Mit Miniklinke, Mini-XLR (TA4F), 3-poligem LEMO-Stecker und MicroLock sind verschiedene Anschlussvarianten verfügbar. Am Mikrofonende des Boom-Arms verhindert ein Tropfschutz, dass Kondenswasser oder Schweiß in den Mikrofonkopf laufen können.

Kabeldetails

Leider ist das Kabel des 6388 nicht wechselbar. Umso wichtiger ist sein großzügiger Knickschutz am Steckerende – der wohl am meisten strapazierten Stelle. Zusätzlich befindet sich ein verschiebbarer Plastikclip am Kabel. Er kann rückseitig an der Kleidung angebracht werden und sorgt so für Zugentlastung. Das ist auch erforderlich, denn am erwähnten 90-Grad-Kabeleinlass des Kopfbügels ist kein Knickschutz vorhanden, sondern eine Kante.

Der Kabelauslass am Nackenbügelist zwar angewinkelt, hat aber keinen Knickschutz.

Technische Spezifikationen des DPA 6388

Dank IP58-Zertifizierung hält das 6388 Staub aus dem Inneren fern und kann theoretisch sogar unter Wasser getaucht werden. Außeneinsätze bei widrigem Wetter stellen das Mikrofon deshalb vor keine große Herausforderung. DPA setzen beim 6388 auf ihre aktuelle Kapseltechnologie CORE+, die als besonders verzerrungsarm gilt. Ein maximaler Schalldruckpegel von 141 dB SPL bei THD < 0,5% und ein Dynamikumfang von 117 dB garantieren auch bei hohen Schallpegeln ein professionelles, verzerrungsarmes Signal.

Empfindliche Elektretkapsel beim DPA 6388

Die Elektret-Kondensatorkapsel des Druckgradientenmikrofons greift Schall im Spektrum von 20 Hz bis 20 kHz auf. Damit deckt das DPA 6388 den gesamten typischen menschlichen Hörbereich ab. Seine Empfindlichkeit von 8 mV/Pa ist höher als bei vergleichbaren Mikrofonen der Konkurrenz. Entsprechend lässt es in er Praxis einen größeren Abstand zu als beispielsweise das DPA 4488 CORE+, das wir an anderer Stelle getestet haben.

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Installation und Tragekomfort des Nackenbügelmikrofons

Die 15 Gramm des DPA 6388 inklusive Kabel und Stecker sind in der Praxis kaum spürbar. Bei guter Größenanpassung ist deshalb ein mehrstündiger Einsatz kein Problem. Mit 130 Zentimetern hat das Kabel eine optimale Länge, um ohne Spannung unter der Kleidung verlegt zu werden und ausreichend Bewegungsfreiheit zu bieten. Zugleich muss nicht viel überschüssiges Kabel verstaut werden.

DPA 6388 – Betriebssicherheit und Optik in der Praxis

Der Act-Nackenbügel des DPA 6388 sitzt auch bei schnellen Bewegungen sicher. Zwar erfüllen die Soft-Touch-Spitzen an den Enden des Ohrbügels ihren Zweck, indem sie Druckstellen vorbeugen. Durch ihre matt-transparente Ausführung stehen sie aber farblich im Kontrast zu den Ohrbügeln. Mein Eindruck ist, dass sie weniger sichtbar wären, wenn sie schlicht die Farbe der Ohrbügel hätten.

Die Soft-Touch-Spitzen setzen sich mit ihrem matt-transparenten Material vom Ohrbügel ab.


Leider entspricht auch die Farbe des Kondensrings am Mikrofonhals nicht dessen Farbe. Deshalb fällt er entsprechend auf. Für einen besonders schlichten Auftritt empfiehlt es sich deshalb, den Ring möglichst nah an den Windschutz zu schieben, sofern dieser genutzt wird. Zu diesem Zweck kann der Windschutz auch noch deutlich weiter auf den Mikrofonkof gezogen werden als im Bild zu sehen.

Zusammenspiel mit Adapter DPA DAD9001 P48

Im Praxis-Check testen wir das Kopfbügelmikrofon mit einem MicroLock auf XLR-Adapter, nämlich dem DPA DAD9001 P48. Das DPA 6388 ist zwar ein Elektretmikrofon mit Vorpolarisierung, benötigt aber für seine FET-Elektronik dennoch eine Phantomspannung. Diese wird über den Adapter auf die benötigte Betriebsspannung heruntergeregelt.

Um eine stabile Versorgung mit Phantomspannung für den DPA-Adapter zu gewährleisten, sollte ein Mikrofonpreamp mit einem Netzteil eingesetzt werden, das ungeregelte Spannung sauber glätten und stabilisieren kann. Andernfalls neigt der Adapter, der das 6388 mit Phantomspannung versieht, zu deutlich wahrnehmbarem weißen Rauschen.

DPA 4061 Core+ Test Artikelbild
DPA 4061 Core+ Test

Mit seiner Core+-Technologie verspricht DPA das verzerrungsfreie Mikrofon. WIr hatten ein Paar DPA 4061 Core+ im Test.

11.02.2025
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Die Richtcharakteristik des DPA 6388 – Feinheiten, die den Unterschied machen

Die Kondensatorkapsel des Mikrofons hat eine Supernierencharakteristik, die mit einer Besonderheit daherkommt. Die Superniere ist im Mikrofonkopf nicht auf übliche Weise, sondern mit versetzter akustischer Achse untergebracht. Dadurch kann die Haupteinsprechachse auf den Mund von Sprechern oder Sängern ausgerichtet sein, ohne dass der Mikrofonkopf auf die Schallquelle zeigen muss.

Hinzu kommt, dass die Richtcharakteristik des 6388 frequenzabhängig ist und auch bei hohen Frequenzen ihre Stabilität beibehält – also in diesem Bereich kontrolliert eng bleibt, statt omnidirektionaler zu werden. Auch diese technische Nuance trägt zur Rückkopplungssicherheit des Nackenbügelmikrofons bei.

Klangqualität des DPA 6388

Das DPA 6388 gibt einen unaufgeregten, natürlichen Stimmklang aus, wie er für DPA-Mikrofone typisch ist. Die Mitten sind präsent und kommen der Sprachverständlichkeit entgegen, ohne betont hervorzustechen. Seidige Höhen schließen das Klangbild nach oben hin ab. Transienten werden mit hoher Impulstreue ausgegeben. Auch mit höheren Schallpegeln – beispielsweise bei Vocals – kann das Mikrofon mühelos umgehen. Wenngleich für meinen persönlichen Geschmack das 6388 klanglich deutlicher ein Kandidat für Theaterbühnen und Podiumsdiskussionen ist, als ein Tool für Sänger.

Audio Samples
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DPA 6388 Sprache, mit Windschutz DPA 6388 Sprache, ohne Windschutz DPA 6388 Vocals

DPA 6388: mögliche Alternativen

AusstattungsmerkmalDPA 6388DPA 4088 CORE+Sennheiser HSP 4
RichtcharakteristikSuperniereNiereNiere
Frequenzbereich20 Hz–20 kHz20 Hz–20 kHz40 Hz–20 kHz
Empfindlichkeit8 mV/Pa6 mV/Pa4 mV/Pa
max. SPL (THD 0,5 %)141 dB140 dBkeine Angabe
Dynamikumfang117 dB116 dBkeine Angabe
Gewicht15 g14 g18 g
Kabellänge130 cm120 cm160 cm
IP-SchutzklasseIP58IP58keine Angabe
besondere Featuresversetzte akustische Achse, Act-Nackenbügel
Preis in Euro649,-599,-549,-
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Test des DPA 6388: Fazit

Das DPA 6388 ist ein professionelles Kopfbügelmikrofon für anspruchsvolle Live-Einsätze, das sich insbesondere durch seine versetzte Supernierencharakteristik auszeichnet. Sie macht die Arbeit mit dem Mikrofon besonders einfach. Die hochauflösende Elektretkapsel des 6388 setzt auf CORE+-Technologie und bietet großen Dynamikumfang und hohe Empfindlichkeit. Der verbesserte Nackenbügel sitzt sicher und bietet hohen Tragekomfort. Sein Mikrofonkabel ist aber nicht wechselbar. Das 6388 gibt menschliche Stimme mit einem natürlichen Klangbild aus, das pointierte Transienten und einen unaufgeregten Frequenzgang mit sehr guter Stimmpräsenz hat.


Mit dem DPA 6388 erhalten anspruchsvolle Anwender ein erstklassiges Headset, dessen versetzte Superniere für hervorragende Feedback-Unterdrückung sorgt und sich deshalb für Profieinsätze in Theatern, bei Broadcast-Übertragungen oder auf lauten Live-Bühnen eignet. Wer robusten Aufbau, hohe Rückkopplungssicherheit und natürlichen Klang sucht, wird hier fündig.

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