35.000 Menschen feierten Die Toten Hosen auf der Hamburger Trabrennbahn. Während Band und Stimmung bei vielen Fans gut ankamen, sorgte ausgerechnet der Sound für Ärger. Vor allem im hinteren Bereich soll vom Punkrock teilweise nicht mehr allzu viel übrig geblieben sein.

35.000 Menschen, Die Toten Hosen und ein ausverkauftes Open Air: Eigentlich waren alle Zutaten für einen ziemlich lauten Abend vorhanden. Am 27. August spielten Campino und Co. im Rahmen ihrer „Trink aus! Wir müssen gehen“-Tour auf der Trabrennbahn Bahrenfeld. Mit dabei waren außerdem Gogol Bordello, The Stranglers und später sogar Gäste wie Bela B, Marteria und Vicky Leandros. Gefeiert wurde ordentlich. Nur gehört hat davon offenbar nicht jeder gleich viel.
Unter einem Facebook-Beitrag der Band mischt sich in die Begeisterung jedenfalls auch deutliche Kritik an der Tonqualität. Besonders weiter hinten soll das Konzert teilweise sehr leise oder verwaschen geklungen haben. Ein Fan fasste das Problem ziemlich passend zusammen: „Punk auf Zimmerlautstärke fetzt nur halb.“
Andere Konzertbesucher berichten, der Sound habe sich je nach Windrichtung immer wieder verändert. Mal sei die Band gut zu hören gewesen, mal fast gar nicht. Wer schon einmal etwas weiter hinten bei einem großen Open Air stand, kennt das vielleicht: Eine Böe kommt und plötzlich hört man den Nebenmensch beim Mitsingen besser als die eigentliche Band. Auch in einem weiteren Konzertbericht wird erwähnt, dass das Publikum zeitweise lauter gewirkt habe als die Musiker auf der Bühne. Trotzdem wird der Abend bei MOPO und Co insgesamt als große Party beschrieben.
Veranstalter sieht kein größeres Soundproblem
Der Veranstalter FKP Scorpio kann die heftige Kritik nur teilweise nachvollziehen. Gegenüber der MOPO erklärte ein Sprecher, ihm sei kein größeres Problem bekannt. Er habe das Konzert selbst erlebt und nicht den Eindruck gehabt, dass Die Toten Hosen leiser oder schlechter geklungen hätten als sonst.
Ganz von der Hand weist er die Beschwerden aber nicht. Tatsächlich sei es an diesem Abend windig gewesen. Gerade im hinteren Bereich könnten die Böen also dafür gesorgt haben, dass der Sound nicht konstant beim Publikum ankam.
Einfach die Regler höher schieben ist auf der Trabrennbahn allerdings auch keine Lösung. Wegen der angrenzenden Wohngebiete gelten auf dem Gelände feste Lautstärkegrenzen. Diese würden bei den Konzerten zwar ausgeschöpft, dürfen aber nicht überschritten werden. Die Toten Hosen seien daher auch nicht leiser abgemischt worden als andere Acts, die dort in diesem Sommer gespielt haben.
Gute Show, schlechter Platz?
Dass der Sound bei einem Konzert mit 35.000 Menschen nicht an jeder Stelle identisch ankommt, ist kaum zu vermeiden. Trotzdem ist es verständlich, wenn Fans für ein ausverkauftes Open Air bezahlen und am Ende mehr vom Publikum als von den Toten Hosen hören. Gerade bei einer Band, deren Songs vom gemeinsamen Grölen, der Lautstärke und dem Live-Gefühl leben.
Komplett verdorben hat der Sound den Abend offenbar trotzdem nicht. In den sozialen Netzwerken finden sich mindestens genauso viele begeisterte Stimmen, die von einer starken Show und einer besonderen Stimmung berichten. Die Toten Hosen konnten Hamburg also durchaus mitreißen. Nur der Punkrock hat es anscheinend nicht bis in jede Ecke der Trabrennbahn geschafft.
























