Tascam DR-07XP Test

Grundlegend neu entworfen wurde das Testgerät nicht, vielmehr handelt es sich um eine modernisierte Variante des Vorgängers DR-07X, welcher noch ohne 32 Bit Float-Recording auskommen musste. Dieses Feature ist nur logisch, schließlich möchten die meisten User nämlich nicht mehr auf den Komfort des aussteuerungs-freien Aufnehmens verzichten. Der überarbeitete Handyrekorder besitzt jedoch noch weitere Vorzüge. Welche das sind, erfahrt ihr im folgenden Kurztest.

Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • guter Sound
  • verstellbare Mikrofone
  • gute Verarbeitung
  • intuitive Bedienung
Contra
  • Kopfhörerausgang etwas schwach
  • kein Zubehör

Quick Facts zum Tascam DR-07XP

  • Was unterscheidet den DR-07XP vom Vorgänger DR-07X? Der XP kann ohne Einpegeln im 32 Bit Float Modus betrieben werden, besitzt eine USB-C Buchse sowie eine verbesserte Abschirmung gegen externe Einstrahlungen.
  • Welche Mikrofonanordnungen sind mit dem Testgerät möglich? Der DR-07XP besitzt zwei Nierenmikrofone, welche physisch von XY auf AB gestellt werden können.
  • Für welche Anwendungen ist der DR-07XP gedacht? Podcasts, Fieldrecording, Interviews und Musikaufnahmen sind das Einsatzgebiet des mobilen Rekorders.
  • Funktioniert der Tascam DR-07XP auch als USB Audio Interface? Ja, der Rekorder bietet eine 2 In/ 2 Out -Interface-Funktionalität via USB-C Anschluß.

Der Tascam DR-07XP bietet verstellbare Mikrofone

Beim Auspacken finde ich das Gerät selbst vor – und sonst nichts. Bei Tascam findet man, dass Taschen oder Windschutz aus dem Zubehörprogramm gekauft werden sollten. Das ist nicht benutzerfreundlich, andere Hersteller machen es jedoch auch so.

Das wichtigste Merkmal am kompakten Kunststoffgehäuse des DR-07XP sind die beiden verstellbaren Mikrofone an der Kopfseite des Gerätes. Die lassen sich sowohl nach innen als auch nach außen kippen. Innen ergibt sich eine XY-Anordnung für ein engeres, nach außen gerichtet entsteht eine AB-Anordnung für ein breiteres Stereobild. Das Gerät fragt beim Umstellen nach einer Bestätigung, schließlich hat die Änderung ein Vertauschen der Kanäle zur Folge. Zwischen beiden Mikros sitzt ein Anschluß für ein externes Mikro, beispielsweise ein Lavaliermikrofon mit 3,5 Millimeter Klinkenbuchse.

Hier seht ihr die AB-Anordnung, mittig sitzt die Buchse für ein externes Mikrofon.

Übersichtliches Display mit vielen Informationen

Unterhalb der Mikrofone findet sich ein recht übersichtliches Schwarzweiß-Display mit allen wichtigen Infos, gesteuert wird der DR-07XP über die von Tascam bekannte, runde Tasteneinheit in der Mitte des Gehäuses. Im Einsatz finden sich Tascam User sofort zurecht, wer von Zoom oder anderen Herstellern kommt, gewöhnt sich ebenfalls zügig.

Die USB-C Buchse sorgt für Bus Power, Datentransfer oder den Einsatz des DR-07XP als Audio Interface.
Beim Verstellen der Mikrofone fragt der Tascam DR-07XP nochmal nach.

Der Tascam DR-07XP kann eine ganze Menge

Mangelnde Fähigkeiten lassen sich dem Testobjekt nicht vorwerfen. Es beginnt bei den möglichen Aufnahmeformaten. Neben dem praktischen 32 Bit Float sind 16 Bit und 24 Bit Stereo sowie mehrere mp3-Formate wählbar. Bis zu 512 GB darf die verwendete Micro SD Karte fassen, welche auf der rechten Geräteseite eingesteckt wird. Dort sitzt auch die USB-C Buchse, welche sowohl für Bus Power als auch für Datentransfer genutzt werden kann. Zudem ist der DR-07XP als 2 In/ 2 Out Audio Interface verwendbar. Ohne Bus Power-Anbindung sorgen zwei Akkus oder Alkaline Batterien im AA-Format für den nötigen „Saft“. Auf der Unterseite findet sich ein Stativgewinde sowie ein Lautsprecher, dessen klangliche Kapazitäten jedoch stark begrenzt ausfallen.

Wer Aufnahmen schon im Gerät selbst optimieren möchte, kann das ebenfalls tun. Neben einem Halleffekt sowie einem Dynamikprozessor ist der vierstufige Low Cut erwähnenswert, welcher Absenkungen sowohl im sehr tiefen Bereich (40 Hz) als auch ungewöhnlich hoch (220 Hz) ermöglicht. Auch eine Overdub- sowie eine Diktatfunktion sind Teil der Feature-Liste.


Der Tascam DR-07XP in der Praxis

Gut ablesbar: So sieht das Display im unbeleuchteten Zustand aus…
…und so sieht das Display im illuminierten Zustand aus.

Im Einsatz habe ich das Gerät zunächst aus einer Entfernung von etwa 20 Zentimetern besprochen, einmal neutral, anschließend mit den Low Cuts bei 80 Hertz und 120 Hertz. Der zweite Soundcheck fand vor meinem Drumset statt, in den Soundfiles könnt ihr sowohl die etwas kompakter klingende XY- als auch die breiter abbildende AB-Stellung der Mikros hören. Klanglich gefallen mir die Ergebnisse gut, sowohl die Detailwiedergabe als auch die räumliche Darstellung sind gelungen. Ein kleiner Kritikpunkt ist der etwas schwächliche und damit rauschende Kopfhörerausgang an meinen hochohmigen Beyerdynamic DT770 Kopfhörern. Ich persönlich bevorzuge außerdem dedizierte Lautstärkeregler statt Plus- und Minusreglern.

Audio Samples
0:00
Sprache, XY, neutral Sprache, XY, 80 Hz Low Cut Sprache, XY, 120 Hz Low Cut Drums, Front of Kit, XY Drums, Front of Kit, AB Automotor, XY, neutral

Alternativen zum Tascam DR-07XP

In der Preisklasse unseres Testgeräts gibt es aktuell nicht viele Alternativen. Noch kompakter, jedoch auch mit geringerem Funktionsumfang, kommt das Zoom H1 essential daher. Dasselbe gilt für den Tascam DR-05X, den Luxus der verstellbaren Mikrofone gibt es hier allerdings nicht. Je nach Anforderungsprofil könnten auch etwas teurere Modelle eine gute Wahl sein, zum Beispiel der Zoom H4 essential oder der Tascam DR-40XP, beide mit besseren Preamps und der Möglichkeit ausgestattet, zwei weitere Mikrofone per XLR-Buchsen anzuschließen.

Test des Tascam DR-07XP: Fazit

Mit dem DR-07XP bringt Tascam eine modernisierte Version des Vorgängers DR-07X auf den Markt. Die wichtigsten Unterschiede betreffen die Möglichkeit des einpegel-freien Aufnehmens mithilfe der 32 Bit Float Aufnahme sowie den USB-C Anschluß. Sowohl Handling als auch Sound des Testobjekts erwiesen sich als wirklich gut, ein besonderer Clou ist die verstellbare Ausrichtung der beiden Nierenmikrofone. Die Verarbeitung verdient keine Kritik, die nicht vorhandene Ausstattung schon. Auch der etwas schwächliche Kopfhörerausgang gehört nicht zu den Glanzleistungen des mobilen Rekorders. Wenn ihr auf der Suche nach einem praxisgerechten Allrounder für viele Anwendungen zwischen Bandausnahmen und Fieldrecordings seid, solltet ihr den Tascam DR-07XP in die engere Wahl nehmen.

  • 2 In/ 2 Out Audiointerface für Mac und Windows
  • zwei Nierenmikrofone, verstellbarbar zwischen AB- und XY-Anordnung
  • Mikrofon-/Line-Eingang (3,5mm-Stereoklinke)
  • Kopfhörer-/Line-Ausgang (3,5mm-Stereoklinke)
  • Grenzschalldruckpegel der Mikrofone: 125 dB
  • Frequenzbereich: 20 Hz – 20 KHz
  • schaltbarer Low Cut (40/80/120/220 Hz)
  • Halleffekt und Dynamikprozessor
  • eingebauter Lautsprecher
  • Stromversorgung über 2 Batterien oder NiMH-Akkus (Größe AA), USB-C Buspower
  • Aufnahmemedien: Micro-SD/SDHC/SDXC-Karten (bis 512 GB)
  • Maße (Breite x Höhe x Tiefe): 6,8 x 16,0 x 2,7 cm (XY Position der Mikros)
  • Gewicht: 136 Gramm ohne Batterien, 186 Gramm mit Batterien
  • hergestellt in: China
  • Webseite: tascam.eu
  • Preis: € 155,– (Straßenpreis am 26.7.2026)
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