Die Suche nach dem passenden Soundmodul wie auch dem passenden Sequenzer für das Eurorack-System ist für viele eine Suche nach dem Heiligen Gral. Ob und wie das beim Rides In The Storm QSQ CV-Generator und dem SED-CSM-Voice-Modul zutrifft, klärt dieser Test. Würdige Kandidaten sind sie in jedem Fall.

- Fairer Preis (QSQ)
- Vintage-Sound mit modernen Features (SED-CSM)
- Viele Modulationsoptionen (SED-CSM)
- Flexible Pattern-Strukturen (QSQ)
- Integration von USB und MIDI (QSQ)
- Kleines Display (QSQ)
- Panel etwas eng (SED-CSM)

QSQ und SED-CSM: Erster Eindruck
Manchmal weiß ich bei einem Test schon nach den ersten Minuten: Das hier wird garantiert viel Spaß machen. Ich kannte den Rides In The Storm QSQ-Sequenzer und das SED-CSM-Voice-Modul bereits einige Wochen – nach einer persönlichen und erfreulich unprätentiösen Einführung durch den Entwickler auf dem Modus Festival in Gelsenkirchen. Schon damals war mir klar: Mit diesen Teilen will ich mehr Zeit verbringen, allein schon wegen der Herstellerphilosophie.
Denn bei Rides In The Storm gibt es wenig Marketing-Blabla, dafür aber viel Leidenschaft für Details, musikalische Praxis und sinnvolle Lösungen. Das geht schon beim Stormnest-Case los, in dem die Module ankamen: ein flaches Gehäuse mit viel Power und einem 5-V-USB-Output für externe Geräte.

QSQ: Schaltzentrale? Nein – Kreativmaschine!
Gehen wir also über zu den Modulen und starten mit dem Sequenzer. Der nur 26 TE breite QSQ bietet acht CV- und acht Gate-Ausgänge, dazu MIDI über TRS und USB, Clock-In und -Out, einen CV-Eingang und 17 endlose Encoder. Schon hardwareseitig wird klar, dass dieses Modul keine halben Sachen macht.
Jeder der Tracks ist über Menüdisplays in seinen Parametern frei konfigurierbar – wie ein kleines CV-Universum: frei wählbare Step-Anzahl von bis zu 64, Swing, Clock-Divider, Skalenquantisierung, Transposition, Abspielmodi von normal bis random. Besonders schön: Die CV-Werte lassen sich nicht nur in Volt, sondern auch als Noten, in Cents oder Hertz nutzen.
Microtiming, Probability, Glide und mehr
Noch lebendiger wird der QSQ auf Step-Ebene. Microtiming, Probability, Gate-Längen, Glide, Retrigger – hier lassen sich Sequenzen fein einstellen, ohne dass es fummelig wird. Dazu kommt pro Track eine zusätzliche Modulation, wahlweise als Hüllkurve, synchronisierter LFO oder perkussiver VCA-Envelope.
Rides In The Storm SED-CSM: Analogpower zum fairen Preis
Ist der QSQ das Gehirn eines Eurorack-Systems, liefert der SED-CSM die nötigen Muskeln. Die diskret aufgebaute Synth-Voice mit analogen Soundelementen ist erfreulich kompromisslos: Zwei sauber trackende VCOs, drei Suboszillatoren, Wavefolder, Noise und XOR-Ringmodulator bieten eine Menge Klangpotenzial auf vergleichsweise wenig Platz.
Insbesondere das 24-dB-Lowpass-Filter mit kräftigem Overdrive ist ein echtes Highlight: von rund und satt bis bissig und rotzig ist alles drin. Dazu kommen zwei ADSR-Hüllkurven mit Loop-Funktion und separaten Trigger-Ausgängen sowie zwei analoge LFOs, von denen einer auch als VCO nutzbar ist. Sie decken einen enormen Frequenzbereich ab und lassen sich sogar keytracken.

Trotz der komplexen Vorverschaltung, welche diese Elemente wie bei einem analogen Desktop-Synthesizer verbindet, ist der SED-CSM offen und modular konzipiert. Die großzügigen Patchfelder oben und unten am Panel laden dazu ein, externe Modulation einzubinden oder einzelne Sektionen gezielt aufzubrechen. Zudem lässt sich das Modul auch auf der Bühne gut einsetzen: Alles fühlt sich robust an, die verschraubten Potis vermitteln Vertrauen, und klanglich ist man sofort „drin“.
Gerade im Stormnest-Case ergibt sich daraus ein erstaunlich geschlossenes, inspirierendes System, das durch weitere Rides-In-The-Storm-Module wie den DOC oder DMO sinnvoll ergänzt werden kann. Trotz der kompakten Abmessungen fühlt sich das Setup nie eingeschränkt an – vielmehr lädt es dazu ein, direkt loszulegen, zu experimentieren und musikalische Ideen ohne Umwege umzusetzen.























