Mit dem Electro-Harmonix Effects Interface adressiert der Pedalspezialist aus New York gleich zwei heiße Themen in einem Gerät. Erstens: Wie lassen sich die unzähligen Plug-ins aus der Rechnerwelt einfach für Gitarristen nutzbar machen? Und zweitens: Wie lassen sich Pedale elegant in die Produktionsumgebung am Rechner einbinden? Die Antwort soll ein Pedal mit entsprechender Funktionalität liefern – ein echter Spezialist!


Schnittstellen- und Pegelanpassung, aber kein Plug-in-Host
Das EHX Effects Interface kommt in einem robusten Metallgehäuse mit Stereo-Ein- und -Ausgängen, Kopfhörerausgang und USB-C-Schnittstelle. Es ist gewissermaßen ein optimiertes Audio-Interface, das mit dem Rechner kommuniziert, diesen aber nicht ersetzt. Ganz klar also: Das EHX Effects Interface kann keine Plug-ins berechnen. Das Team um Mike Matthews sieht die Aufgabenstellung eher in der Integration des Rechners in die Signalkette des eigenen Pedalboards oder – umgekehrt – in der Integration von Pedalen in die DAW. Ein wesentlicher Teil besteht dabei in der Pegel- und Impedanzanpassung – ein Problem, das man beispielsweise vom Reamping her kennt: Pedale erwarten kleine Pegel mit hohen Impedanzen (HiZ), das Audio-Interface eher niederohmige Signale mit Line-Pegel. Wer diese Anpassung ignoriert, wird oft genug mit schlechter Klangqualität bestraft!

Audiosignale zwischen Rechner und Pedalen versenden
Für Audiosignale gibt es je zwei Ein- und Ausgänge, während der Anschluss an den Rechner über USB-C erfolgt. Je zwei Fader für die Ein- und Ausgangspegel ermöglichen ein schnelles Pegeln der Signale, die eingangsseitig um eine Pegelanzeige komplettiert werden. Auch an einen Bypass-Taster wurde gedacht.
In der Praxis gibt es drei Betriebsarten: Im Pedalboard-Modus wird das EHX Effects Interface direkt in das Pedalboard eingefügt. Nun lässt sich das Signal am Rechner über ein EHX-eigenes Plug-in in den gängigen Formaten (VST3, AU, AAX) abgreifen, mit einem beliebigen Effekt-Plug-in versehen und anschließend wieder über das EHX-eigene Plug-in zurück auf das Pedalboard senden. Sogar ein Dry/Wet-Regler ist vorhanden. Wer also schon immer sein allerliebstes Stotter-Plug-in vor dem Röhrenverstärker nutzen wollte, kann das ab sofort tun. Mit eventuellen Latenzen muss man allerdings leben.
Die andere Richtung
Im Audio-Modus fungiert das Pedal als Audio-Interface zur Integration deiner Pedale. Ein echter Klon Centaur für deinen Modeler im Rechner? Kein Problem! Die DAW sendet hier ein Audiosignal an das EHX Effects Interface. Dieses Signal durchläuft sodann das gewünschte Pedal und kehrt wieder zurück in die DAW. Dabei ist zu bedenken, dass nicht jedes Betriebssystem die Nutzung multipler Audio-Interfaces unterstützt.
Schließlich lässt sich das EHX auch als reines Audio-Interface für Aufnahmen und zur Wiedergabe nutzen. Dabei stehen die beiden Ein- und Ausgänge sowie der Kopfhörerausgang mit latenzfreiem Monitoring des Eingangssignals zur Verfügung. So lassen sich beispielsweise elektrische Gitarren und Bässe aufnehmen.

Verfügbarkeit des Electro-Harmonix Effects Interface Hardware Plugin?
EHX wird seinem Ruf, innovative Lösungen zu liefern, einmal mehr gerecht. Das Pedal erleichtert den Austausch zwischen zwei gefühlt gegensätzlichen Audiowelten. Aktuell ist das Effects Interface nur direkt beim Hersteller gelistet und wird dort für einen Preis von 359 US$ inklusive Netzteil und USB-C-Kabel angeboten. Wir gehen davon aus, dass das Pedal in Kürze auch über das Musikhaus Thomann zu haben sein wird.
Weitere Informationen unter: https://www.ehx.com/products/effects-interface























