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Yamaha CGX122MS Test

Die Yamaha CGX122MS Konzertgitarre kann sich mit ihrem leistungsfähigen Preamp auch in größerer Lautstärkeumgebung Gehör verschaffen und dürfte deshalb nicht nur Gitarrenklassiker ansprechen. Zwar wendet sie sich an den Nylon-Spieler mit etwas höherem Anspruch, bleibt aber erfreulicherweise preislich im Rahmen. Ansonsten hält die CGX122MS von Kopf bis Knopf am traditionell-klassischen Erscheinungsbild fest, und das mit einem bunten Mix aus Hölzern, deren Bestand nicht bedroht ist.

Yamaha CGX122MS Test

Yamaha CGX122MS – das Wichtigste in Kürze

  • Konzertgitarre in 4/4 Größe
  • vollmassive Fichtendecke
  • Korpus und Hals aus Nato
  • Preamp mit parametrischem Mittenregler
  • Qualität und Ton deutlich über Einsteigerniveau

Die Yamaha CGX122MS ist eine traditionelle Konzertgitarre 

Die Größenverhältnisse des Korpus bleiben voll und ganz im grünen Bereich der Norm für Konzertgitarren. Die ausladenden Zargen mit leichter Profilverjüngung (9,5 cm – 10 cm) weisen die CGX122MS als echte Vollakustikgitarre aus, die auch ohne Tonabnehmer einen passablen Klang bietet. Leider wird die CGX122MS nur im Pappkarton geliefert, ein passsendes Gigbag oder einen Koffer sollte man ihr aber ruhig noch spendieren. 

Yamaha CGX122MS Decke
Fotostrecke: 4 Bilder Die Yamaha CGX122MS kommt im traditionell-klassischen Erscheinungsbild im schlichten optischen Design.
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Schlicht, aber perfekt: die massive Fichtendecke der CGX122MS

Wir richten den Blick zunächst auf die massive Fichtendecke, die perfekt aus zwei gleich großen Teilstücken „gebookmatcht“ ist. Den Verlauf der Nahtstelle in der Mitte kann man kaum orten. Die Oberfläche ist seidenmatt lackiert, sodass die feinen schnurgeraden Strukturen der Fichte durchschimmern. Einschlüsse oder Bärenkrallen findet man nicht. Unabhängig davon leistet massives Fichtenholz einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Klangentfaltung. Dazu später mehr im Praxisteil. Das Schallloch bleibt mit einem Durchmesser von 8,5 cm im Bereich der Norm, ist aber vergleichsweise kleiner als das einer Westerngitarre.

Zum Erscheinungsbild der CGX122MS gehört auch der klassische Rechtecksaitenhalter, der aus einem Stück Walnussholz geschnitzt ist. Die Nylonsaiten werden durch Führungen im Tieblock gefädelt und mit diesem fest verknotet. Ein einfacher Knoten hält die Stimmung in der Regel dauerhaft aufrecht, auch wenn eine frisch aufgezogene blanke Diskantsaite üblicherweise eine längere “Einschwingungszeit” benötigt. Eine Stegeinlage aus dem Kunststoff Urea ruht wackelfrei in der Fräsung. Die beiden Holzkanten am Tieblock sind mit „Randverstärkern“ (vermutlich) aus dem gleichen Material vor Kerben- und Riefenbildung geschützt. Besondere Vorkehrungen zur Stabilisierung der Intonation werden bei einer Konzertgitarre in der Regel selten ergriffen, auch bei der CGX122MS. Jedenfalls kann man auf ganzer Länge oktavrein intonieren.

Yamaha CGX122MS Schallloch
Fotostrecke: 5 Bilder Im Innenraum geht alles klassisch zu und grundsätzlich bleibt dieser auch unbehandelt.
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Die CGX122MS verzichtet auf aufwendige Einlegearbeiten

Mit Verzierungen und Einlegearbeiten hält sich unsere Kandidatin, wie viele Vertreter der Spezies Konzertgitarre, vornehm zurück. Im Fokus steht eine Schalllochrosette mit bunten geometrischen Ornamenten. Dass es sich hier um ein Decal handelt, sieht man erst auf den zweiten Blick. Den Deckenrand säumt kaum sichtbar eine dreifach gestreifte schmale Randeinlage. Ein Schlagschutz hat man der Decke nicht geschenkt, denn eine solide Konzertgitarre wie die CGX122MS möchte lieber gezupft werden.

Boden und Zargen aus Nato und die traditionelle Beleistung der CGX122MS

Der zweiteilige Boden und die beiden Zargen bestehen aus laminiertem Natoholz. Massives Holz kann man in diesem Preissegment nicht ganzheitlich erwarten, was sich aber nicht zwangsläufig negativ auf den Klang auswirken muss. Jedenfalls zeichnen die Sichtfurniere mit rotbraunen Maserungen ein symmetrisches Faserbild. Ein schwarzes, umlaufendes Multi-Ply-Binding schützt die Stoßkanten an Decke und Boden.
Im Innenraum geht alles klassisch zu und grundsätzlich bleibt dieser auch unbehandelt. Ein leichter Halsblock, der mit dem Halsfuß, der Decke, dem Boden und den Zargen verleimt ist, bildet das Herzstück der Konstruktion.
Das konventionelle Leiterbracing mit drei quer verleimten Leisten jeweils am Boden und unter der Decke (Standard bei Konzertgitarren waren früher eigentlich vier) sorgt dafür, dass sich die Boden- und Deckenhälften nicht voneinander ablösen. Ein Leistenpaar kann man im Oberbug, ein zweites im Bereich der Taille und ein drittes im Unterbug an der breitesten Stelle ertasten. Ein Bodenmittelstreifen hat man nicht verleimt.
Auch der fragile Schalllochbereich ist mit zwei weiteren Holzleisten verstärkt. Boden sowie Decke sind rundum mithilfe keilförmig gesägter Reifchen mit der Zarge verleimt, die im Sichtbereich nicht immer 100-prozentig gleichmäßig eingesetzt sind. Leimreste sieht man nirgendwo.

Das Tonabnehmersystem der CGX122MS bietet EQ und Stimmgerät

Die in der Zarge fest verbaute hauseigene Steuereinheit, ein System 73, erhält das Gitarrensignal von einem piezokeramischen Untersatteltonabnehmer.
Das Paneel bietet mit einem dreibandigen EQ und einem Volume-Controller die wichtigsten Steuerelemente. Mit einem Schieberegler lassen sich außerdem die Mitten (im Bereich zwischen 80 Hz und 5 kHz) parametrisch regeln. Eine 360-Grad-Skala rund um die Potis gibt es nicht. Trotzdem bleibt man zumindest „haptisch“ einigermaßen im Bilde, da die Potis in der linearen Mitte einrasten.
Der Onboard-Tuner lässt sich mit einem Taster ein- und ausschalten. Eine Schublade für die Batterien befindet sich in der oberen Zarge am Halsfuß. Dort gibt es Platz für zwei 1,5 V Batterien.  Ein „Batterie-Low-Light“ meldet sich rechtzeitig, wenn die Energie zur Neige geht.

Yamaha CGX122MS Preamp in der Zarge
Fotostrecke: 4 Bilder Die CGX122MS ist mit einem System 73 ausgestattet, so dass sie auch auf der Bühne eingesetzt werden kann.
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Auch Hals und Griffbrett der CGX122MS sind ohne Fehl und Tadel

Die Komponenten Hals, Kopfplatte und Halsfuß bestehen ebenfalls aus Nato, Kopfplatte und Halsfuß sind mit dem Halsstück verleimt. Die Übergänge sind gut kaschiert, wobei die Strukturunterschiede verraten, wo sich die Stöße verlaufen.
Der Hals einer Konzertgitarre kommt in der Regel auch ohne Metallverstärkung klar, da das Instrument mit spannungsarmen Nylonsaiten bestückt wird. Allerdings macht die CGX122MS hier eine Ausnahme, denn ihr Hals wird durch einen Stahlstab verstärkt. Dieser dient außerdem dazu, die Halskrümmung einzustellen. Die Stellschraube befindet sich im Schallloch unter dem Griffbrett. Der passende Inbusschlüssel ist im Lieferumfang enthalten.

Yamaha CGX122MS Korpus-/Halsübergang
Fotostrecke: 5 Bilder Hals und Korpus sind über den Halsfuss fest miteinander verbunden.
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Das aufgeleimte Griffbrett besteht aus dunklem Walnussholz, dessen umlaufende Einfassung den Spielkomfort erhöht. 18 schmale Bundstäbchen haben auf dem Griffbrett Platz genommen, deren perfekt abgerichtete Bundkronen dazu beitragen, dass die Intonation auf ganzer Länge stimmt. Zwei Punkteinlagen auf der Sichtkante bieten beim Lagenwechsel die entsprechende optische Unterstützung. Eine Griffbrettwölbung kennt die klassische Konzertgitarre bekanntlich nicht.
Am Ende des Griffbretts laufen die Saiten über einen sorgfältig gefeilten und ausgerichteten Sattel aus Urea, der mit 52 mm wohl eher den Gitarrenklassiker anspricht. Der Hals besitzt im ersten Bund einen Umfang von 13 cm. Das Griffbrett wird standardgerecht am 12. Bund auf der Decke verleimt, die Normalmensur entspricht einer 4/4 Baugröße.
Mit einer doppelt gefensterten Kopfplatte und einer rundgeschwungenen Kuppel an der Oberseite knüpft die CGX122MS an traditionelle Bauformen an. 
Die offenen versilberten Mechaniken sind typischerweise an beiden Seiten auf einer einteiligen Grundplatte verschraubt. Gestimmt wird mit griffigen weißen Stimmflügeln aus Kunststoff. Dramatische Innovationen findet man auch hier nicht. Die Kopfplatte lässt an der Oberseite natürlich auch Raum für das bekannte Yamaha-Logo.

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