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Trick Pro 1-V Bigfoot Single und Pro 1-V Double Pedal Test

Praxis

„Präzise!“ pflegte ein alter Physiklehrer von mir zu allen möglichen Gelegenheiten auszurufen. Präzise wäre auch das erste Attribut, was ich unseren Testmaschinen zuschreiben würde. Fast alles an den Pedalen wirkt klar und konkret, was schon beim Befestigen am Spannreifen deutlich wird. Filzpunkt am Spannreifen aufkleben (die Metallzungen packen nämlich ordentlich zu), Hebel drücken, an den Spannreifen schieben, Hebel loslassen, fertig. Da die Maschinen auf der Unterseite über keinerlei Gummierung verfügen, solltet ihr allerdings für die meisten Untergründe die mitgelieferten Klettbänder anbringen. Ist das vollbracht, stehen die ziemlich schweren Pedale sicher und zuverlässig. Erste Tritte vermitteln sofort das typische Gefühl teurer Direct-Drive Fußmaschinen. Sowohl Hin- als auch Rückbewegung werden gnadenlos genau übersetzt, Seitenspiel ist praktisch nicht vorhanden, und auch Geräusche erzeugen die Alu-Skulpturen nur im Flüsterton. Trotzdem fühlen sie sich insgesamt doch etwas anders an als alles, was ich bisher so unter den Füßen hatte, und das liegt an der „umgedreht“ arbeitenden Feder. Diese sorgt im letzten Viertel der Schlagbewegung für einen etwas höheren Widerstand als dies bei Modellen mit konventioneller Feder der Fall ist. Es wird klar, warum gerade Fans sehr schneller Bassdrum-Spielweise diese Pedale so verehren. Der beschriebene Charakter sorgt nämlich dafür, dass der Beater sehr leicht beschleunigt, nach dem Anschlag allerdings auch sehr schnell wieder das Fell verlässt. Außerdem fühlt sich damit die – ohnehin schon leichte – Trittplatte noch leichter an. Wer ein etwas massigeres, konventionelleres Spielgefühl mag, sollte schwerere Beater verwenden, denn die sorgen mit höherem Trägheitsmoment für mehr Wumms.

Fotostrecke: 5 Bilder Beater- und Pedalhöhe kann einfach verstellt werden.
Fotostrecke

Unterschiedliche Einstellungen wirken sich deutlich aus

Eine weitere Eigenschaft der Trick Pro1-V Maschinen ist die Tatsache, dass sich vorgenommene Einstellungen sehr deutlich auf das Spielgefühl auswirken, was auch an der extrem komfortablen Federeinstellung per großer Rändelschraube liegt. Da kurbelt man einfach gerne dran und freut sich über die Effekte, die daraus resultieren. Dass direkt daneben die beiden weiteren wichtigen Vierkantschrauben sitzen, macht die Sache noch effektiver. Bemerkung eines Schülers, nachdem ich ihn aufgefordert hatte, doch mal ein bisschen an dem Maschinen rumzuschrauben: „Da merkt man wenigstens mal, was passiert, wenn man da dran dreht!“. Die mitgelieferten Beater stimmen mich zunächst etwas skeptisch, weil sie so filigran wirken, sie erzeugen jedoch einen schön schmatzigen Ton und lassen sich gut einstellen. Nicht so gut: ihre Vierkantschrauben sind arg kurz, was dazu führt, dass einige Stimmschlüssel nicht richtig greifen und die Gefahr besteht, die Schraubenköpfe zu beschädigen. Ebenfalls nicht optimal gelöst ist auch die Erreichbarkeit der Beater-Befestigungen. Ist die Slave-Erweiterung beim Doppelpedal montiert, ist es sehr schwer, die entsprechende Vierkantschraube zu erreichen. Nachdem ich es versucht habe, stelle ich zudem fest, dass das unbehandelte Aluminium auch recht kratzempfindlich ist, der Stimmschlüsselkopf hat sichtbare Spuren auf der Oberseite der Säule hinterlassen.

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