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Tool Time #10 – 10 Fehler beim Gitarre-Üben

Ihr habt euch vorgenommen, einen Song oder ein Solo zu lernen, bei dem euer Können etwas gefordert wird und das ihr nicht mal so eben aus der Hüfte schießen könnt? Das bedeutet auf jeden Fall Üben! Klar, das machen wir schon ein Leben lang und der eine oder andere wird sich jetzt fragen, was es darüber groß zu schreiben gibt. Aber tatsächlich ist es so, dass man dabei einige gravierende Fehler machen kann, die viel Zeit kosten können und bei großer Unachtsamkeit sogar dazu führen, dass ihr den Song oder das Solo nie vernünftig hinbekommt. Damit euch das nicht passiert, sind hier ein paar Tipps.

(Bild: © Shutterstock / Credits: panitanphoto)
(Bild: © Shutterstock / Credits: panitanphoto)


Generell gilt beim Üben: Keine Fehler machen! Blöder Satz, aber da steckt eine Menge Wahrheit drin, denn damit ist gemeint, dass Ihr das Tempo und die Länge des geübten Parts immer so anpassen solltet, dass ihr nichts falsch machen könnt. Mit einem Tablett voller Gläser rennt ihr ja auch nicht durchs Haus, und wenn etwas zu schwer ist, geht man besser zweimal (oder lässt es den Bassisten tragen …)

Zu früh zu schnell spielen …

Fast jeder Musiker neigt dazu, zu früh in einem hohen bzw. sogar dem Originaltempo des zu übenden Parts zu spielen. Dabei schleichen sich schnell Unsauberkeiten ein, die fatalerweise mit eingeübt und gespeichert werden! Daher ist es ganz wichtig, erst einmal im Schneckentempo anzufangen und langsam das Tempo zu steigern. Ihr solltet dabei aber immer das Originaltempo im Blick haben: Manche Fingersätze und Anschlagsvarianten funktionieren in moderaten Tempo gut, aber bei 200 BPM beispielsweise jeden Ton mit einem Abschlag zu erzeugen wird schwer, wenn man nicht Hetfield heißt. Mit einer App wie Anytune kann man das Tempo einer Audiodatei verändern und die besagten Parts in langsamer Geschwindigkeit anhören und mitspielen.
Hier geht’s zum Anytune Test

Rhythmus

Bei vielen Transkriptionen im Internet sind nur die Tabs dargestellt, und zwar komplett ohne Rhythmus. Viele Gitarristen spielen dann zwar die Tonfolge und halten sich auch einigermaßen in dem Tempo und Metrum auf, das sie halbwegs im Ohr haben. Aber sobald sie dann mit anderen Musikern zusammenspielen, fällt das Ganze auseinander, weil jetzt plötzlich ein präziser Rhythmus gefragt ist, der beim Üben gefehlt hat. Deshalb sollte ihr den richtigen Rhythmus für die Passage mit einüben, und zwar gleich zusammen mit der Tonfolge. Beim Spielen nach Zahlen neigt man dazu, sich einen eigenen Rhythmus anzueignen, aus dem man später nur ganz schwer wieder herauskommt.

Timing

Die zweite Sache ist natürlich das Timing. Man neigt oft dazu, bei schwierigen Passagen etwas langsamer zu spielen, bei Leichten wird gerne auf das Gaspedal getreten. Das führt zu bösem Erwachen bei der Bandprobe. Das Einzige, was hier hilft, ist das Üben mit einem Metronom oder Drumbeat. Der gibt an, wie das Tempo ist und wenn es mit dem Drumbeat klappt, dann klappt es meist auch mir der Band.

Pausen/Einsätze

Es mag zwar komisch klingen, aber Pausen erschweren mitunter Gitarrenparts. Und zwar deshalb, weil man anschließend wieder auf den Punkt einsetzen muss. Wer ein Solo von David Gilmour übt und die Parts einfach aneinanderklebt, der wird Probleme haben, wenn er das Ganze mit einer Rhythmus-Sektion spielt, denn der Meister lässt gerne Platz und manche Töne auch länger klingen. Wenn dann das nächste Lick zur falschen Zählzeit angefangen wird, gerät man schnell aus der Spur. Auch hier hilft das Üben mit dem Metronom oder dem Drumbeat.

(Bild: Christian Hautz)
(Bild: Christian Hautz)

Fingersatz

Beim Einstudieren solltet ihr euch neben Tonfolge und Rhythmus auch gleich um den optimalen Fingersatz kümmern. Auch wenn das am Anfang etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen kann, es lohnt sich. Größter Fehler ist, wenn ihr ein bestimmtes Lick mit verschiedenen Fingersätzen spielt. Diese Versionen werden alle im Gehirn gespeichert und im Stressfall sucht es gerne genau den falschen heraus. Oder man stockt, weil man nicht mehr weiß, ob jetzt der Zeige- oder der Mittelfinger an der Reihe ist.

Anschlag

Auch zum Anschlag solltet ihr euch Gedanken machen. Besonders bei komplexen und schnellen Passagen ist es sehr wichtig, die Anschlagsrichtung genau zu koordinieren, denn hier kann man mit der falschen Anschlagsrichtung extrem viel Zeit beim Spielen verlieren und unter Umständen das Zieltempo nicht erreichen.
Wenn man von “richtig spielen” spricht, dann sollten dabei vier Faktoren berücksichtigt werden: Tonfolge, Rhythmus, Fingersatz, Anschlagsrichtung.

Alles auf einmal spielen…

Übt in kleinen Einheiten. Bloß nicht das komplette Hotel-California-Solo von Anfang bis Ende “durchlesen”, wenn ihr es noch nie gespielt habt. Das bringt rein gar nichts! Nehmt eine kurze Sequenz oder einen Takt und übt das Ganze bei entspanntem Tempo langsam ein – mehr nicht. Nehmt euch Zeit und freut euch auch über kleine Etappenziele.

Original anhören

Wenn ihr etwas nachspielt, dann solltet ihr das Original sehr gut kennen. Hört euch vor jeder Übungseinheit das Original mehrfach bewusst an. Dann ist euer Gehirn auf das Übungsmaterial geeicht und kann besser Fehler erkennen.

Das eigene Spiel anhören

Ein großes Problem beim Üben ist, dass man zu 80 Prozent damit beschäftigt ist, konzentriert zu spielen und nicht richtig zuhören kann. Dadurch fallen einem Fehler nicht so stark oder überhaupt nicht auf. Optimal ist es, wenn ihr euch beim Üben immer mal selbst aufnehmt und dann in Ruhe anhört, analysiert und die entsprechenden Stellen verbessert.

Sound

Übt gleich mit dem entsprechenden Sound, wenn möglich auch mit der Ziellautstärke. Wer nur ganz leise oder komplett unverstärkt übt, der hört oft mitschwingende (störende) Saiten nicht richtig. Spielt man dann etwas lauter am Amp und mit höherer Verzerrung, erlebt man oft sein blaues Wunder, weil auf einmal alles völlig undefiniert und laut klingt. Statt “E-Gitarre spielen” müsste es nämlich eigentlich “E-Gitarre dämpfen” heißen, denn man muss häufig, besonders bei höheren Zerrgraden, mehr Saiten abdämpfen und im Zaum halten als man spielt.

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von Thomas Dill

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