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the box CL 106/112 MKII Basis Bundle Test

Praxis

Der Aufbau des Testsystems dauert erwartungsgemäß nur wenige Minuten. Ich stelle beide Satelliten auf die mitgelieferten Stative und positioniere den CL 112 MK II mittig, so dass er nach links und rechts jeweils zwei Meter Abstand zu den Satelliten hat. Bei der Aufstellung achte ich genau darauf, dass alle Membranen in einer Flucht zueinander liegen, um eine einheitliche Phasenlage der Lautsprecher zu gewährleisten.
Als erstes nutze ich die Anlage als DJ-Set. Ich schließe also ein kleines Mischpult an und kann nun entspannt Musik hören. Am Subwoofer drehe ich die Main- und Sub-Pegelsteller auf ganz rechts. Die Phase belasse ich zunächst bei 0 Grad. Bei den ersten Klängen der Musik prüfe ich, ob die Phasenlage korrekt ist, indem ich den Schalter auf 180 Grad stelle. Und siehe da, das Signal wird im Bass deutlich dünner. Ich schiebe den Schalter also wieder zurück und kann mir meiner Sache sicher sein. Sehr gut. Es folgt meine geliebte Auswahl unterschiedlicher Musikgenres. Ein bisschen Elektro und R’n’B, um das Verhalten im unteren Frequenzbereich auszuloten, ein bisschen härteren Rock und Pop um zu hören, wie die Anlage auf dichtere Musiksignale reagiert, und zum Schluss ein wenig Jazz, um Tiefenstaffelung und Transparenz zu checken.
Das System schlägt sich wacker. Der CL 112 MK II macht einen guten Job und transportiert saubere, saftige Bässe. Auch bei dichtem Bassgewitter überzeugt er mit zufriedenstellender Impulswiedergabe. Im Mittel- und Hochtonbereich sieht es ähnlich aus. Das System glänzt mit sauberen Höhen und nicht zu aufdringlichen Mitten. Jazz wird transparent und leicht wiedergegeben; selbst dichtere Rock- und Popmusik wirkt aufgeräumt und keineswegs schwammig.
Hebt man an den Topteilen den Bereich ab 5 kHz um 3 dB per Schalter an, wird das Klangbild erwartungsgemäß präsenter und heller – Geschmackssache. Ich jedenfalls belasse die Einstellung bei 0 dB. Allerdings: Bei größerem Abstand der Satelliten zum Publikum kann der 3-dB-Boost durchaus sinnvoll sein.
Am Schluss des Konserventests fahre ich die Endstufen an ihre Grenzen. Mit den allerersten Verzerrungen hört man, wie sich der Limiter ins akustische Geschehen schaltet. Bei erneuter Erhöhung der Lautstärke wird der Anteil an Verzerrungen stärker und die Arbeit des Limiters immer offensichtlicher, bis er das Signal schließlich deutlich herunter regelt. Bei hoher Lautstärke neigen sowohl Bass als auch Satelliten zu hörbaren Verzerrungen. Doch die mögliche Endlautstärke (ohne Einsetzen des Limiters) reicht fraglos aus, um kleinere Räumlichkeiten wie Cafés, Bars oder Proberäume sauber zu beschallen.
Betreibt man die Anlage unterhalb der Clipping-Grenze, bietet sich dem Hörer ein sauberes und angenehmes Klangbild. Die Tiefenstaffelung der Instrumente sowie die Impulswiedergabe sind in Ordnung. Die Reserven des Systems sind allerdings nicht nur im Bassbereich begrenzt, für einen dauerhaft hohen Schallpegel wirken die Endstufen einfach unterdimensioniert. Außerdem zerrt das System bereits bei kurzen kritischen Impulsen.
Es folgt der Test mit einem Sänger, der sich an der Akustikgitarre begleitet. Als Gesangsmikro verwende ich ein Shure SM58. Für die Abnahme der Akustikgitarre dienen eine DI-Box und ein SM57, welches ich auf Höhe des zwölften Bundes auf den Gitarrenhals richte. Der Mixer liefert ein wenig Hall und Delay, ganz so wie bei einem echten Gig. Das Testsystem liefert wiederum einen sauberen Sound, ohne aufdringlich zu klingen. Schnelle, laute Gitarrenimpulse werden druckvoll wiedergegeben; Stimme und Akustikgitarre klingen präsent und kraftvoll. Die Lautstärke ist auch hier für kleinere Anwendungen und Räumlichkeiten ausreichend.
Zu guter Letzt versuche ich mich als Karaoke-Sänger mit einem zu laut abgespielten, rockigen Playback. Wird es gelingen, den Gesang über das Playback zu hieven, ohne dass es zerrt? – Ja, das geht!

Fotostrecke: 2 Bilder Die 36-mm-Stativaufnahme der CL106
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Profilbild von Jch

Jch sagt:

#1 - 09.01.2016 um 00:15 Uhr

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Hallo,
Danke für diesen schönen Bericht.Ich spiele mit dem Gedanken für eine Hütte als Partyraum (ca. 5x6m) diesen Aktivsub CL 112 mit den Tops des großen Bruders CL108 zu kombinieren.Mir ist vor allem Wichtig, dass nichts kaputt gehen kann, da die Anlage von Amateuren mit Holzohren am limit betrieben wird.Ich habe mich für die CL 108 entschieden, da ich mir vorstellen kann, dass diese mit der geringeren Leistung länger diese Qualen aushalten könnten und eventuell einen ticken tiefer spielen, weil mehr Membranefläche vorhanden ist.Für den CL115 ist vermutlich zu wenig Platz und Budget vorhanden.Ist die Kombination aus 108 und 112 sinnvoll und stimmig?GrüßeJch

    Profilbild von Paddy

    Paddy sagt:

    #1.1 - 24.04.2017 um 08:17 Uhr

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    Hallo "ICH"..dieselbe Kombi fahre ich auch.. CL112 und CL108'er.Mir gefällt es sehr gut. Sowohl für kleine Gigs mit der Akustikkombo als auch zur Musikalischen Beschallung bei Partys.Gerade aktuell habe ich mir ein zweites Set geleistet um das "Powerbundle" inklusive zwei cl106'ern als (z.b) Monitore zu nutzen.Mal schauen was passiert.LG
    Paddy

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Thorsten667 sagt:

#2 - 02.04.2022 um 22:04 Uhr

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Ich kenne den CL112 auch persönlich - und auch viele ähnliche Konstrukte mit 3 eingebauten Verstärkern zum einfachen Betreiben von passiven Topteilen. Ich bin sehr verwundert wie selbstverständlich der Tester hier schreibt, dass er alle Regler voll aufdreht. Unter den Bedingungen mag ich die attestierte Ausgewogenheit kaum glauben - dass dann vermeintlich das Modul zu schwach dimensioniert ist schon eher ;-) Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass es am ausgewogensten klingt wenn der Subregler auf 12-max 1 Uhr steht. Aber vielleicht muss auch der Bass die eher schlechten Topteile übertönen die bei höheren Lautstärken schon ordentlich plärren. Der Sub alleine gefällt mir allerdings sehr gut, da er eher Powerhifi statt real PA ist und schön tief und warm spielt. Ich empfehle allerdings immer ihn lieber mit einem Paar Control1Pro von JBL zu paaren. Das passt und macht mehr Spaß!

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