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Tama Club Jam Flyer Test

Praxis

In Bags verpackt, sieht das Set ein bisschen so aus, als hätte ich die Bassdrum zu Hause vergessen. So passt es in einen halben Kombi-Kofferraum und lässt noch jede Menge Platz für weiteres Equipment. Apropos Verpackung: Tama bietet für das Set auch ein optionales Taschenset an. Ebenfalls finde ich ein Hardware-Bundle auf der Tama-Homepage, dieses besteht aus Fußpedal, HiHat-Maschine, einem extra kleinen Snarestativ und einem Drummersitz. Allerdings ist das Hardware-Set bislang noch in keinem Shop gelistet.

Seitlich an der Bassdrum kann noch ein optional erhältlicher Beckenhalter angebracht werden.
Seitlich an der Bassdrum kann noch ein optional erhältlicher Beckenhalter angebracht werden.

Mein eigenes Pedal lässt sich leicht am Riser befestigen, dank einer Klettschicht auf der Unterseite des Fabrikats DW 5000 rutscht die kleine „Große“ Trommel auch bei heftigeren Schlägen nicht hin und her. Durch den höhenverstellbaren Riser kommt der Beater wesentlich mittiger auf das Fell, was für eine sattere Klangentfaltung spricht. Noch komfortabler wäre eine kleine Aussparung im Spannreifen der Bassdrum, an der Stelle, an der das Pedal ansetzt. So muss ich jetzt etwas Platz lassen, damit die Fußplatte des Pedals dem Spannreifen nicht in die Quere kommt, und kann nicht die volle Andockfläche des Risers nutzen.
Dass man aus den Club Jam Kesseln akzeptable Klangergebnisse herausholen kann, haben die bisherigen Tests bewiesen, bei den ganz kleinen Kesselgrößen des Club Jam Flyer bin ich trotzdem etwas skeptisch. Das Set lässt sich schnell und unkompliziert durchstimmen, nur die glasig klingenden Resonanzfelle trüben das ansonsten positive Gesamtbild.
Im Gegensatz zur den beiden anderen Club Jam Sets mit größeren Kesseln ist das größte Manko des Club Jam Flyer der naturgemäß begrenzte Stimmumfang nach unten hin, der – wie sollte es auch anders sein – mit den Dimensionen der 14“ Bassdrum, der 8“ und 10“ großen Toms sowie der 10“ Snare einhergeht. Wer es also etwas fetter mag, wird hier enttäuscht sein. Dafür braucht das Set wirklich wenig Platz, und nach etwas Umgewöhnung macht das Trommeln auf den „Keksdosen“ durchaus Spaß.

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Mit den beiden vorgedämpften Fellen bringt die Bassdrum einen kurzen, etwas pappigen Klang hervor, der aber gerade für HipHop-artige Beats durchaus seinen Charme hat. Die Trommel ist, wie das ganze Kit auch, allerdings nicht sonderlich durchsetzungsstark. Die Snare klingt erwartungsgemäß vor allem in höheren Stimmungen und mit Rimshots gespielt ansprechend, Rimclicks lassen sich bei dem kleinen Kesselmaß nicht realisieren. Die Tomfelle zeigen schon nach kürzester Zeit deutliche Einkerbungen. Hier sollte man beim Kauf direkt noch zwei neue Tomfelle mit in den Warenkorb packen. Die ursprünglichen Schlagfelle würde ich dann als Ersatz für die dünnen und glasig klingenden Resonanzfelle benutzen.

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Tuning 1 – Groove Tuning 1 – Snare Check Tuning 1 – Malletts

Wie klingt der Flieger mit Markenfellen?

Im zweiten Durchlauf habe ich den beiden Toms Remo Ambassador Felle spendiert, die Bassdrum hat ein Coated Emperor und ein Coated Ambassador als Resonanzfell, auf der Snare ist ein Evans UV1 als Schlagfell aufgezogen. So entwickelt das Set direkt mehr Ton, Dynamik und Durchsetzungskraft. Mit wertigeren Resonanzfellen ließe sich aus den Toms sicherlich auch noch eine ganze Prise mehr herauskitzeln.

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Tuning 2 – Soundcheck Tuning 2 – Groove

Für den dritten Anlauf habe ich die parallel zum Test des Sets anwesende Tama Star Reserve Brass (995€) hinter das Set geschnallt und die Felle von Bassdrum und Toms in etwas jazzigere Höhen gestimmt. Und das funktioniert! Eine gute und größere Snare ist wirklich die halbe Miete und trägt einfach unheimlich viel zum Gesamtcharakter, besonders eines resonant gestimmten Sets bei. Und na klar, die kleinen Kessel können den „authentischen“ Sound, den ich von meinem Spät-70er-Jahre Sonor Phonic Bop Kit gewohnt bin, bestenfalls versuchen zu imitieren … aber mit guten Fellen und etwas Geschick am Stimmschlüssel lässt sich auch mit dem Club Jam Flyer kreative Musik machen.

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Tuning 3 – Brushes Tuning 3 – Groove
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