Mit dem Source Audio Encounter bringt der amerikanische Hersteller aus Woburn in Massachusetts eine Delay-Reverb-Kombination mit zwei unabhängigen Effekt-Engines auf den Markt. Zur Auswahl stehen 12 Effekte (6 Delays + 6 Reverbs), von denen zwei Algorithmen seriell oder parallel in Stereo kombiniert werden können. Das Encounter basiert auf dem von uns bereits getesteten Collider Delay+Reverb, legt aber einen Schwerpunkt auf Ambient-Effekte. Wie bei Source Audio üblich, verfügt das Pedal über interne Preset-Speicher, eine MIDI-Implementierung und kann über die hauseigene Neuro 3 App verwaltet werden. Ob der amerikanische Hersteller mit seiner neuen „ambience machine“ zu überzeugen weiß, lest ihr im Test.

- allgemeine Soundqualität
- übersichtliche Bedienung
- flexible Routing-Optionen
- Software-Editor
- Stereo-Split-Routing (noch) nicht am Pedal aktivierbar

Aufbau und Bedienung des Source Audio SA 264
Das Encounter sitzt in einem (BxHxT) 117 x 55 x 117 mm großen Gehäuse, bringt 473 Gramm auf die Waage und kann mit einem Standard-9-V-Netzteil (mind. 300 mA) betrieben werden. Als zentrales Bedienelement dient ein Rasterpoti zur Anwahl von zwei beliebigen Algorithmen aus einer Sammlung von 6 Delays und 6 Reverbs. Dabei sind auch Delay/Delay- bzw. Reverb/Reverb-Kombinationen möglich. In Betrieb genommen werden die beiden Effekt-Engines über separate Fußschalter (Delay, Reverb), von denen der linke auch zum Eintippen des Tempos (Tap) inklusive Subdivisionen genutzt werden kann.
Solange sich das Pedal im Bypass befindet, dienen die Fußschalter außerdem zur Anwahl der 8 internen Preset-Speicherplätze (durch Halten und Loslassen). Alternativ ist dies über einen kleinen Druckschalter (Select) zwischen den Fußschaltern möglich.
Flexible Routing-Konfigurationen
Das Encounter kann zwei beliebige Effekt-Algorithmen gleichzeitig laden, um sie wahlweise kaskadiert (Effekt A -> Effekt B) oder parallel (Effekt A / Effekt B) auszugeben. Jede Kombination wird dabei in Mono oder als Stereo-Image an die beiden Ausgänge gesendet. Wer in Stereo unterwegs ist, hat außerdem die Möglichkeit, je einen Effekt auf einen der Ausgänge zu routen (Split Stereo). Als Eingänge stehen ebenfalls zwei Inputs zur Verfügung, womit das Encounter in der Lage ist, Mono- und Stereo-Signale in jeder Ein- und Ausgangskonstellation zu verarbeiten.
Mehrere Multi-Funktions-Potis sorgen für Ordnung auf dem Bedienfeld
Zur Bearbeitung stehen sechs Potis bereit, mit denen verschiedene effektspezifische Parameter wie Delay, Pre-Delay, Mix, Feedback, Decay oder Tone geregelt werden. Ein kleiner Wahlschalter (Knobs) bestimmt dabei, ob die Delay- oder die Reverb-Engine betroffen ist, sodass fast alle Potis eine Doppelfunktion haben (z. B. Delay-Feedback/Reverb-Decay). Zwei extra Potis namens Control 1 und Control 2 sind für algorithmusspezifischen Parameter (Modulation, Pitch etc.) zuständig und können ebenfalls auf beide Effekt-Engines angewandt werden. Für die externe Steuerung stehen neben den MIDI-Anschlüssen an den Gehäuseseiten zwei Inputs (Control Input, Pedal In) für Fußschalter oder Expression-Pedale bereit. Außerdem lassen sich alle Funktionen des Pedals bequem über den kostenlosen Neuro 3 Software-Editor verwalten und speichern. Hier ist es auch möglich, Presets über die Source-Audio-Community-Cloud zu teilen. Für ein tieferes Verständnis aller Effekt-, Routing- und Steuerungsoptionen empfiehlt sich ein Blick in das umfangreiche Manual auf der Herstellerseite.
Die Delay- und Reverb-Algorithmen des Encounter im Überblick
Delay-Engines
- Noise Tape: Bandecho-Emulation
- Resonant: Analog-Delay mit Tiefpassfilter
- Drum Echo: Trommelecho-Emulation
- Echoverb: Digital-Delay + Plate-Reverb
- Kaleidoscope: moduliertes Delay + Reverb
- Helix: Pitch-Shift-Delay
Reverb-Engines
- Hypersphere: moduliertes Ambient-Reverb
- Shimmers: Pitch-Shift-Reverb
- Trem-Verb: Tremolo-Reverb
- Reverse: Reverse-Reverb + Modulation
- Lo-Fi: Reverb mit Modulation und Distortion
- Swell: Auto-Swell-Reverb






















