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RME Fireface 802 Test

Die Installation und Inbetriebnahme aller RME-Produkte ist ein Leichtes, und auch das Fireface 802 mach da keine Ausnahme. Es läuft offiziell auf Windows XP SP2, Vista, 7 und 8 sowie auf Apple Mac OS X ab 10.6. Getestet habe ich es an meinem 2014er Mac Pro „Eimer“ und meinem 2011er Mac Book Air. Auf beiden lief es problemlos. Ebenso hervorragend wie die Treiber an sich ist auch die Latenz, die sich aus der Nutzung des Gerätes ergibt. Witziger Weise ist die Performance des neueren 802er sogar besser als die des etwas älteren und des eigentlichen Topproduktes aus dem Hause RME (Fireface UFX). 
Das Handbuch des 802 findet ihr übrigens auch hier.

Fotostrecke: 3 Bilder Mit 4,15 ms schlägt das Fireface 802 …
Fotostrecke

Das Fireface 802 ist übrigens genauso stabil und robust verbaut wie auch mein RME UFX. Dass hier etwas gespart wurde, stellt man höchstens an den fehlenden, kleinen Tragegriffen auf der Front fest. Brauchen tut man diese allerdings nicht wirklich, von daher geschenkt. Ein kleiner Vorteil gegenüber meinem UFX ergibt sich andererseits aus dem Umstand, dass die rückseitigen Anschlüsse nicht ganz so gedrängt sind wie bei dem UFX, was den Main-Out (Line Out ½) auf XLR-Basis anbietet.
Auch was die Effekte und die Routing-Möglichkeiten anbelangt, muss man hier keine Abstriche machen. Jeder Eingang und jeder Playback-Kanal kann wirklich unkompliziert und ohne Einschränkungen auf jeden der Ausgänge geroutet werden. Dabei kann für jeden Ausgang ein unabhängiger Submix erstellt werden, sodass, was Monitormixe betrifft, keinerlei Wünsche offen bleiben sollten. So wird aus dem Interface natürlich auch ein astreiner Router, Repeater und Multiplexer. Da es hier keinerlei TotalMixFx Unterschiede zu dem RME Fireface UFX gibt, möchte ich euch an dieser Stelle auf dessen Test für mehr Details verweisen.
Nur noch ein letztes, allgemeines Wort zu TotalMixFx: Sicherlich mag die Software manchen User auf den ersten Blick überfordern – wenn man sich allerdings erst einmal reingefuchst hat, ist das Ganze wirklich mehr als logisch, zumal man – einmal konfiguriert – ohnehin hier nur wenig ändern muss. Wer gerne „analog“ arbeitet, dem sei gesagt, dass er auch ohne Probleme eine Mackie Control oder Ähnliches anschließen kann, um damit die „Vorhör“-Kanäle via Fader regulieren zu können. Ich finde es allerdings sogar besser, dafür die Snapshots bzw. Presets zu nutzen, wobei ich persönlich nur folgende zwei Presets benötige: „Alle Eingänge auf Vorhören“ und „Keine Eingänge auf Vorhören“ – und das lässt sich wunderbar umsetzen!

Fotostrecke: 9 Bilder Mit TotalMixFX kann jeder Eingang auf jeden Ausgang geroutet werden!
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Es gibt eigentlich nur einen kleinen, aber wirklich auch nur feinen Unterschied zum UFX zu vermelden, welcher allerdings nicht Software-seitig zu suchen ist, sondern sich an einer Hardware-Implementierung manifestiert. Und so gibt es hier eben keine Eichung/Kalibrierung auf „-10dBV“ bei den Eingängen, was bei der Benutzung von „professionellem“ Equipment allerdings auch kein echtes Problem darstellen sollte. Und sollte man einmal “zu schwache” Quellen aufnehmen wollen, hat man ja auch immer noch die Front-Ins zur Verfügung.
Kommen wir also nun zu dem wichtigsten, dem Klang. Auch hier kann das Interface mit seinem nüchternen, linearen und präzisen Klang punkten. Die Bässe sind extrem fest und stramm, aber auch die Höhen und Mitten werden sauber und transparent übertragen. Im Vergleich zu anderen Wandlern kann man RME zwar immer eine gewisse „Härte“ attestieren, allerdings bewegt sich diese Einschätzung auch nur im Bereich feinster Nuancen. Mich hat das bisher nicht wirklich gestört, zumal mir persönlich ein zu harter Wandler lieber ist als ein zu weicher. Echter Sound findet ohnehin VOR dem Wandler statt.
Auch die Preamps klingen in meinen Ohren absolut identisch zu meinem RME UFX und damit sehr neutral, wenn auch die „Zahlenfraktion“ durchaus 5 dB weniger Gain zu Ungunsten des Fireface 802 „bemeckern“ könnte. Dass man den Gain am 802 übrigens analog einstellen muss, empfinde ich wiederum als einen kleinen Vorteil, da dies einfach direkter und damit intuitiver erfolgt als beim UFX mit seinem Multifunktions-Encoder. Sicherlich, das Auto-Gain-Feature gibt es hier auch nicht, am Ende ist dies aber auch alles nur Geschmackssache, zumal auch nur die wenigsten ihr Interface über große Entfernungen im Remote-Zugriff benötigen werden. Falls doch: dann nehmt lieber das UFX, das kann auch noch direkt auf USB-Medien aufnehmen und bietet weiterhin einen MIDI-I/O auf der Front mehr. Den Main-Out gibt es hier wie bereits auf XLR (hier fehlt wohl was), allerdings bietet das UFX dadurch auch nicht mehr analoge I/Os als das 802, was ich hin und wieder doch mal bereue, da es das Einbinden von viermal Stereo-Outboard doch etwas erschwert.
Zu guter Letzt noch ein paar Klangbeispiele, wobei es auch hier keine besonderen Auffälligkeiten zu vermelden gibt. Der Bass ist punchy und direkt, die Shaker schnell und transparent, und der Charakter der Lakewood D32 Akustikgitarre wird im Zusammenhang mit dem AKG C414 ebenfalls gebührend eingefangen. Wer mehr Charakter sucht, muss sicherlich allein für den Preamp genauso viel Geld auf die Theke legen wie für das gesamte 802.

Audio Samples
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Acoustic Guitar – AKG C414 Shaker – AKG C414 Bass – DI
Kommentieren
Profilbild von Mcgill

Mcgill sagt:

#1 - 06.03.2015 um 08:23 Uhr

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"Die Preamps bieten genügen Dampf' - sicher nicht, das fällt direkt unter 'gesund beten' bei aller Freundschaft - UCX i.e. bietet 65 db gain. Bedenkt man noch dass es nicht die beste aller Ideen ist den gain Bereich bis zum ende auszukosten sollte das hier ein echter Kritikpunkt sein.

Profilbild von Markus Gaukel

Markus Gaukel sagt:

#2 - 06.03.2015 um 13:16 Uhr

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Ich denke da wurde regelbarer Gainbereich mit maximalem Gain verwechselt. Mein 802 kann max. 60 dB Verstärkung und zwar sauber bis oben raus mit genügend Dampf für mein Stereobändchen!
Die Preamps sind excellent.

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Felix Klostermann sagt:

#3 - 06.03.2015 um 23:28 Uhr

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Hallo McGill und Markus,
vielen Dank für eure Hinweise, da hab ich doch tatsächlich den falschen Wert benutzt - habe es jetzt allerdings korrigiert. Vielen Dank euch Beiden! Wie Markus allerdings auch richtig festgestellt hat, haben die Preamps dennoch genügend Dampf und Rauschprobleme habe diese Preamps auch im höchsten Gainbereich wirklich nicht. Beste Grüße, Felix Klostermann

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Mcgill sagt:

#4 - 07.03.2015 um 03:09 Uhr

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Benjamin sagt:

#5 - 08.02.2016 um 05:41 Uhr

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Die Eingangsempfindlichkeit der Line inputs ist sehr wohl einstellbar:
Eingangsempfindlichkeit schaltbar Lo Gain, +4 dBu, -10 dBVEingangspegel für 0 dBFS @ Lo Gain: +19 dBuEingangspegel für 0 dBFS @ +4 dBu: +13 dBu

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