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PIGNOSE 7-100 Test

Getestet wird der Pignose mit Telecaster, Stratocaster und Les Paul in verschiedenen Lautstärken. Zur Abnahme dient ein Shure SM57 direkt vor dem Speaker unterhalb des Logos und für den Preamp-Test sitzt der Amp vor einem Revv D20.

Wir starten mit dem Lautstärkepoti in der Minimalstellung und hören den Amp jeweils mit einer geschlossen, einer im 30°-Winkel geöffneten und einer komplett offenen Rückwand. Hier wird schnell deutlich, dass das Öffnen der Rückwand einen großen Einfluss auf den Sound des Verstärkers hat und eine echte EQ-Option darstellt, da sich sowohl die Basswiedergabe als auch das Mittenbild drastisch verändert. Echte Cleansounds sind selbst in der Minimalstellung des Lautstärkepotis nur mit der Strat in einer Pickup-Zwischenstellung möglich. Schon beim Bridge-Pickup der Telecaster mischt sich ein leichter „Dreck“ und ein Rasseln in das Klangbild und mit der Les Paul sind Clean-Sounds schon nicht mehr möglich.

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Lautstärke-Poti 8 Uhr, geschlossen/halboffen/offen (Tele) Lautstärke-Poti 8 Uhr, geschlossen/halboffen/offen (Strat) Lautstärke-Poti 8 Uhr, geschlossen/halboffen/offen (Les Paul)

Für die nächsten drei Beispiele steht die Schweinenase in der 12-Uhr-Stellung und es wird nun deutlich, für welchen Einsatzbereich sich dieser Amp solch großer Beliebtheit erfreute. Der kleine Würfel wird zu einem Fuzz-Pedal mit Lautsprecher und liefern dichte und dreckige Verzerrung im Stile des Arbiter Fuzz-Face. Dass der 5″ große Speaker mit dieser Aufgabe schon leicht überfordert ist, sorgt für zusätzlichen Dreck und einen charakteristischen Vintage-Sound. In dieser Einstellung ist der kleine Amp allerdings schon deutlich zu laut für die meisten Schlafzimmer.

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Lautstärke-Poti 12 Uhr, geschlossen/halboffen/offen (Tele) Lautstärke-Poti 12 Uhr, geschlossen/halboffen/offen (Strat) Lautstärke-Poti 12 Uhr, geschlossen/halboffen/offen (Les Paul)
Pignose 7-100 Tweed-Bezug
Der PIGNOSE 7-100 ist ein kleiner, aber ernstzunehmender Gitarrencombo, der bereits zahlreichen legendären Aufnahmen der Beatles, Eric Clapton, Led Zeppelin oder Frank Zappa seinen Stempel aufgedrückt hat. 

Nun geht es in die Maximalstellung des Lautstärke-Potis. Lauter wird der Amp nach der 10-Uhr-Stellung eigentlich nicht mehr, sodass nur noch der Grad der Übersteuerung zunimmt. Auch in dieser Disziplin verhält sich der Pignose-Amp wie ein klassisches Fuzz-Pedal und klart beim Zurückdrehen des Volume-Potis an der Gitarre bis in den Clean-Bereich auf. Wir hören das Volume-Poti der Telecaster in drei und das der Les Paul in zwei verschiedenen Stellungen. 

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Volume-Poti Tele 10/7/3 (mit voll aufgedrehtem Amp) Volume-Poti Les Paul 10/5 (mit voll aufgedrehtem Amp)

Zu guter Letzt geht es nun über den Preamp-Out des Verstärkers direkt in einen Revv D20 mit der Impulsantwort eines Celestion Greenback Speakers. Nun wird der Pignose-Amp endgültig zum Fuzz-Pedal und liefert seinen charakteristischen Vintage-Sound unabhängig vom Einfluss der Gehäusegröße und des Speakers. Schade, dass sich für diesen Zweck der interne Speaker nicht abschalten lässt, womit an „Silent“-Recording leider nicht zu denken ist.

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Preamp Out in einen Revv D20 (off/on)
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Profilbild von Hermann

Hermann sagt:

#1 - 22.03.2022 um 12:19 Uhr

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Wohoo! Freut mich die kleine Kiste mal wieder in neu zu sehen! Und im Vergleich, zu früher ist sie ja gefühlt fast geschenkt. Meinen hab ich ca 1979 in einem kleinen Musikladen gekauft, der den aber auch erst aus usa bestellen mussten. Ich hab ewig drauf gewartet und gefühlt mega viel mehr dafür bezahlt (wie viel genau weiß ich nicht mehr, aber es war an Kaufkraft deutlich mehr als heute). Ich hab damit drinnen und draußen gespielt, Gizze, Bass und Mundharmonika über Mikro. Und ich bin nach wie vor begeistert von dem Apparat.

Profilbild von dr.noetigenfallz

dr.noetigenfallz sagt:

#2 - 23.03.2022 um 11:52 Uhr

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Zur Einleitung: Nach der Einführung im Jahr 1973 wurde das Teil auf Aufnahmen von den Beatles verwendet. Das kann nicht wirklich sein, da die sich schon davor aufgelöst hatten. Ansonsten hatte meine Schwiegermutter die Kopie dieses Teiles irgendwo in einem Kaufhaus gekauft. Schreckliches Teil, aber ich habe manchmal darüber gespielt, weil es einfach herrlich schlecht klang :-)

    Profilbild von Michael

    Michael sagt:

    #2.1 - 23.03.2022 um 14:41 Uhr

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    Hi Dr. Noetigenfallz, das ist natürlich korrekt. Präziser hätte es heißen müssen „von Mitgliedern der Beatles“ denn er wurde zwar von Paul McCartney benutzt aber selbstverständlich nicht auf Aufnahmen der Beatles. Danke für den Hinweis!

    Antwort auf #2 von dr.noetigenfallz

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