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Mooer Prime P1 Test

Für den Praxisteil habe ich das Prime P1 über den Kopfhörerausgang in Stereo direkt an das Audio-Interface (Universal Audio Apollo 8) angeschlossen, damit ihr einerseits die komplette Breite im Sound hören könnt und dann natürlich auch den wahrscheinlich häufigsten Einsatzbereich des Prime P1 gut abgebildet bekommt – das Üben und Jammen zu Hause in isolierter Form über Kopfhörer. In Verbindung mit der Prime App funktioniert das auch wirklich erstklassig, man kann sich seinen Sound über die App zurechtschrauben, dann einen Song oder Backing Track auf einem Media Player (Spotify, Music, etc.) am Smartphone/Tablet starten und der Spaß kann beginnen. Die Lautstärkeverhältnisse werden bequem über den Mixer an der Prime App eingestellt. Im klanglichen Angebot sind beim Prime P1 eine stattliche Auswahl an Amp-Modellen, selbstverständlich auch mit den handelsüblichen Klassikern von Marshall, Vox, Mesa Boogie, Fender, etc. bestückt. Darüber hinaus gibt es einige digitale Replikate moderner Amp-Herstellern wie zum Beispiel Dr Z (Dr Zee 18 Jr, Dr Zee Reck) oder Diezel (Hugen OD). Insgesamt stehen 52 Amp-Modelle und 25 verschiedene Cabs zur Auswahl. Auch die Effektauswahl ist amtlich und in feste Effektmodule mit spezifischen Effekten geordnet. Insgesamt sieben Module können gleichzeitig genutzt werden, hier die detaillierte Auflistung mit Anzahl der verfügbaren Amp/Cab/Effekt-Modellen:

  • Amp – Amp Model (52)
  • Cab – Lautsprecherbox (25)
  • OD – Boost, Overdrive, Distortion, Fuzz  (19)
  • Dyna – Noise Gate, Compressor, Wah (4)
  • Mod – Modulationseffekte (15)
  • Delay – Echo Effekte (6)
  • Reverb – Hall Effekte (5)

Die Module sind in der Reihenfolge frei positionierbar, wobei der Hersteller in der Programmierung der Presets recht kreativ war und den Overdrive auch mal zwischen Amp und Cab platziert hat. Hier ist eine Auswahl von cleanen bis zu leicht verzerrten Sounds inklusive einiger markanter Effekte. Die Sounds basieren auf den angegebenen Presets und wurden nur minimal modifiziert.

Audio Samples
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0A Dumb Clean (Stratocaster) 2A US Clean (Stratocaster) 3A Trem Clean (Stratocaster) 7A Studio Clean (Stratocaster) 4D Pad (Stratocaster)

Weiter geht es mit den verzerrten Sounds vom leicht angezerrten Marshall Plexi-Modell bis zum virtuellen High Gain 5150.

Audio Samples
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2D Hot Texas (Stratocaster) 6B OD (Les Paul) 1B British Crunch (Les Paul) 7C Killer Queen (Les Paul) 8C Jeeet! (Les Paul) 9D Heavy (PRS Holcomb)
Das Mooer Prime P1 glänzt mit einer üppigen Ausstattung (Amp-Modelle, Effekte, Drum-Machine, Looper) und bequemer Editierung per Prime App.

Was die Ausstattung anbetrifft, ist man für alle musikalischen Bereiche gut gerüstet. Allerdings sollte man nicht allzu hohe Ansprüche an die Klangqualität stellen, denn beim angesagten Preis sind da natürliche Grenzen gesetzt. Was Auflösung und dynamische Ansprache anbelangt, sind die Ampsounds nicht mit den Amp-Modeling-Geräten aus höheren Preisregionen zu vergleichen. Auch bei den Effekten wird es mitunter schwammig, je mehr Module im Einsatz sind. Natürlich ist es immer die Frage, was man mit einem solchen Gerät anfangen möchte. Für einen Gig oder eine Probe mit Band würde ich es nicht empfehlen, aber als kleiner Sparringspartner backstage, auf Reisen oder zu Hause ist das Prime P1 absolut in Ordnung. Denn mit einem vernünftigen Kopfhörer sind mit dem Prime P1 akzeptable Ergebnisse zu erzielen. Für das entspannte Spielen im Urlaub kann ich persönlich Abstriche beim Sound in Kauf nehmen und bevorzuge in erster Linie ein Gerät, das wenig Platz wegnimmt und keine Steckdose braucht. Trotzdem sollte es diverse sinnvolle Features haben, wie die bereits erwähnte Einbindung des Media-Players von Smartphone/Tablet sowie Looper, Metronom und Drum-Grooves. Die Drumsounds sind nicht unbedingt der Reißer in puncto Klang und Groove, aber besser als nichts und zum Üben absolut in Ordnung – vor allem einfach anwählbar und unkompliziert. Hier ist eine kleine Auswahl aus den 40 Drumgrooves.

Audio Samples
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Metronom & Drum Grooves

Für einfache musikalische Skizzen ist das Prime P1 auf jeden Fall zu gebrauchen und ein guter Startpunkt für die Aufnahmen eines Riffs oder einer Song-Idee. Im nächsten Beispiel hört ihr das Gerät im Bandarrangement mit mehreren Gitarrenspuren, Drums und Bass.

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Mooer Prime P1 im Bandarrangement
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