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Millenium NonaPad Test 

Das Triggerverhalten ist nicht immer einwandfrei

Beim ersten Anspielen reagieren mir die Pads nicht sensibel genug, was sich durch ein Anpassen der Sensitivity- und Threshold-Werte aber leicht beheben lässt. Den Härtegrad der Gummiflächen empfinde ich als ideal – nicht zu hart und nicht zu weich. Leider kommt es im Testverlauf vereinzelt vor, dass beim gleichzeitigen Anschlagen von Bassdrum und Hi-Hat (Pad 4 und 6) Hi-Hat-Schläge verschluckt werden. Das kann beim Spielen von Grooves mitunter lästig sein. Die Hi-Hat Open/Close-Funktion wird per Anschlagdynamik gesteuert (leichter Anschlag – closed sound, starker Anschlag – open sound), was in der Praxis gut funktioniert. Etwas authentischer fühlt es sich natürlich mit einem Hi-Hat-Controller an. Also schließe ich meinen Alesis DM Hat Controller an und kann jetzt ganz herkömmlich per Fußpedal den Sound variieren. Zwischenstufen gibt es allerdings nicht, nur offen und geschlossen. 

Millenium NonaPad
Das Millenium NonaPad bietet neun Schlagflächen auf kleinstem Raum.

Bevor ich auf die Bedienung und die technischen Features eingehe, hören wir uns zunächst an, wie das NonaPad klingt. Es folgen Aufnahmen von einigen der 30 Preset Kits:

Audio Samples
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Rock Kit Studio Rock Venue Kit All Percussion Percussion Breakbeat E-Gam

Weitere Drumkits und grundlegende Funktionen des NonaPad zeigt das folgende Video:

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Seht hier unser Video zum Testbericht:

Wenig Tiefgang bei den Sounds

Die Soundqualität des NonaPad ist angesichts des günstigen Preises akzeptabel, bietet aber nur wenige klangliche Abstufungen. So begnügen sich viele der über 600 Preset Sounds mit nur einem einzigen Sample, was bedeutet, dass Attack und Klangfarbe bei unterschiedlich lauten Anschlägen unverändert bleiben. Dementsprechend „nüchtern“ klingen viele der Sounds dann auch.

Die zuschaltbaren Effekte (Reverb und EQ) ermöglichen zumindest ein wenig Variationsmöglichkeiten, allerdings fällt mir auf, dass das Einschalten der Limiter-Funktion keine Wirkung zeigt.

Für das Zusammenspiel mit anderen Instrumenten spielt die Latenz eine bedeutende Rolle. Dieser Wert zeigt die Verzögerung zwischen dem Padanschlag und dem ausgegebenem Sound an und liegt beim NonaPad bei nur drei Millisekunden, was beim Spielen nicht spürbar ist.

Grafische Darstellung der Latenz: oben Anschlag Pad, unten ausgelöster Sound.
Grafische Darstellung der Latenz: oben Anschlag Pad, unten ausgelöster Sound.

Gewöhnungsbedürftige Bedienung

Im Praxiseinsatz erweist sich die Menüführung des NonaPad als recht gewöhnungsbedürftig: In Listendarstellungen wird teilweise mit den Up/Down-Tasten navigiert, in anderen Fällen mit der Select-Taste. Zudem werden nach jedem Drücken der OK-Taste die jeweils aktuellen Einstellungen gespeichert. Save- und Exit-Tasten sind nicht vorhanden. Beim Auswählen eines Sounds mit dem Jogwheel muss man sich immer durch die gesamte Liste von 608 Sounds arbeiten, denn eine Unterteilung in Unterkategorien wie Bassdrums, Snares, Cymbals usw. gibt es nicht. Der Vorgang wird zusätzlich erschwert durch die Tatsache, dass das Jogwheel keine Fingermulde besitzt.

Die Record-Funktion ermöglicht das Aufnehmen und Loopen von Patterns, welches ich im Video demonstriere. Dabei fällt allerdings auf, dass die Wiedergabe deutlich leiser ist als die Einspielung. Da aber Live Looping, also nahtlose Übergänge zwischen Aufnahme und Wiedergabe, mit dem NonaPad ohnehin nicht möglich ist, fällt dieses Manko nicht so sehr ins Gewicht.

Editierung mit dem Wave Manager

Der Wave Manager ist an sich eine tolle Idee, da die Möglichkeit, den Pads Sounds per „Drag & Drop“ zuzuordnen, die Editierung deutlich vereinfacht. Allerdings gibt es auch einen Haken: Im Falle, dass man ein User Kit zusammenstellen möchte, will man natürlich hören, wie die Sounds innerhalb des Kits miteinander harmonieren. Leider bezieht sich die Pre-Listening-Funktion im Wave Manager aber ausschließlich auf die User Samples. Möchte man Klänge aus den Preset Sounds nutzen, so muss man diese am Nonapad vorhören, sie dann im Wave Manager auswählen und den entsprechenden Pads zuordnen. 

Einsatz des NonaPad als MIDI-Controller 

Vermutlich werden viele NonaPad-User das Gerät als reinen MIDI-Controller nutzen, um externe VST-Sounds im Rechner zu triggern. Neben den Notennummern überträgt das NonaPad noch die Velocitywerte. Nachdem ich mein Macbook Pro M1 mittels USB-Kabel mit dem Pad verbunden habe, stelle ich fest, dass es vom Rechner nicht erkannt wird. Also schnappe ich mir mein iRig MIDI Interface und probiere es anstelle des USB-Anschlusses über die MIDI-OUT-Buchse. Hier wird das NonaPad sofort erkannt und funktioniert sowohl mit Ableton Live als auch mit Garage Band einwandfrei. Nach meinen Recherchen ist dies offenbar ein bekanntes Problem mit MacOS Monterey und somit nicht dem NonaPad anzulasten. Tatsächlich funktioniert die USB-Verbindung mit meinem iPad Mini auch ohne Probleme. Zu beachten ist übrigens, dass das Layering beim Ansteuern externer Geräte über MIDI nicht möglich ist, was bedeutet, dass in dieser Konstellation jedes Pad nur einen Sound triggern kann.

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