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MAAT Dynamic Range Meter MkII Test

Friedemann Tischmeyer widmet sich mit dem neusten Produkt seiner Firma MAAT einem seiner schon lange gehegten Steckenpferde, der Messung und Anzeige von Spitzenpegel, Lautheit und insbesondere Dynamik.

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Durch neue, internationale Standards, welche vor allem das Ziel haben, den sogenannten Loudness War endgültig zu beenden, ist es notwendig geworden, auch die Werkzeuge zur Messung von Lautheit und Dynamik neu zu gestalten. Genau hier setzt MAAT mit dem Dynamic Range Meter MkII an.
Heutige DAWs bieten zumindest eine Spitzenpegelanzeige. Die meisten können auch die Lautheit anzeigen. Präzision und Flexibilität lassen allerdings oft zu wünschen übrig. Darüber hinaus gibt es sowohl Hardwarelösungen als auch Softwarelösungen um die verschiedensten Werte zu messen und anzuzeigen. Beispielhaft seien hier die Geräte von RTW, wie das TM-3 Primus und MM3 sowie das Clarity M von TC Electronic genannt. Natürlich darf hier auch die Software Pinguin Audio Meter PG-AMM-Stereo () nicht vergessen werden.
Das DRMeter MkII ist die jüngste Weiterentwicklung des TT Dynamic Range Meters, welches Friedemann Tischmeyer bereits vor fast 10 Jahren unter dem Label der Pleasurize Music Foundation herausbrachte. Im Vergleich zu diesem besitzt das MAAT DRMeter MkII einen wesentlich größeren Funktionsumfang und mehr Anpassungsmöglichkeiten.

Details

Allgemeines

Die gleichzeitige Anzeige von relativen und absoluten Werten für Spitzenpegel, Dynamik und Lautheit und die Anordnung der Balkenanzeigen hat sich seit dem TT Dynamic Range Meter nicht verändert. Allerdings können heute die Skalierung und die Thresholds an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden. Hinzugekommen ist außerdem die Anzeige der integrierten Dynamic Range (DRi).

Der Messwert Dynamic Range (DR)

Das DR-System wurde seinerzeit von Friedemann Tischmeyer als Vergleichswert für Dynamik entwickelt. Bis dahin wurden zur Beurteilung eines Musikstückes überwiegend Spitzenwert und Lautheit, gemessen in dB/RMS, genutzt. Ein höherer DRi Wert bedeutet dabei mehr „Restdynamik“, welche im Loudness War oft vernachlässigt wurde, was zu teilweise erschreckenden Ergebnissen führte.
Die Vorteile des DR-Systems liegen darin, dass es zum einen für die Beurteilung von Musik entwickelt wurde, während LRA hauptsächlich für die Messung von Sendeton im Fernsehen gedacht war. Zum anderen kann insbesondere die integrierte Dynamic Range (DRi) Auskunft über ganze Musikstücke oder auch Teile von Musikstücken geben, wobei die Werte eher das wiedergeben, was wir auch hören.

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Das MAAT Dynamic Range Meter MkII zeigt, wie bereits das TT Dynamic Range Meter, drei Balkenanzeigen. Von außen nach innen werden True Peak, Lautheit und Dynamik gleichzeitig angezeigt.
Das DRM MkII besitzt neben den Balkenanzeigen zwei Skalen. Die äußere, absolute Skala zeigt bis +3 dB an. Der niedrigste Wert kann in den Voreinstellungen auf -30 dB oder -48 dB gesetzt werden. Zusätzlich bietet das Plug-in von MAAT eine relative Skala, welche von -12 dB bis +9 dB reicht und deren Nullpunkt der eingestellten Target Loudness entspricht. Dieser kann auch direkt mit der Maus verschoben werden.
Unter der mittleren Balkenanzeige wird nach Beenden der Wiedergabe der gerundete, integrierte Dynamikumfang der zuletzt abgespielten Passage angezeigt. Dies funktioniert sowohl mit Teilen von Musikstücken als auch mit kompletten Musikstücken.

Fotostrecke: 2 Bilder Nach Beenden der Wiedergabe wird hier der integrierte Dynamikumfang als gerundeter Wert angezeigt.

Bedienelemente

Mit Hilfe der Buttons L-Mode und D-Mode auf der Vorderseite wird ausgewählt, wie Lautheit beziehungsweise Dynamik gemessen und angezeigt werden. Die Lautheit kann klassisch als RMS, als momentane oder als kurzzeitige Lautheit dargestellt werden. Für die Dynamik stehen MAATs Dynamic Range (DR), Peak to Short Term Loudness Ratio (PSR) und EBU Loudness Range (LRA) zur Auswahl.
Der Button MFiT steht für „Mastered for iTunes“ und schaltet mit einem Klick der linken Maustaste Apples AAC Codec in den Messweg des Plug-ins, sodass alle Messwerte optimiert für dieses Zielmedium angezeigt werden. Ein Rechtsklick auf diesen Button schaltet den AAC Codec in den Audioweg, wodurch wir auch akustisch kontrollieren können, wie unser Master bei iTunes klingen wird.

Voreinstellungen

Die Voreinstellungen des DR Meter MkII verstecken sich hinter dem MAAT-Logo im oberen Viertel des Plug-in-Fensters. Hier können die Skalierung, die Thresholds, die Ziellautheit sowie die Größe des Plug-in-Fensters gewählt werden.

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Zusätzlich zu 17 mitgelieferten Presets kann der User seine individuellen Einstellungen für jeden Einsatzzweck abspeichern und jederzeit wieder aufrufen.

Fotostrecke: 3 Bilder Durch Presets kann das DRMeter MkII an alle Anwendungen angepasst werden. Eigene Einstellungen können ebenfalls als Presets gespeichert werden.

Kompatibilität

Das MAAT Dynamic Range Meter MkII arbeitet in 32- und 64-Bit-Umgebungen als AAX für ProTools ab Version 10.3.10, als Audio Unit auf Apple Computer sowie als VST2 und VST3 auf Apple und Windows-Rechnern. Voraussetzung ist MacOS X ab Version 10.8 oder Windows ab Version 7.
Das DRM MkII kann mit Samplingraten von 44.1 kHz bis 384 kHz eingesetzt werden, wobei die MFiT Funktion mit höchstens 96 kHz arbeitet.

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