M-Audio BX8 D2 Test

Praxis
Wie gewohnt richte ich Nahfeldmonitore dieses Kalibers im 1m großen Stereo-Dreieck in meiner ca. 40 qm großen Regie auf. Das bedeutet, dass ich von jedem Speaker ca. einen Meter entfernt sitze und die Speaker auch untereinander in einem Abstand von einem Meter platziert sind. Das Anschließen war schnell erledigt, und einzustellen gab es hier ja abgesehen von der Lautstärke auch nichts. Noch kurz die Boxen kreisförmig leicht einrücken, fertig!
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Ich wage mich an die ersten Tracks und kann den Speakern sofort einen runden, ausgewogenen und überwiegend neutralen Gesamtklang attestieren, der dennoch durch eine leichte Brise HiFi-Charakter ohne harte Höhen angenehm „nicht auffällt“. Die Mitten werden dadurch zwar leicht unterbetont, am Ende ist das aber vor allem Geschmackssache. Die Höhen sind nicht durchgängig angehoben, wodurch zwar auf einer Seite etwas Brillanz verloren geht, die Speaker andererseits aber auch nicht anstrengend bzw. nervig klingen lassen, sondern „schön schmatzigen“ Spass bringen. Im weiteren Hörverlauf und mit ein bisschen Eingewöhnung konnte ich außerdem feststellen, dass sich das Ortungsverhalten im guten Durchschnitt bewegt und selbst die Räumlichkeit im brauchbaren Bereich liegt. 

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Auf jeden Fall macht sich aber auch die Größe des Gehäuses und des Woofers im Bassbereich bemerkbar. Vor allem im mittleren Leistungsbereich kommen die Bässe schön stramm, tief und präzise rüber, die Endstufen bieten hier genügend Leistungsreserven. Im oberen Leistungsbereich fehlt es den Endstufen dann jedoch an Dampf und der Speaker komprimiert stark, vor allem bei starker Bass-Belastung fällt das auf. Außerdem treten Gehäuseresonanzen deutlicher auf, bei Techno der Marke Jens Zimmermann kann das Flattern am Bassport schon als kreatives Gestaltungselement verstanden werden. Die Überlastsicherungen schalten jedoch auch hier erst recht spät ab.
Aber so laut hört man am Ende auf Grund der lieben Nachbarn und der Liebe zum eigenen Hörorgan aber auch wieder nicht ab, oder etwa doch…!? Im Großen und Ganzen handelt es sich hier also um eine ehrliche Box, die ohne großartiges „Brimborium“ mit satter Leistung und ruhmreicher Größe überzeugen kann. Somit bleibt genügend Restbudget für amtliche Stative und Akustikmaßnahmen, die klanglich mehr ausmachen, als der mentale Kauf doppelt so teurer Boxen. 
Sollte jedoch Platz (Raum unter 15 qm) und Budget beschränkt sein, kann man sich eventuell gleich mit der nächst-kleineren Version namens BX5 D2 anfreunden. Diese reicht locker aus, kleinere Home-Studios adäquat zu beschallen, welche mit einer zu großen BX8 unter Umständen Bass-mäßig sowieso überfordert wären. Und da es hier ja wie gesagt keine Filter zum Absenken gibt, hat man dann eventuell ein Problem dazubekommen, anstatt eines zu lösen.
Schade ist aber noch das Fehlen von „Auto-Stand-By“ oder dergleichen, vor allem weil sich der Netzschalter ja auf der Rückseite befindet. Für etwas Komfort und grüne Karma-Punkte sollte man also den Kauf einer Master-Slave-Steckdose erwägen, welche zum Beispiel beim Ausschalten des Computers die Speaker mit ausschaltet und so hilft, Strom zu sparen.

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