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LP 14“ Wood Tapa Birch Test

Tapas kennen die meisten wohl als kleine, leckere Spezereien aus dem Urlaub oder vom Spanier um die Ecke. Beim Cajon ist mit Tapa jedoch die Spielfläche gemeint. Mit der 14“ Wood Tapa aus Birkenschichtholz bringt LP nun eine innovative Spielfläche aus Holz auf den Markt, die auf alle 14“ Snaredrums passen soll. Ein Modell ist für Snares mit acht Stimmschrauben ausgelegt, eins für Snares mit Zehnerteilung. Letzteres haben wir von Gewa für diesen Test erhalten.

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Ein Snaredrum-Fell aus Holz – das klingt erstmal komisch und ist auch sicherlich nichts für die alltägliche Nutzung, insbesondere da, wie auch beim Cajon, das Spielen mit Sticks auf der hölzernen Oberfläche tabu ist. Dafür lässt sich die Tapa mit fast allem anderen bearbeiten, also etwa mit Händen, Mallets oder Besen… und genau das hat sie sich in diesem Testlauf gefallen lassen müssen.

Details & Praxis

Die 14“ Wood Tapa Birch besteht, wie der Name bereits verrät, aus Birkenschichtholz. Mit insgesamt 15 Lagen bringt sie es auf 21 Millimeter Höhe und einen Gesamtdurchmesser von 41,2 Zentimetern. Ihr Aufbau besteht aus einem 25 Millimeter breiten und 18 Millimeter hohen Reifen, auf den die drei Millimeter dicke Spielfläche geleimt und um die Schraubenlöcher herum zusätzlich geschraubt ist. 

Fotostrecke: 5 Bilder LP’s neue 14“ Wood Tapa Birch ist quasi ein Holzfell für Snaredrums.
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Leichter als ein Fellwechsel

Die Wood Tapa auf die Snare zu schrauben, macht weniger Mühe als ein Fellwechsel: Schrauben lösen und beiseite legen, Fell und Spannreifen entfernen, Tapa auflegen, Schrauben einfädeln und über Kreuz und mit Vorsicht gleichmäßig fingerfest anziehen – fertig. Der Stimmprozess entfällt komplett, da es nur darum geht, die Spielfläche zu fixieren, ohne dass die Schrauben Spiel haben. Für diesen Test habe ich eine 14“ x 6,5“ Ludwig Supraphonic ausgewählt und mir als Minimalset noch ein Cajon mit Pedal, eine Hi-Hat und ein Crash-Ride dazu gestellt. Da der Hebel der Ludwig-Abhebung relativ weit nach oben reicht, klappt er nicht ganz in die aufrechte Stellung, sondern bleibt an der Tapa hängen, deren Rand weiter übersteht als ein normaler Spannreifen (seitlich 25 mm und nach unten 18 mm, um genau zu sein). Er bleibt dennoch während des gesamten Tests in Position, doch bei anderen Snares mag das anders aussehen. Hier könnte LP mit einer kleinen Ausfräsung nachbessern, die mehr Spiel für den Abhebemechanismus lässt.

Fotostrecke: 4 Bilder Zur Montage wird die Tapa statt Fell und Spannreifen auf den Kessel aufgelegt.
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Breite 80er Snaresounds

Mir gefällt auf Anhieb der Sound, den die Wood Tapa meiner Snare entlockt. Er erinnert mich an eine Mischung aus Achtziger-Balladen und Elektro-Snares: trocken, tief und mit breitem Teppichklang, der sich durch Justage an der Abhebung auch noch verändern lässt. Die Lautstärke ist einem normalen Fell gegenüber deutlich reduziert und der Ton warm und weniger aufdringlich. Dazu reagieren die Snarespiralen höchst sensibel und sprechen schon bei leisesten Schlägen an. Durch die angeraute Oberfläche lassen sich auch Besenwischer hören und effektiv einsetzen. Nach einer Weile des Spielens bemerke ich jedoch einen feinen Staub auf dem Ridebecken der wohl vom sich lösenden „Coating“ kommt. Mit der Zeit wird die Spielfläche nämlich im Spielbereich immer glatter. Bis zum Ende des Tests blieb noch genug Rauheit für die Besen übrig, aber vermutlich wird die Tapa – wie ein reguläres Fell auch – nach einer gewissen Zeit spiegelglatt gespielt sein.
Hier hört ihr die 14“ Wood Tapa mit verschiedenen Besen:

Audio Samples
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Ed Thipgen Nylon Brush (weiche Nylonborsten) Fat Cat Nylon Besen (harte Borsten) Raw Percussion Crispy Fan (Strohbesen) Classic Brush (Metall-Jazzbesen) Classic Brush und Hand
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Ohne Teppich

Mit abgeschaltetem Snareteppich lassen sich der Wood Tapa insbesondere mit Mallets und bloßen Händen holzige Bongo- und Congasounds entlocken. Hierbei fällt auf, dass Schläge am Rand der Tapa auf sechs und zwölf Uhr etwas höher klingen als auf drei und neun Uhr – wenn die Tapa so ausgerichtet ist, dass die Faserrichtung senkrecht von sechs nach zwölf Uhr verläuft. Dieser Effekt lässt sich in Grooves natürlich bewusst und kreativ prima einsetzen.

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Snares off, weiche Mallets Snares Off, Hände
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