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Klevgrand Slammer Test

Slammer ist ein neues Plugin der schwedischen Software-Schmiede Klevgrand, das verschiedene Drum- und Percussion-Sounds bereitstellt. Zugegeben, das wirkt auf den ersten Blick nicht sonderlich progressiv. Allerdings hat unser Testder Klevgrand Plugins Ting und Skakagezeigt, dass auch scheinbare Brot-und-Butter-Plugins der Schweden ganz schön inspirierend und nützlich sein können.

Klevgrand_Slammer_B01_Test


Wie die soeben genannten VIs lässt sich Slammer in Windows-, macOS- und iOS-DAWs verwenden. Doch Obacht: Bei Letzterem lässt sich Slammer tatsächlich nur auf dem iPad als AUv3-Plugin, nicht standalone integrieren! Zu welchen Erkenntnissen wir sonst noch gelangt sind und wie Slammer eigentlich klingt, erfahrt ihr jetzt.

Konzept und Features

Mit einem Sample-Instrument, das über verschiedene Drum- und Percussion-Sounds verfügt, hat der schwedische Hersteller mit Sicherheit das Rad nicht neu erfunden. Die Besonderheit von Slammer, das quasi eine stilistische Ergänzung des erst kürzlich getesteten Plugins Ting darstellt, besteht eher in der Umsetzung und den inspirierenden Zutaten. So liefert das äußerst zugängliche GUI irgendwie genau das richtige Maß an Zugriffsmöglichkeiten und einen bemerkenswert lebendigen Sound, der auf großzügigen Velocity-Layers und Round-Robin-Samples basiert.
Der Sample Pool besteht aus gerade einmal 30 Instrumente, umfasst laut Hersteller über 2000 Samples und ermöglicht damit ein bemerkenswert organisches Spielen/Programming. Je Plugin-Instanz stehen 12 Instrumente zur Verfügung, die in elementaren Parametern (siehe Abbildung) editierbar sind. Der Reverb-Anteil sowie die Signalbeeinflussung durch den „Dirt-Effekt“ (Distortion + Kompressor) sind jeweils separat regelbar. Zur Entzerrung des summierten Signals steht abschließend ein 3-Band-EQ zur Verfügung.

Fotostrecke: 3 Bilder Die Instrument Settings ermöglichen je Slot die Auswahl eines gesampelten Instruments sowie die abgebildeten Editiermöglichkeiten zum musikalischen und tontechnischen Feinschliff.
Fotostrecke

Sound(s) und Einsatzmöglichkeiten

In einer Zeit, in der wahrscheinlich jedem Rookie und Hobbymusiker bereits unzählige Drum-Samples in der eigenen DAW zur Verfügung stehen, muss man schon eine Nische finden, um irgendwie daseinsberechtigt zu sein. Für mein Empfinden ist dies Klevgrand sehr gut gelungen. Wie auch beim Ting-Plugin geht das Kreieren eines organischen Grooves leichter von der Hand als mit vielen mir bekannten (sample-basierten) Instrumenten anderer Hersteller.
Der Sample Pool von Slammer besteht neben einigen ungewöhnlichen Sounds (z. B. Eimer, Eimergriff) größtenteils aus Aufnahmen eines klassischen Drum Kits, die sich dank der beiden Effektmodule (Reverb, Dirt) einfach und effektiv von zart bis hart verformen lassen. Zudem besitzen alle Samples einen kurzen aber prägenden Raumanteil (Stereo) – auch ohne die Verwendung des internen Reverb-Effekts. Ob es sich tatsächlich um Stereoaufnahmen oder möglicherweise Impulsantworten unter der Haube handelt, wird vom Hersteller nicht kommuniziert, die Basis-Samples klingen jedenfalls schon sehr lebendig und „musikalisch“. Genug getextet, hören wir doch einfach mal rein … 

Fotostrecke: 3 Bilder Slammer verfügt über sechs Reverbs mit regelbarem Decay.
Fotostrecke
Audio Samples
0:00
01 – Drum Kit 01 02 – Drum Kit 02 03 – Drum Kit 03 04 – Groove / No FX 05 – Groove / FX (Reverb / Natural Room) 06 – Groove / FX (Dirt Distortion Mid+)

Fazit

Slammer von Klevgrand bietet lebendige und ästhetisch gut formbare Sounds zum kleinen Preis und ist eine tolle Ergänzung zu DAW-internen Sample-Libraries. Das Einführungsangebot gilt übrigens bis zum 03.05.2021. Zu kritisieren gibt es lediglich die fehlende Skalierbarkeit, die auf kompakten Laptops unter Umständen etwas unpraktisch sein könnte, sowie eine (subjektiv) fehlende Standalone-Variante der iOS-App, um unabhängig von einer iPad-DAW jammen oder an den Sounds schrauben zu können. Insgesamt betrachtet ist Slammer eine inspirierende Bereicherung für jede DAW und lässt sich in vielen Musikstilen einsetzen.
Hier geht es zum Hersteller und hier zum AppStore

Pro
  • lebendiger Sound und hervorragende Klangqualität
  • Round Robin
  • üppige Velocity Layers
  • sympathisches und gut bedienbares GUI
  • preiswert
CONTRA
  • GUI nicht skalierbar
  • iOS-App nur als AUv3
Features
  • virtuelles Drum-Instrument
  • 12 Slots für Instrumente
  • 30 Instrumente: Bass Drum (Mallet, Wooden Stick), Bucket, Bucket Handle, Crowbar (Metal Stick, Wooden Stick), Cymbal,
  • Muted Cymbal (Mallet, Wooden Stick), Broken Cymbal, Metal Pipe (Mallet, Wooden Stick), Showel (Mallet, Metal Stick, Wooden Stick), Snare Rimshot, Snare Side, Snare (Mallet, Wooden Stick), Tray On Snare, Teflon Tray (Mallet, Hand), Tom Rim, Tom Side, Tom (Hand, Mallet, Wooden Stick), Tom Damped, Wood Knob (1, 2)
  • umfangreiche Velocity-Layers und Round-Robin,
  • Reverb- und Dirt-FX
  • Tone (3-Band-EQ)
  • VST3, AU, AAX, iOS (AUv3)
  • Systemvoraussetzungen: Windows 7+, macOS 10.10+, iOS 9.1+ (nur iPad)
Preis:
  • macOS/Windows 24,99/ 39,99 USD (Einführungspreis/regulär) per Download
  • iPad 9,99/15,99 USD (Einführungspreis/regulär) im iTunes App Store

Unser Fazit:

Sternbewertung 4,0 / 5

Pro

  • lebendiger Sound und hervorragende Klangqualität
  • Round Robin
  • üppige Velocity Layers
  • sympathisches und gut bedienbares GUI
  • preiswert

Contra

  • GUI nicht skalierbar
  • iOS-App nur als AUv3
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von Peter Könemann

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