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Icon Martian Test


Das Icon Martian in diesem Test ist nicht das erste Kondensatormikrofon des Herstellers. In Lettland – keinem unbedeutenden Land in der Kunst des Mikrofonbaus! – wird auch das Icon Cocoon gertigt.
Und weil es in Lettland offensichtlich gesetzlich verboten oder zumindest gesellschaftlich verpönt ist, “normale” Mikrofone herzustellen, kommt auch das Icon Martian mit ausgefallener Optik. 

Marsmensch Mikrofon
Mouse On Mars: Dieses Kondensatormikrofon sieht außergewöhnlich aus. 

Das kleine Marsmännchen ist ein Großmembran-Kondensatormikrofon, das sich neben dem skurrilen Aussehen in einem wesentlichen Punkt vom Cocoon unterscheidet: dem Sound.

Icon Martian: Details und Praxis 

Andere Werte als das Cocoon – vor allem einer

Genau genommen weisen auch die technischen Daten Abweichungen auf. So ist der Feldleerlauf-Übertragungsfaktor des Icon Martian mit 22 mV/Pa etwas höher, dadurch auch minimal das Eigenrauschen. Ein weiterer “Wert” lässt aufhorchen, denn auch der Preis des Martian ist höher als der des Cocoon! Die Kondensatorkapsel ist aber rand- statt mittenkontaktiert, weist jedoch ebenfalls feste Nierencharakteristik auf. Auch gibt es weder Pad noch Filter am Martian.

runder Mikrofonkorb
Fotostrecke: 6 Bilder “Miep-miep!” “Trüüt-Bloing?” – Das süße Mikro versteht ALLE Sprachen!
Fotostrecke

Visier, Augen und Ohren

Viel Aufwand ist auch beim Icon Martian in die Gestaltung der Hardware gegangen. Das ist angesichts der auf dem Rundkorb angebrachten “Augen” unübersehbar. Dieser Schluss erstreckt sich aber auch auf die elastische Halterung, denin der vertikalen Achse weit drehbaren Kopf und den aufwändig speziell für dieses Mikrofon hergestellten Poppschutz aus Metall. Dieser lässt sich wie ein Visier hochklappen und war wohl mit für die Namensgebung verantwortlich. Unweigerlich kommen mir jetzt weitere Assoziationen im Zusammenhang mit diesem Mikrofon aus dem Baltikum und einem Duo aus NRW: Mouse On Mars? Wie auch schon beim Cocoon, kommt auch beim Icon Martian eine ausgefuchste und praktische Verpackung zum Einsatz. Damit ist das Mikrofon auch im Mikrofonschrank gut geschützt – und so schnell zu erblicken wie auf einem Mikrofonständer. 

Hält das Kugelgelenk?

Auf besagtem Mikrofonstativ kann das extraterrestrische Mikro im Test zeigen, wie es klingt. Beim Aufbau stellt sich mir die gleiche Frage: Ob das Kugelgelenk der elastischen Aufhängung wohl Jahre oder gar Jahrzehnte halten wird? Ausrichten lässt sich das Mikrofon durch den beweglichen Kopf ganz hervorragend, was bei der Abnahme von Instrumenten natürlich vorteilhaft ist. 

Kugelgelenk
Kugelgelenk der Mikrofonspinne

Vintage? Ja!

Auf den ersten Blick erscheint der Klang des Icon Martian etwas muffig. Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass das Kondensatormikrofon für die Arbeit in der Marsatmosphäre optimiert wurde. Man ist ja geneigt, brilliante Mikrofone zu bevorzugen, wenngleich diese Eigenschaft im Mix oft nicht benötigt werden. Vergleicht man das Cocoon oder sogar das deutlich preiswertere the t.bone SC1200 mit dem Testobjekt mit diesem Hintergedanken, fällt auf, dass das Martian etwas mehr “Fleisch” liefert, in den tiefen aber dennoch klar und kantig agiert. Der stärkere Höhenabfall stellt das Mikrofon etwas in die Vintage-Ecke. Dazu trägt auch die merkliche “Haarigkeit” des Signals bei, also ein etwas angereicherter und leicht dichter Klang. Dennoch bleibt das Mikrofon detailreich und dynamisch. 

Audio Samples
0:00
Icon Martian, 10 cm Icon Martian, 30 cm, 0 Grad Icon Martian, 30 cm, 45 Grad Icon Martian, 30 cm, 90 Grad Icon Cocoon, 30 cm the t.bone SC1200, 30 cm Blue Ember, 30 cm

Eine kleine Kante im Frequenzgang war mir ursprünglich gar nicht der Rede wert, doch man hört sie! Im Bereich der 5 kHz und mit einem leichten kleinen Phasenklingeln entsteht ein Klangbild, das man durchaus bei vielen älteren Großmembranern finden kann. Das kann im Mix durchaus passen!

lustiges Mikrofon-Design
Sieht nicht unbedingt retro aus, sondern eher “futuro”: Icon Martian.

Icon Martian Test: Fazit

Mit dem Icon Martian ist ein weiteres Mikrofon mit einem besonderen Look erhältlich. Wer sich nach einem auffälligen Teil mit Vintage-Anleihen umsieht, sollte auch das Martian in Erwägung ziehen. Die Klangqualität ist durchweg gut, bei Vocal- und Sprachaufnahmen sollte ber bedacht werden, dass der Kugelkopf sehr poppempfindlich ist ind uch er Poppschutz – so stylish er auch sein möge – nicht voll überzeugen konnte. Schade auch, dass das Mikrofon teurer ist als das Cocoon.

keine Mouse: Icon Martian Mikrofon
  • Richtcharakteristik: Niere
  • maximaler Schalldruckpegel: 134 dB SPL (0,5% THD+N)
  • Feldleerlauf-Übertragungsfaktor: 33 mV/Pa
  • Eigenrauschen: 10,5 dB(A)
  • Frequenzgang: 20 Hz – 20 kHz
  • Ausgangsimpedanz: 50 Ohm
  • Lieferumfang: Mikrofon, elastische Halterung, Metall-Poppschutz
  • hergestellt in: Lettland
  • Website des Herstellers: www.iconproaudio.com
  • Preis: € 759,– (Straßenpreis am 29.8.2022)
Unser Fazit:
Sternbewertung 4,0 / 5
Pro
  • festes Klangbild mit viel “Schub”
  • trotz Vintage-Touch detailliert und dynamisch
  • Mikrofon mit selbstbewusstem Look
Contra
  • poppanfällig, Poppschutz schön, aber nicht sehr effektiv
  • teurer als Cocoon
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Icon Martian Test
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von Nick Mavridis

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