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Ibanez AT100CL – Andy Timmons Signature Test

DER KORPUS
Dass die Konstrukteure der Andy Timmons Gitarre schon einmal Kontakt mit einer Stratocaster gehabt haben müssen, ist kaum von der Hand zu weisen. Das klassische Design wurde hier in leicht abgewandelter Form übernommen, wobei die Cutaways länger und spitzer ausgefallen sind als beim klassischen Vorbild. Gleichzeitig wirkt der Korpus etwas grober, da das Shaping insgesamt eckiger und griffiger daherkommt. In Sachen Tonhölzer setzt man auf Erle, einem beliebten Klangholz, das sehr oft im E-Gitarrenbau verwendet wird. Es liefert einen mittenbetonten und obertonreichen Klang, der sich in der Regel gut im Bandgefüge durchsetzt. Nebenbei ist Erle übrigens erste Wahl für den Bau von Fendergitarren.

Die Elektronik ist unter dem Schlagbrett montiert, das zu Reparaturzwecken abgeschraubt werden kann, nachdem die Saiten entfernt wurden. Zum Einsatz kommen hier in einer flexiblen Kombination Singlecoils in der Mittel- und Halsposition sowie ein stämmiger Humbucker am Steg. Dieser ist ein Andy Timmons Modell mit der Bezeichnung AT-1, der mit einem mittleren Output für sahnige Leadsounds sorgen soll. Die beiden Singlecoils sind ebenfalls Doppelspuler, wurden jedoch auf Singlecoil-Sound getrimmt. Sie besitzen zwei nebeneinander platzierte durchgehende Magnetstreifen, ähnlich der alten Bill Lawrence Pickups aus den Siebzigern. Damit garantieren sie ein stabileres Klangbild und mehr Output als ein gewöhnlicher Stratpickup und empfehlen sich eher für beinharten Rock als etwa für Surfmusik.

Das Tremolo ist eine von Gotoh in Lizenz hergestellte Wilkinson-Bridge, die mit gebogenen Blechreitern bestückt ist – die hervorragende Version eines Vintage-Tremolos mit erstklassigen Klangeigenschaften. Mir sind Wilkinson-Tremolos übrigens zum ersten Mal bei Tylergitarren aufgefallen, wo sie ebenfalls einen grandiosen Job verrichten. Rückseitig finden sich zwei Abdeckungen für die Federkammer des Tremolosystems und ein Zugang zur Klinkenbuchse, die auf anderem Weg nicht verlötet werden kann. Der transparent lackierte Body lässt die Maserung des Holzes deutlich erkennen und verleiht der Gitarre einen leicht edlen Charakter. Der Hals ist mit vier einzeln eingefassten Schrauben bombenfest mit dem Korpus verbunden, wobei der Übergang in Höhe des 17. Bundes zwecks besserer Bespielbarkeit leicht abgeschrägt wurde. So spielt man ohne Probleme bis in die höchsten Lagen.

DER HALS
Der naturbelassene Ahornhals besitzt ein sogenanntes D-Shape, ist also rückseitig wie ein D geformt. Dies entspricht dem Ideal einer 57er Stratocaster, die ebenso wie unsere Testgitarre einen Erlenbody und einen D-Shape Ahornhals besitzt. Auch die Mensur orientiert sich mit 648 mm am berühmten Vorbild. Sieht man genauer hin, erkennt man das aufgeleimte Ahorngriffbrett, das für einen etwas stabileren Twäng und eine obertonreichere Klangstruktur sorgen soll. Die 22 Jumbobünde sind perfekt eingesetzt und abgerichtet. Dank des flachen Griffbrettradius gestaltet sich das Saitenziehen und die gesamte Bespielbarkeit flüssig und angenehm.

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