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Hammond XK-3c Test

PRAXIS
Sound
Fett und klar klingt sie, druckvoll und äußerst authentisch. Ich finde, Rock und Jazz sind ihr auf den Leib geschrieben. Vor allem in den Höhen verhält sie sich sehr bissig, was ihr Durchsetzungsvermögen verleiht. Der Grund dafür liegt meines Erachtens im erweiterten Wertebereich des Tone-Control-Reglers. Der Keyclick schmatzt sehr schön, wirkt bei hohen Parametereinstellungen jedoch etwas aufdringlich und statisch. Die Perkussion klingt nicht künstlich und erhöht durch ihre Sauberkeit das Durchsetzungsvermögen. Auch weil sie bei entsprechenden Tone-Regler- und Overdriveeinstellungen richtig zubeißen kann.Der Verzerrungseffekt profitiert eindeutig von den beiden Röhren und ihren Kombinationsmöglichkeiten. Er klingt weit weniger kratzig als bei rein digitalen Effekten und macht den Orgelsound warm und fett ohne nervig zu klingen. So macht Rocken Spaß! Die Werkseinstellungen des Scannervibratos sind für meinen Geschmack zu unauffällig. Aber Dank der Editiermöglichkeiten kann man hier schnell Abhilfe schaffen. Der Effekt ist klar und weich und „vibriert“ schön ohne jedoch zu eiern. Auch die drei Chorus-Varianten klingen angenehm weich und verleihen dem Sound eine schöne Breite, der durch die Höhenanhebung noch einmal an Authentizität gewinnt.Der Werksrotoreffekt ist mir ebenfalls zu harmlos. Doch durch eine Anpassung des Mikrofonabstandes und der Tiefe des Hochtonhorns gelingen auch hier überzeugende Ergebnisse. Allerdings fehlt auch hier – wie bei allen digitalen Lesliesimulationen – die räumliche Tiefe. Dennoch klingt der Effekt in allen Facetten sehr gut.

Audio Samples
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Tone Control Key Click Percussion Leslie Overdrive Vibrato+Chorus TransSynth

Bedienung
Die Hammond XK-3c ist aufgrund ihrer vielfältigen Möglichkeiten kein Instrument zum Einschalten und Losspielen. In meiner ersten Probe mit dem Instrument mussten sich die Kollegen öfters in Geduld üben, bis ich das Biest für den nächsten Song parat hatte. Auf den ersten Blick scheinen alle wichtigen Orgelparameter im direkten Zugriff zu sein. Aber das Instrument erklärt sich trotz des Displays mit 2x 20 Zeichen, den Menutastern und des Endlospotis zur Werteeingabe nicht von selbst. Wichtige Parameter wie die beiden Modi der Presetumschaltung, Effektkontrolle, Manualzuweisung der Drawbars sind auf den ersten Blick nicht ersichtlich.

Hammond_XK3C_018FIN

Um die Parameterflut zu bändigen muss man sich in das Instrument einarbeiten. Vor allem die kryptischen Displaykürzel verlangen einen Nachschlag im Handbuch, obwohl die Menuführung größtenteils gut durchdacht ist. Danach erscheint die Bedienung und man findet sich gut zurecht, v.a. weil ein Gedrückthalten der Taster das entsprechende Menu direkt aufruft und der wichtigste Parameter selektiert ist.

Ein größeres Display und mehrere Potis zur direkten Änderung mehrerer Parameter würde die Ergonomie v.a. im Live-Einsatz erhöhen. Ebenso würde ich ein Editorprogramm für den Rechner begrüßen, was die Übersicht und das Handling des Instrumentes auch im Studio vereinfachen würde. Allerdings fehlt hier dann wieder die USB-Schnittstelle.

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Profilbild von Klaus Joter

Klaus Joter sagt:

#1 - 26.09.2014 um 17:05 Uhr

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Wie kann man einen solchen Test schreiben und dabei die Güte oder die Zielrichtung der Tastatur völlig außer Acht lassen?

Kommentare vorhanden
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