Hagstrom Nekromant 4 Test

Ein Nekromant beschäftigt sich traditionell mit Totenbeschwörung. Ursprünglich zur Wissensgewinnung gedacht, ist das Thema in der heutigen Popkultur eher als dunkle Magie im Zusammenhang mit Zombies bekannt. Aber wie auch immer, die düsteren Vibes sind klar gesetzt, denn Hagstrom macht bei diesem Modell bereits namentlich unmissverständlich klar, wohin die Reise geht: Der Hagstrom Nekromant richtet sich eindeutig an Fans härterer musikalischer Gefilde, die auf erdig-schwere Sounds stehen. Erhältlich ist der Bass als Vier- und Fünfsaiter in Schwarz, Weiß und Tobacco Sunburst (Linkshänder müssen sich mit der schwarzen Version zufriedengeben). Ob der Hagstrom Nekromant 4 seine düstere Mission auch in der Praxis erfüllt, wie er sich in Sachen Verarbeitung, Spielkomfort und Sound schlägt und für wen sich dieser Bass am Ende wirklich empfiehlt, klären wir im Test.

Hagstrom Nekromant 4
Der Hagstrom Nekromant 4 im ausgiebigen Test
Unser Fazit:
4 / 5
Pro
  • coole Heavy-Optik
  • praxistaugliche aktive und passive Rocksounds
  • tadellose Verarbeitung
  • 1a Werks-Setup
  • fairer Preis
Contra
  • recht hohes Gewicht
  • kopflastig
Artikelbild
Hagstrom Nekromant 4 Test
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Hagstrom Nekromant 4 – das Wichtigste in Kürze

  • 4-Saiter im Thunderbird-Stil
  • Mahagoni-Korpus
  • eingeleimter Mahagonihals mit H-Expander-Halsspannstab
  • Resinator-Griffbrett mit 20 Bünden
  • Hagstrom Gehenna Soapbar Pickups
  • aktive Elektronik mit Volume, Balance, Bässe, Mitten Höhen, Preamp-Gain, aktiv/passiv
  • Hagstrom Custom CNC Steg
  • Hagstrom-Tuner mit Hagstrom-Stairstep-Flügeln

Hagstrom Nekromant 4: Erster Eindruck

Der Nekromant 4 präsentiert sich optisch als ausgesprochen imposanter Bass, der die von Hagstrom anvisierte Zielgruppe ohne Zweifel sofort abholt. Der markante, sehr ausladende Korpus unseres Testinstruments ist in Hochglanz-Schwarz lackiert und wird von einem mehrschichtigen Binding eingefasst, das dem Bass einen edlen Twist verleiht.

Üppige Abrundungen sucht man vergeblich: Die Armauflage ist lediglich dezent abgeflacht; lediglich auf der Rückseite sorgt ein leichtes Shaping dafür, dass die Korpuskante dennoch keine unangenehmen Druckstellen verursacht. Unter der deckenden Lackierung verbirgt sich ein Mahagonikorpus – ein Holz, das nicht ohne Grund für seinen ausgesprochen warmen und runden Grundcharakter geschätzt wird.

Hagstrom Nekromant 4
Fotostrecke: 6 Bilder Egal, von welcher Seite her man den …

Was versteht man unter dem Werkstoff „Resinator“ bei Hagstrom?

Für den eingeleimten Hals des Nekromant 4 greift Hagstrom ebenfalls auf Mahagoni zurück. Das tiefschwarze Griffbrett wirkt auf den ersten Blick wie Ebenholz, tatsächlich kommt hier jedoch Hagstroms hauseigenes Resinator-Material zum Einsatz. Dabei handelt es sich laut Hersteller um einen 50/50-Verbund aus Holz und synthetischem Werkstoff, der sich in Sachen Stabilität und Konsistenz von äußeren Einwirkungen relativ unbeeindruckt zeigen soll. Zur Pflege empfiehlt Hagstrom das gelegentliche Einreiben mit Paraffinöl.

Auf dem Resinator-Griffbrett sitzen 20 Bünde im Medium-Jumbo-Format sowie geschmackvolle Perloid-Block-Inlays. Der Hals ist inklusive Kopfplatte hochglänzend schwarz lackiert, während eine mehrschichtige Einfassung entlang der Kanten für einen stimmigen, durchgängigen Look sorgt und das Design des Nekromant 4 konsequent abrundet.

Hagstrom Nekromant 4
Fotostrecke: 4 Bilder Der Hagstrom Nekromant trägt …

Welche Hardware besitzt der Hagstrom Nekromant 4?

Die groß dimensionierte Kopfplatte ist leicht nach hinten abgewinkelt und beherbergt vier gekapselte Mechaniken mit den für Hagstrom typischen Stairstep-Flügeln. Von dort aus laufen die Saiten über einen Graph-Tech-Sattel zur massiven Hagstrom-Brücke aus Messing, die nicht nur optisch eine deutliche Nähe zur A-Style-Brücke von Hipshot erkennen lässt.

Die Saiten werden komfortabel von hinten eingehängt und liegen auf einzelnen Pfosten auf, die sich zur Anpassung der Saitenabstände seitlich verschieben lassen (ab Werk 19 mm). Damit im Spielbetrieb alles an Ort und Stelle bleibt, werden diese Pfosten per kleiner Inbusschrauben sicher fixiert.

Die Reiter selbst sind wie üblich horizontal und vertikal für Saitenlage und Intonation justierbar. An der modernen, massiv ausgeführten Brücke gibt es insgesamt nichts zu beanstanden – sie arbeitet zuverlässig und vermittelt einen durchweg hochwertigen Eindruck.

Hagstrom Nekromant 4
Fotostrecke: 4 Bilder Blick auf die massive …

Welche Pickups und Elektronik beherbergt der Hagstrom Nekromant 4?

Für die Klangübertragung sind beim Nekromant 4 zwei Humbucker im Soapbar-Format zuständig, die auf den klangvollen Namen „Gehenna“ hören und relativ weit in Richtung Hals positioniert sind – der Fokus auf ein massives Bassfundament ist damit unmissverständlich gesetzt.

Zur Klangformung steht eine aktive Elektronik mit Reglern für Bässe, Mitten und Höhen bereit, ergänzt um die üblichen Volume- und Balance-Potis. Die 9-Volt Batterie für den Preamp sitzt in einem praktischen Klappfach auf der Rückseite des Instruments.

Der Viersaiter lässt sich allerdings auch passiv betreiben, wenngleich dieser Modus eher als Notlösung bei leerer Batterie denn als gleichwertige Klangoption gedacht scheint.

Einen Switch oder Push/Pull-Poti sucht man auf dem Bedienfeld vergeblich: Stattdessen muss der Bass umgedreht und ein kleiner Schiebeschalter im Elektronikfachdeckel mithilfe eines Schraubendrehers oder ähnlichen Werkzeugs betätigt werden. Zusätzlich findet sich dort eine zweite Öffnung, über die ein Trim-Poti zur Anpassung der Preamp-Ausgangslautstärke erreichbar ist – ein Feature, das man in dieser Form tatsächlich nicht alle Tage sieht!

Hagstrom Nekromant 4
Fotostrecke: 5 Bilder Schwarz wie die Nacht sehen die verbauten Soapbar-Pickups aus, …

Was wiegt der Hagstrom Nekromant 4?

Wer mit dem Nekromant 4 lange Proben oder ausgedehnte Gigs bestreiten möchte, sollte besser gut gefrühstückt haben. Unser Testbass bringt stattliche 4,7 kg auf die Waage. Dieses Bassmodell ist nun einmal groß dimensioniert, und Mahagoni zählt bekanntermaßen nicht zu den Leichtgewichten unter den Tonhölzern.

Daher empfehlt sich fraglos ein breiter, gut gepolsterter Gurt, zumal sich zum satten Gesamtgewicht noch eine deutliche Kopflastigkeit gesellt, die vor allem dem nach links versetzten Gurtpin auf Höhe des 16./17. Bundes geschuldet ist. Einzig im Sitzen relativiert sich das Ganze: Hier steht der Hagstrom Nekromant äußerst stabil auf dem rechten Oberschenkel und lässt sich problemlos kontrollieren.

Hagstrom Nekromant 4
Mit fast 5 kg Gewicht gehört unser Testbass nicht gerade in die Federgewichtsklasse.

Hagstrom Nekromant 4: Sehr angenehmer Hals und gutes Werkssetup

Den Hals finde ich für einen Bass dieser Kategorie absolut gelungen: Er ist mit 42 mm nicht allzu schmal, dafür aber relativ flach und liegt sehr komfortabel in der Hand. Durch die Einfassung sind keinerlei Bundenden zu spüren, was der Haptik zusätzlich zugute kommt.

Der Halsrücken wurde – ebenso wie der Korpus – hochglänzend schwarz lackiert. Mich persönlich stört das nicht, auch wenn ich prinzipiell dezentere Finishes mit natürlicherer Haptik bevorzuge.

Ein weiteres Lob geht an das Setup ab Werk: Unser schwarzer Metal-Bass kam mit überraschend flacher Saitenlage bei mir an und lässt sich selbst mit beherztem Anschlag schepperfrei spielen. Das spricht für eine sehr saubere Bundierung, die sich nahtlos in den insgesamt sehr guten Verarbeitungseindruck des Nekromant 4 einreiht.

Hagstrom Nekromant 4
Sehr gute Werkseinstellung: Auf unserem Testbass fühlt man sich augenblicklich wohl!

Wie klingt der Hagstrom Nekromant 4?

Nach dem Blick auf Ergonomie und Spielkomfort bleibt nun die entscheidende Frage: Wie schlägt sich der Hagstrom Nekromant 4 klanglich?

Ob die massive Bauweise und die speziell positionierten Humbucker tatsächlich den versprochenen Sound liefern und wie flexibel sich der Bass im musikalischen Alltag zeigt, klären wir im folgenden Kapitel.

Obwohl der passive Betrieb von Hagstrom offenbar eher als Notlösung gedacht ist, nehmen wir uns den Nekromant 4 zum Einstieg bewusst in diesem Modus vor, da er den unverfälschten Grundsound des Basses zeigt. Mit beiden Pickups zu gleichen Teilen aktiviert, liefert der Hagstrom Nekromant 4 einen mächtigen, leicht mittenausgehöhlten Ton, bei dem vor allem Bässe und Tiefmitten das Klangbild prägen, ohne dabei in Richtung Undifferenziertheit abzudriften.

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Passiv, beide PU

Auch der Stegtonabnehmer liefert im Solobetrieb einen absolut praxisgerechten Sound mit satten Tiefmitten und ausreichend Fundament, was nicht zuletzt seiner vergleichsweise weit von der Brücke entfernten Position geschuldet ist. Entsprechend zeigt sich der Nekromant hier deutlich mittenbetonter und prägnanter als im Parallelbetrieb beider Pickups.

Das Beispiel mit dem Halstonabnehmer habe ich im aktiven Betrieb aufgenommen, allerdings mit neutral eingestelltem EQ. Das Ergebnis ist ein charmanter Ton, der durchaus Assoziationen an den legendären Mudbucker aus dem Hause Gibson weckt, dabei allerdings weder matschig noch konturlos daherkommt.

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Passiv, Bridge-PU Neck-PU, flat EQ
Hagstrom Nekromant 4
Zahlreiche Sounds: Der Hagstrom ist klanglich flexibler, als man annehmen könnte!

Wer mehr Attack hören möchte, kommt um die aktive Elektronik nicht herum und sollte den Höhenregler ruhig großzügig aufdrehen. Der Sound wird dadurch deutlich besser ortbar und gewinnt spürbar an Biss – ein Eingriff, der dem Nekromant hörbar guttut. Die Abstimmung des Höhen-EQs ist ohne Frage gelungen und zählt für mich klar zu den Stärken der aktiven Klangregelung.

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Beide PU, Treble-Boost: 100%

Mit den verbleibenden beiden EQ-Reglern für Bässe und Mitten bin ich etwas vorsichtiger umgegangen, denn der ohnehin schon sehr mächtige Grundsound gerät bei zu großzügigen Bassanhebungen schnell ins Überbordende.

In moderater Dosierung lässt sich dem Ton auf diese Weise jedoch noch eine Extraportion Punch verleihen oder der Stegtonabnehmer-Sound sinnvoll mit zusätzlichem Fundament unterfüttern.

Mit dem Mittenregler bin ich beim Beispiel mit beiden Tonabnehmern bis zu einem 50%-Boost gegangen, was dem Sound durchaus guttut. Der Ton wirkt insgesamt straffer und gewinnt an Durchsetzungskraft. Weiter würde ich allerdings nicht gehen, da sich danach zunehmend nasale Frequenzen ins Klangbild mischen, die eher unangenehm wirken.

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Beide PU, Bass-Boost: 20%, Mid-Boost: 50%, Treble-Boost: 100% Bridge-PU, Bass-Boost: 30%, Mid-Boost: 20%, Treble-Boost: 50%
Hagstrom Nekromant 4
Ist diese Optik nicht einfach cool?

Zum Abschluss habe ich den Nekromant 4 noch durch eine Zerre geschickt. Für die Aufnahme waren beide Pickups aktiv, während die Bässe am EQ moderat auf etwa 40% und die Höhen vollständig aufgedreht waren.

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Beide PU, Bass-Boost: 40%, Treble-Boost: 100%, Distortion

Hagstrom Nekromant 4 – das sind die Alternativen

FeaturesHagstrom Nekromant 4Ibanez SDB3Epiphone Thunderbird IV VSB
Mensur34“34“34“
Elektronikaktiv/passiv, 3-Band-EQ, Preamp-Gainaktiv mit Zweiband-EQpassiv, Volume/Balance/Tone
TonabehmerZwei Hagstrom Gehenna Soap-Bar Humbuckerzwei Ibanez PFR-N4zwei Epiphone Humbucker
KorpusMahagoniNyatohMahagoni
Halseingeleimt, Mahagoni mit reinator-Griffbrett5-streifig, Ahorn/Walnuss, Palisander-GriffbrettAhorn geschraubt, Indian Laurel Griffbrett
inklusive Gigbag/Koffernein  Koffernein
Preis1049,- Euro1199,- Euro444,- Euro
Produkt bei ThomannHagstrom Nekromant 4 kaufen (Affiliate)Ibanez SDB3 kaufen (Affiliate)Epiphone Thunderbird IV VSB kaufen (Affiliate)
Hagstrom Nekromant 4 – Alternativen
Hagstrom Nekromant 4
Hagstrom Nekromant 4

Hagstrom Nekromant 4: Fazit

Der Hagstrom Nekromant 4 ist zweifellos ein Charakterbass, der keinen Hehl daraus macht, wofür er gebaut wurde. Optik und Klang zielen klar auf Rock- und Metal-Genres ab, wo mächtige Bässe und Tiefmitten sowie eine gewisse klangliche Schwere gefragt sind. Exakt hier fühlt sich der Nekromant zuhause, liefert aber – insbesondere im Solobetrieb der Pickups – durchaus auch Sounds, die über das reine Heavy-Segment hinausgehen und in anderen Genres funktionieren können.

Auf der Habenseite stehen zudem eine insgesamt ausgezeichnete Verarbeitungsqualität und ein tadelloses Werks-Setup, das über jeden Zweifel erhaben ist. Die aktive Elektronik wurde alles in allem sehr praxisgerecht abgestimmt, wobei insbesondere der Höhen-EQ positiv auffällt – mit einem deutlichen Boost klingt der Bass wesentlich präsenter und lebendiger.

Abstriche muss man konstruktionsbedingt bei der Ergonomie machen: Das hohe Gewicht in Kombination mit der spürbaren Kopflastigkeit verlangt nach einem breiten, gut gepolsterten Gurt und dürfte wahrscheinlich sicherlich nicht jedermanns Sache sein.

Unterm Strich bietet Hagstrom mit dem Nekromant 4 aber ohne Frage einen gleichermaßen eigenständigen wie kompromisslosen Viersaiter mit solider Ausstattung zu einem fair kalkulierten Preis. Wer auf einen eher düsteren Grundsound steht und nichts gegen ein wenig physische Präsenz auf der Schulter hat, sollte den Nekromant deshalb definitiv einmal anchecken.

Hagstrom Nekromant 4
Hagstrom Nekromant 4
  • Technische Spezifikationen:
  • Hersteller: Hagstrom
  • Modell: Nekromant 4
  • Herstellungsland: China
  • Mensur: 34“, 864 mm
  • Korpus: Mahagoni, Black Gloss, Binding
  • Hals: eingeleimt, Mahagoni,  Resinator-Griffbrett, 20 Medium Bünde, H-Expander Halsspannstab, Pearloid Hagstrom Block Inlays
  • Hardware: Hagstrom – 22:1 Ratio Chrom-Tuner mit Hagstrom-Stimmknöpfen, Hagstrom Custom CNC mit Rollensätteln
  • Tonabnehmer: 2 x Hagstrom Gehenna Soapbar Pickups
  • Regler/Schalter: Master Volume, Pickup Blend, Höhen (Cut/Boost), Mitten (Cut/Boost), Bass (Cut Boost), Aktiv/Passiv Schalter, Preamp Gain
  • Gewicht: ca 4,7 kg
  • Ladenpreis: 1049,- Euro (Ladenpreis im Januar 2026)

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