Ein Nekromant beschäftigt sich traditionell mit Totenbeschwörung. Ursprünglich zur Wissensgewinnung gedacht, ist das Thema in der heutigen Popkultur eher als dunkle Magie im Zusammenhang mit Zombies bekannt. Aber wie auch immer, die düsteren Vibes sind klar gesetzt, denn Hagstrom macht bei diesem Modell bereits namentlich unmissverständlich klar, wohin die Reise geht: Der Hagstrom Nekromant richtet sich eindeutig an Fans härterer musikalischer Gefilde, die auf erdig-schwere Sounds stehen. Erhältlich ist der Bass als Vier- und Fünfsaiter in Schwarz, Weiß und Tobacco Sunburst (Linkshänder müssen sich mit der schwarzen Version zufriedengeben). Ob der Hagstrom Nekromant 4 seine düstere Mission auch in der Praxis erfüllt, wie er sich in Sachen Verarbeitung, Spielkomfort und Sound schlägt und für wen sich dieser Bass am Ende wirklich empfiehlt, klären wir im Test.

- coole Heavy-Optik
- praxistaugliche aktive und passive Rocksounds
- tadellose Verarbeitung
- 1a Werks-Setup
- fairer Preis
- recht hohes Gewicht
- kopflastig

Hagstrom Nekromant 4: Erster Eindruck
Der Nekromant 4 präsentiert sich optisch als ausgesprochen imposanter Bass, der die von Hagstrom anvisierte Zielgruppe ohne Zweifel sofort abholt. Der markante, sehr ausladende Korpus unseres Testinstruments ist in Hochglanz-Schwarz lackiert und wird von einem mehrschichtigen Binding eingefasst, das dem Bass einen edlen Twist verleiht.
Üppige Abrundungen sucht man vergeblich: Die Armauflage ist lediglich dezent abgeflacht; lediglich auf der Rückseite sorgt ein leichtes Shaping dafür, dass die Korpuskante dennoch keine unangenehmen Druckstellen verursacht. Unter der deckenden Lackierung verbirgt sich ein Mahagonikorpus – ein Holz, das nicht ohne Grund für seinen ausgesprochen warmen und runden Grundcharakter geschätzt wird.
Was versteht man unter dem Werkstoff „Resinator“ bei Hagstrom?
Für den eingeleimten Hals des Nekromant 4 greift Hagstrom ebenfalls auf Mahagoni zurück. Das tiefschwarze Griffbrett wirkt auf den ersten Blick wie Ebenholz, tatsächlich kommt hier jedoch Hagstroms hauseigenes Resinator-Material zum Einsatz. Dabei handelt es sich laut Hersteller um einen 50/50-Verbund aus Holz und synthetischem Werkstoff, der sich in Sachen Stabilität und Konsistenz von äußeren Einwirkungen relativ unbeeindruckt zeigen soll. Zur Pflege empfiehlt Hagstrom das gelegentliche Einreiben mit Paraffinöl.
Auf dem Resinator-Griffbrett sitzen 20 Bünde im Medium-Jumbo-Format sowie geschmackvolle Perloid-Block-Inlays. Der Hals ist inklusive Kopfplatte hochglänzend schwarz lackiert, während eine mehrschichtige Einfassung entlang der Kanten für einen stimmigen, durchgängigen Look sorgt und das Design des Nekromant 4 konsequent abrundet.
Welche Hardware besitzt der Hagstrom Nekromant 4?
Die groß dimensionierte Kopfplatte ist leicht nach hinten abgewinkelt und beherbergt vier gekapselte Mechaniken mit den für Hagstrom typischen Stairstep-Flügeln. Von dort aus laufen die Saiten über einen Graph-Tech-Sattel zur massiven Hagstrom-Brücke aus Messing, die nicht nur optisch eine deutliche Nähe zur A-Style-Brücke von Hipshot erkennen lässt.
Die Saiten werden komfortabel von hinten eingehängt und liegen auf einzelnen Pfosten auf, die sich zur Anpassung der Saitenabstände seitlich verschieben lassen (ab Werk 19 mm). Damit im Spielbetrieb alles an Ort und Stelle bleibt, werden diese Pfosten per kleiner Inbusschrauben sicher fixiert.
Die Reiter selbst sind wie üblich horizontal und vertikal für Saitenlage und Intonation justierbar. An der modernen, massiv ausgeführten Brücke gibt es insgesamt nichts zu beanstanden – sie arbeitet zuverlässig und vermittelt einen durchweg hochwertigen Eindruck.
Welche Pickups und Elektronik beherbergt der Hagstrom Nekromant 4?
Für die Klangübertragung sind beim Nekromant 4 zwei Humbucker im Soapbar-Format zuständig, die auf den klangvollen Namen „Gehenna“ hören und relativ weit in Richtung Hals positioniert sind – der Fokus auf ein massives Bassfundament ist damit unmissverständlich gesetzt.
Zur Klangformung steht eine aktive Elektronik mit Reglern für Bässe, Mitten und Höhen bereit, ergänzt um die üblichen Volume- und Balance-Potis. Die 9-Volt Batterie für den Preamp sitzt in einem praktischen Klappfach auf der Rückseite des Instruments.
Der Viersaiter lässt sich allerdings auch passiv betreiben, wenngleich dieser Modus eher als Notlösung bei leerer Batterie denn als gleichwertige Klangoption gedacht scheint.
Einen Switch oder Push/Pull-Poti sucht man auf dem Bedienfeld vergeblich: Stattdessen muss der Bass umgedreht und ein kleiner Schiebeschalter im Elektronikfachdeckel mithilfe eines Schraubendrehers oder ähnlichen Werkzeugs betätigt werden. Zusätzlich findet sich dort eine zweite Öffnung, über die ein Trim-Poti zur Anpassung der Preamp-Ausgangslautstärke erreichbar ist – ein Feature, das man in dieser Form tatsächlich nicht alle Tage sieht!

































