Gibson G-Bird Test

Die schmalere Zarge der G-Bird macht den Unterschied

Die Gibson G-Bird bringt rund 2 kg auf die Waage und wirkt durch ihre schmalere Zarge weniger wuchtig auf dem Schoß als die originale Hummingbird. Dank des vormontierten Gurtpins auf der Unterseite des Halsfußes kann die Gitarre außerdem direkt im Stehen gespielt werden und hängt hier recht ausgewogen am Gurt. Weiterhin liegt das sogenannte Advanced Response-Halsprofil angenehm und unauffällig in der Hand und erlaubt eine leichte Bespielbarkeit. Die ab Werk aufgezogenen hauseigenen Saiten empfinde ich als etwas steif, aber das ist natürlich Geschmacksache und ließe sich bei Bedarf schnell ändern. Das Setup der Gitarre kann man auf jeden Fall als gelungen bezeichnen.

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Luftiger und unkomplizierter Grundklang – die G-Bird in der Praxis

Aber wie klingt denn nun der Neuzugang in Gibsons Generation Collection? Wenn Gitarrenkollegen bei mir im Studio auf einen Kaffee vorbeikommen, drücke ich ihnen gerne kommentarlos neu eingetroffene Testinstrumente in die Hand, um ihren ersten Eindruck mit meinem abzugleichen. Bei der vorliegenden Gibson G-Bird lautete die erste Aussage eines Kollegen in etwa: „… oh, die macht Spaß!“ Und das bringt es tatsächlich gut auf den Punkt. Denn typisch für Modelle der Generation Collection wartet auch die G-Bird mit einem frischen und luftigen Grundklang auf und wirkt in ihrer Ansprache sehr lebendig und direkt. Zwei Faktoren, an denen der Gibson Player Port einen großen Anteil hat. Und es bestätigt sich erneut, dass der recht helle Grundklang sowie die verhältnismäßig straffe und schnelle Ansprache im tieferen Register sehr gut mit größeren Bauweisen harmonieren. Dementsprechend ist die G-Bird, ähnlich wie die bereits getestete G-200, sehr offen gegenüber verschiedenen Spielweisen. Im direkten Vergleich wirkt die klassische Hummingbird mit ihrem ausgeprägteren und deutlich tiefer gehenden Bass spürbar träger und gutmütiger. Ein Charakterzug, der sie nicht ohne Grund in ihren Paradedisziplinen, den Strumming- und Flatpicking-Spielweisen, so beliebt macht. Auch fällt das Höhenbild der Hummingbird weicher und wärmer aus, was bei den Holzunterschieden ebenfalls nicht verwundert. Trotz gemeinsamer Herkunft sorgen bei der G-Bird deshalb die Modifikationen und Unterschiede für eine hör- und spürbar andere Ansprache.

Pragmatische Lösung zur elektrischen Verstärkung

Der eingebaute LR Baggs Element Bronze Pickup kommt lediglich mit einem Volume-Poti aus und bietet eine schnelle und unkomplizierte Lösung zur elektrischen Verstärkung des Instruments auf der Bühne. Naturgemäß kann er dabei nicht mit dem akustischen Klang der Gitarre mithalten, wirkt aber insgesamt etwas gedeckt in den Höhen, was einen positiven Einfluss auf den Grundklang des Piezos hat.

Die Gibson G-Bird liefert einen hellen und luftigen Grundklang, gepaart mit einem schnell ansprechenden und straffen tiefen Register.

Diverse Hörbeispiele mit der Gibson G-Bird 

Hier kommen abschließend ein paar Audiobeispiele mit verschiedenen Spielweisen. Vor der G-Bird stand dabei ein Neumann TLM 103 Mikrofon. Im dritten Beispiel könnt ihr außerdem das Mikrofonsignal und das Tonabnehmersignal im direkten Vergleich hören. Außerdem habe ich bei der vorletzten Aufnahme beide Signalquellen miteinander gemischt.

Audio Samples
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Strumming Folk Flatpicking Fingerpicking 1 (Mikrofon) Fingerpicking 1 (Tonabnehmer) Blues Flatpicking Fingerpicking 2 (Mikrofon & Tonabnehmer) Melody & Chords
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