Test
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10.08.2021

Kali Audio IN-8 2nd Wave Test

Dreiwege-Koaxialspeaker in Version 2

Die perfekte Welle?

 KALI IN-8 2nd Wave? Anstatt die neue Version ihres Lautsprechers einfach IN-8 2, mkII oder sonstwie zu nennen, haben sich die Kalifornier von KALI für “2nd Wave” entschieden. Nun sind “Wellen” seit Pandemiezeiten nicht unbedingt positiv konnotiert, aber die Speaker von KALI sind es: Im Review der KALI IN-8 kamen diese gut weg.

Details & Praxis

Warum schon Version 2?

Die KALI IN-8 2nd Wave erscheinen nur eineinhalb Jahre nach der ersten Version. Es ist durchaus ungewöhnlich, dass ein Hersteller nicht lange nach dem Launch eine neue Version herausbringt. Die Gründe können die heutzutage öfters einmal veränderte Liefersituationen von notwendigem Material sein. Wenn beispielsweise ein Produkt sehr erfolgreich gewesen ist, müssen Komponenten nachbestellt werden, manchmal sind sie dann nicht mehr lieferbar oder deutlich teurer. Allerdings sind diese manchmal bedingt durch die technische Entwicklung auch etwas besser. Was nun ausschlaggebend für den frühen Versionswechsel war, ist nicht bekannt, wohl aber, dass es einige Verbesserungen der Technik gab. KALI gibt an, dass das Eigenrauschen und die Verzerrungen verringert wurden, was beides für den Einsatz eines besseren Verstärkermoduls spricht.

Was ist anders bei KALI IN-8 2nd Wave?

Zunächst einmal ist zu bemerken, dass die wesentlichen Punkte der weiterhin in China hergestellten IN-8 identisch geblieben ist. Das ist die Treiberausstattung und -anordnung, das ist das Gehäuse, das sind sogar die Leistungsdaten der Verstärker und die Filterfunktionen (mit einer kleinen Ausnahme, denn das Filter für den Wallmount-Betrieb wurde einem für die Horizontalanordnung geopfert).

Zum Rauschen finden sich in den technischen Daten keine direkten Angaben, wohl aber ist der maximale Schalldruckpegel von 114 auf 117 dB SPL gerutscht. Da sich dieser immer an Verzerrungsprodukten orientiert, ist das auch nachvollziehbar. Auch in den verschiedenen Frequenzbereichen ist eine klare Verbesserung abzulesen, wenngleich es wünschenswert gewesen wäre, dass zur Vergleichbarkeit die gleichen Datengrundlagen verwendet worden wären. Kleinere Veränderungen beziehen sich auf die un etwas geringeren Crossoverfrequenzen und den minimal steiler verlaufenden Abfall im Bass, der nun bei 45 statt wie bei der “1st Wave” bei 47 Hz die 3dB-Marke kreuzt.

Unser Testautor sprach vom “leisen Grundrauschen”, welches sich einstellt, wenn man die alten IN-8 einschaltet. Tatsächlich ist es nun so gering, dass man sehr nah an den Speakern arbeiten kann, ohne dass das Rauschen in leisen Passagen oder Spielpausen nervt. Wichtiger allerdings ist, dass die Harmonischen verringert werden konnten. Von “chirurgisch schneidend”, wie beim Vorgängermodell, ist nicht mehr viel zu spüren, die IN-8 2nd Wave spielen ein bisschen runder und natürlicher, ohne an Detail zu verlieren. Damit haben sie gegenüber den Tannoy Gold 7, ebenfalls mit Koaxsystem, aber mit zwei Wegen, die Nase vorn, denn diesen habe ich unterstellt, “leicht kratzig” zu sein. Im Vergleich haben diese auch trotz des ganz deutlich geringeren Preises ein besser verarbeitetes Gehäuse, können aber nicht mit so einem ausgewogenen Bass aufwarten und lösen in den Tiefmitten schlechter auf als die KALI.

Fazit

Die zweite Welle spült ausschließlich Gutes an die Küsten: KALI IN-8 2nd Wave ist eine Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. Kein Riesensprung zwar, aber eben ein Fortschritt, der nicht mit irgendwelchen Nachteilen erkauft ist – nicht einmal mit einem gestiegenen Preis.

  • Pro
  • satter, gut beurteilbarer Bass
  • natürlicher und rauschärmer als der Vorgänger
  • gute Ortungsmöglichkeit
  • vieler Anschlüsse und Einstellmöglichkeiten
  • Contra
  • -
  • Features & Spezifikationen
  • aktiver Nahfeldmonitor
  • Class-D-Verstärker, tri-amped, 1 x 60 Watt, 2 x 40 Watt
  • Gesamtleistung: 140 Watt
  • Basstreiber: 8 Zoll
  • Mitten-/Hochtöner: koaxial, 4 Zoll und 1 Zoll
  • Bassreflex-Öffnung vorderseitig
  • Frequenzgang: 45 Hz - 21 kHz (+/- 3 dB) / 37 Hz - 25 kHz (+/- 10 dB)
  • Übergangsfrequenz Bass zu Mitten: 280 Hz
  • Übergangsfrequenz Mitten zu Höhen: 2800 Hz
  • max. SPL (peak @ 1 m): 117 dB
  • THD ( 90 dB SPL @ 1 m):
  • < 1% 50 Hz - 250 Hz
  • < 0,5% 250 Hz - 400 Hz
  • < 0,3% über 400 Hz
  • unsymmetrischer Eingang: Cinch (RCA) -10 dBV
  • symmetrische Eingänge: Klinke & XLR jeweils +4 dBu
  • HF Trim: -2 dB, +/- 0 dB, +2 dB
  • LF Trim: -2 dB, +/- 0 dB, +2 dB
  • 8 Boundary EQ Settings
  • 44,1 x 25,4 x 28,5 cm (H x B x T)
  • Gewicht: 10,4 kg
  • Preis: € 399,– (Straßenpreis am 10.8.2021)

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