Das hier ist kein Effektgerät von der Stange: Schon das düstere Design des neuen Erica Synths Echolocator mit roter Fledermaus-Blutschrift weckt Neugier. Doch was dann wirklich überzeugt, ist das, was drinsteckt: ein hochwertiges Stereo-Delay mit bis zu 4 Sekunden Delayzeit, umfangreicher Modulation, Shimmer-Reverb, Presets, MIDI und einem Bedienkonzept, das jedem wichtigen Parameter seinen eigenen Regler gönnt. Dieser Desktop-Effekt ist ein vielseitiges kreatives Werkzeug, das sowohl Studio- als auch Live-Performern einiges zu bieten hat – wir haben ihn im Detail getestet.



Erica Synths Echolocator: Erster Eindruck
Wenn man den Erica Synths Echolocator erstmals vor sich auf den Studiotisch stellt, merkt man sofort: Das hier ist kein 08/15-Effektgerät. Schon das Design fällt auf – dieses schwarz-matte Gehäuse mit seinen großen, griffigen Reglern und seinem verspielten Namenszug, der an Halloween und Fledermäuse erinnert. Irgendwie spooky-cool, aber nicht kitschig. Das Teil sieht einfach gut aus auf dem Tisch – und fühlt sich auch genauso hochwertig an. Kein Plastik, kein Wackeln, sondern massives Aluminium, wie man es schon vom hauseigenen Konkurrenten, dem Erica Synths Zen Delay, kennt. Die Beschriftung der Regler ist klar und gut lesbar, was live Gold wert ist, wenn’s mal schnell gehen muss.

Bis zu 4 Sekunden Delayzeit
Aber Design ist das eine – was kann das Ding? Auf dem Papier: richtig viel. Der Echolocator ist ein Stereo-Delay, mit einem Algorithmus von 112dB. Die Klangqualität ist entsprechend hochwertig, sauber und trotzdem nie steril, doch dazu später im Detail mehr. In der Mitte sitzt ein großer Regler für die Delay-Zeit, 4 Millisekunden bis 4 Sekunden sind drin. Drumherum gibt’s zwölf Parameter-Regler, mit denen man sich richtig tief in Sounds reinfuchsen kann, sowie einen für den Dry-Wet-Mix.
Orbit, Freeze und Modulation
Auf den ersten Blick besonders spannend ist der „Orbit“-Regler, mit dem sich ein leichtes Flackern, ein Jitter ins Delay schleichen kann. Ein weiteres Highlight ist die „Freeze“-Taste – einfach draufdrücken, und der Audiopuffer friert die aktuelle Verzögerungen ein. Zusätzlich kann man mit einem Reverb stufenlos zwischen Delay und Nachhall überblenden, es gibt einen LFO mit „Speed“ und „Depth“, der die Delay-Zeit moduliert, und ein eingebautes Tiefpass-Filter mit regelbarer Resonanz. Auch

100 Preset-Slots für Delay-Ideen
Besonders praktisch ist des weiteren die vom Erica Synths Nightverb bekannte Preset-Funktionalität des Echolocator. Mit dem gerasterten „Data“-Encoder kann man schnell durch bis zu 100 Presets navigieren – 40 sind vorprogrammiert, 18 davon vom Sounddesigner Eraldo Bernocchi. 60 weitere können selbst einfach abgespeichert werden. Die Bedienung über das kleine Display ist recht einfach gehalten, aber gut durchdacht – mit der „Back“-Taste geht’s immer Schritt zurück, der Data-Encoder fungiert als Bestätigungstaster. Über USB lassen sich Presets dann sogar in Richtung Rechner exportieren – nice!
Alle Anschlüsse, die man braucht
Was die Verkabelung angeht, ist der Echolocator ebenfalls flexibel: Stereo-In und -Out, MIDI-In und MIDI-Thru (umschaltbar auf Out), plus ein Anschluss für Fußschalter, mit dem man Effekte einfrieren oder durch Presets skippen kann. Fast alle Parameter lassen sich über MIDI-CC fernsteuern – nur die Lautstärke und der Eingangspegel (Gain) nicht. Besonders nützlich ist die Möglichkeit, die Delay-Zeit mit der MIDI-Clock zu synchronisieren und dann über den Hauptregler Time-Divisions einzustellen – super für rhythmisch komplexe Setups. Also: Das Echolocator sieht nicht nur gut aus, sondern ist ein extrem musikalisches, flexibles Delay, das sowohl im Studio als auch live richtig Spaß machen kann. Tauchen wir mit diesem Zwischenfazit nun ein in die Höhle der Sounds.
