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Erica Synths Echolocator Test

Das hier ist kein Effektgerät von der Stange: Schon das düstere Design des neuen Erica Synths Echolocator mit roter Fledermaus-Blutschrift weckt Neugier. Doch was dann wirklich überzeugt, ist das, was drinsteckt: ein hochwertiges Stereo-Delay mit bis zu 4 Sekunden Delayzeit, umfangreicher Modulation, Shimmer-Reverb, Presets, MIDI und einem Bedienkonzept, das jedem wichtigen Parameter seinen eigenen Regler gönnt. Dieser Desktop-Effekt ist ein vielseitiges kreatives Werkzeug, das sowohl Studio- als auch Live-Performern einiges zu bieten hat – wir haben ihn im Detail getestet.

Erica Synths Echolocator Test

Erica Synths Echolocator: Das Wichtigste in Kürze

  • Stereo-Delay im Desktop-Pedalformat
  • Mehrere Delay-Optionen, u.a. BBD, Tape-Delay, Multitap, Dirt-Modus
  • Bis zu 4 Sekunden Delayzeit
  • Filter, Modulation und Shimmer-Reverb für mehr Charakter
  • MIDI- und Preset-fähig
  • Zufällige Presets auf Knopfdruck
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Erica Synths Echolocator
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(5)

Erica Synths Echolocator: Erster Eindruck

Wenn man den Erica Synths Echolocator erstmals vor sich auf den Studiotisch stellt, merkt man sofort: Das hier ist kein 08/15-Effektgerät. Schon das Design fällt auf – dieses schwarz-matte Gehäuse mit seinen großen, griffigen Reglern und seinem verspielten Namenszug, der an Halloween und Fledermäuse erinnert. Irgendwie spooky-cool, aber nicht kitschig. Das Teil sieht einfach gut aus auf dem Tisch – und fühlt sich auch genauso hochwertig an. Kein Plastik, kein Wackeln, sondern massives Aluminium, wie man es schon vom hauseigenen Konkurrenten, dem Erica Synths Zen Delay, kennt. Die Beschriftung der Regler ist klar und gut lesbar, was live Gold wert ist, wenn’s mal schnell gehen muss.

Erica Synths Echolocator: Frontansicht
Der verspielt-düstere Look des Erica Synths Echolocator mit der roten Schrift zeigt an, was es am besten kann: Düstere Delays und große Höhlenreverbs.

Bis zu 4 Sekunden Delayzeit

Aber Design ist das eine – was kann das Ding? Auf dem Papier: richtig viel. Der Echolocator ist ein Stereo-Delay, mit einem Algorithmus von 112dB. Die Klangqualität ist entsprechend hochwertig, sauber und trotzdem nie steril, doch dazu später im Detail mehr. In der Mitte sitzt ein großer Regler für die Delay-Zeit, 4 Millisekunden bis 4 Sekunden sind drin. Drumherum gibt’s zwölf Parameter-Regler, mit denen man sich richtig tief in Sounds reinfuchsen kann, sowie einen für den Dry-Wet-Mix.

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Orbit, Freeze und Modulation

Auf den ersten Blick besonders spannend ist der „Orbit“-Regler, mit dem sich ein leichtes Flackern, ein Jitter ins Delay schleichen kann. Ein weiteres Highlight ist die „Freeze“-Taste – einfach draufdrücken, und der Audiopuffer friert die aktuelle Verzögerungen ein. Zusätzlich kann man mit einem Reverb stufenlos zwischen Delay und Nachhall überblenden, es gibt einen LFO mit „Speed“ und „Depth“, der die Delay-Zeit moduliert, und ein eingebautes Tiefpass-Filter mit regelbarer Resonanz. Auch 

Alle Parameter haben am Erica Synths Echolocator eigene Regler – und selbst die Tasten für „Freeze“ und „Tap Tempo“ sind gut erreichbar.
Alle Parameter haben am Erica Synths Echolocator eigene Regler – und selbst die Tasten für „Freeze“ und „Tap Tempo“ sind gut erreichbar.

100 Preset-Slots für Delay-Ideen

Besonders praktisch ist des weiteren die vom Erica Synths Nightverb bekannte Preset-Funktionalität des Echolocator. Mit dem gerasterten „Data“-Encoder kann man schnell durch bis zu 100 Presets navigieren – 40 sind vorprogrammiert, 18 davon vom Sounddesigner Eraldo Bernocchi. 60 weitere können selbst einfach abgespeichert werden. Die Bedienung über das kleine Display ist recht einfach gehalten, aber gut durchdacht – mit der „Back“-Taste geht’s immer Schritt zurück, der Data-Encoder fungiert als Bestätigungstaster. Über USB lassen sich Presets dann sogar in Richtung Rechner exportieren – nice! 

Alle Anschlüsse, die man braucht

Was die Verkabelung angeht, ist der Echolocator ebenfalls flexibel: Stereo-In und -Out, MIDI-In und MIDI-Thru (umschaltbar auf Out), plus ein Anschluss für Fußschalter, mit dem man Effekte einfrieren oder durch Presets skippen kann. Fast alle Parameter lassen sich über MIDI-CC fernsteuern – nur die Lautstärke und der Eingangspegel (Gain) nicht. Besonders nützlich ist die Möglichkeit, die Delay-Zeit mit der MIDI-Clock zu synchronisieren und dann über den Hauptregler Time-Divisions einzustellen – super für rhythmisch komplexe Setups. Also: Das Echolocator sieht nicht nur gut aus, sondern ist ein extrem musikalisches, flexibles Delay, das sowohl im Studio als auch live richtig Spaß machen kann. Tauchen wir mit diesem Zwischenfazit nun ein in die Höhle der Sounds.

Alle Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite.
Alle Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite.
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Was beim Spielen des Erica Synths Echolocator sofort auffällt: Alle Delay-Modi klingen hochwertig, bis vielleicht auf eine kleine Ausnahme. Die Spanne reichte im Test von klaren, digitalen Stereo-Delays über charaktervolle Multitap-Delays bis hin zum klassischen BBD-Delay mit typisch analogem Schmelz – wobei letzteres für manche Ohren zu crunchy und zu wenig „airy“ klingen könnte. Dafür überzeugt das Tape-Delay mit seiner dezenten Sättigung und seiner (durch den „Orbit“-Regler zu verstärkenden) Tonhöhenschwankung voll und ganz. Wer es richtig kaputt mag, schaltet über das leicht bedienbare Display-Menü in den „Dirty“-Mode, der das Signal schön krisselig macht – durchaus Lo-Fi, aber noch im Rahmen.

Edles Pitch Shifting mittels „Time“-Regler

Eine der elegantesten Funktionen: Mit einem einzigen Regler – dem großen „Time“-Drehgeber – lässt sich das Signal in vielen Fällen nicht nur mit tollem Pitch Shifting versehen, sondern nahtlos vom reinen Delay über ein Multitap-Setup bis in fast hallartige Gefilde überblenden. Ihn auszutesten lohnt sich eigentlich bei jedem Sound und jedem Preset – er macht das Pedal im Alleingang zu einem kreativ spielbaren Instrument. Die Übergangszonen eröffnen eine riesige Klangpalette, ohne dass man Presets wechseln oder etwas komplett neu einstellen muss. Gerade in performativen Situationen oder in Sounddesign-Sessions ist das unglaublich hilfreich. Wer auf diese Weise experimentiert, wird zudem die „Magic“-Funktion im Menü lieben – sie erzeugt zufällige Presets, die oft überraschend gut klingen und sofort zur Weiterbearbeitung einladen. Manchmal entdeckt man Klänge, auf die man sonst nie gekommen wäre.

Je nach Delay-Modus klingen Veränderungen am „Time“-Regler am Echolocator anders – aber das Pitch Shifting ist immer genial!
Je nach Delay-Modus klingen Veränderungen am „Time“-Regler am Echolocator anders – aber das Pitch Shifting ist immer genial!

Vom Delay zum Reverb – oder einer Kombination aus beidem

Ebenfalls brillant klingt der Echolocator, wenn man mit ihm gezielt Ambient-Sounds generiert: Die Delays fliegen regelrecht in riesige, höhlenartige Reverbs hinein, die durch Filter und Modulation sehr flexibel geformt werden können. Dub-Sounds sind mit diesem Teil ein Kinderspiel. Man kann gefilterte Delays im Raum auflösen lassen – oder umgekehrt einen Reverb durch gezieltes Feedback wieder in rhythmische Strukturen überführen. Klassische „Delay in Reverb“-Setups sind ebenfalls möglich und klingen wunderbar organisch: ein weiterer Hall wird hier nicht zwingend vermisst.

Audio Samples
0:00
Dirty Bitcrush Short Feedback Long Delay Pitch Shift Cavern Reverb

Kritik? Gibt es, allerdings nicht viel: Für Gitarristen könnte ein fehlender Bypass-Schalter direkt am Gerät ein Wermutstropfen sein. Ohne externen Fußschalter bzw. MIDI ist ein schnelles Ein- und Ausschalten nicht möglich – was das Gerät für klassische Pedalboard-Nutzer einschränkt. Auch ist der am Panel angebrachte Tap-Tempo-Button zwar praktisch, er wurde in meinen Tests aber eher selten gebraucht, da die Delay-Zeit über MIDI oder per Hand meist schneller und musikalischer eingestellt ist.

Erica Synths Echolocator: Das sind die Alternativen

Dennoch schlägt sich das neue Effektgerät von Erica Synths herausragend – auch im Vergleich mit der Konkurrenz. Sowohl in Bezug auf das bereits erwähnte Zen Delay und Branchengrößen wie dem Meris LVX muss es sich nicht verstecken, wie die folgende Tabelle zeigt.

Features Erica Synths Echolocator Erica Synths Zen Delay Meris LVX
Delayzeit 4 Millisekunden bis 4 Sekunden 1 Millisekunde bis 5 Sekunden Bis 2,54 Sekunden
Presetfunktion Ja (bis zu 100) Nein Ja (bis zu 99)
Stereo In/Out Ja Ja Ja
MIDI Ja (In/Thru/Out) Ja (In) Ja (In/Thru)
Unterschiedliche Delay-Algorithmen Ja Ja Ja
Integrierter Reverb Ja Nein Ja
Preis 569 € 569 € 699 €
Preis/Leistung 5/5 4.5/5 4.5/5
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Erica Synths Zen Delay
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Meris LVX Modular Delay System
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Fazit

Das Erica Synths Echolocator ist ein kreativer Spielplatz für alle, die Delay nicht nur als Effekt, sondern als musikalisches Element verstehen. Besonders begeistert haben uns die fließenden Übergänge von Delay zu Reverb, der „Magic“-Zufallsgenerator für Presets, das weiche Pitch Shifting und die hohe Klangqualität in allen Modi – ob BBD, Tape, Digital oder Dirty. Durchdachte Features wie die Pegelanzeige in der Mitte, die verständliche Preset-Verwaltung und die umfangreiche MIDI-Steuerung runden das Gesamtbild ab. Einziger Wermutstropfen: Ohne Fußschalter lässt sich der Effekt nicht direkt ausschalten – auf ein Pedalboard gehört dieses Teil eher nicht. Dafür ist es im Studio ein umso beeindruckenderes Klangwerkzeug mit Charakter – und für experimentierfreudige Delay-Fans eine absolute Empfehlung.

Das Erica Synths Echolocator verbindet Delay, Reverb und kreative Zufallsgenerierung zu einem vielseitigen Studio-Tool.
Das Erica Synths Echolocator verbindet Delay, Reverb und kreative Zufallsgenerierung zu einem vielseitigen Studio-Tool.
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • Flexible Delay-Sounds
  • Integrierter Reverb
  • Dezidierte Regler für alle Parameter
  • Zufällige Presets auf Knopfdruck
Contra
  • Kein Bypass-Fußschalter
Artikelbild
Erica Synths Echolocator Test
Für 569,00€ bei
  • Bezeichnung: Erica Synths Echolocator
  • 12 Parameter: Time, Reverb, Feedback, Ping-Pong, Mod Speed, Mod Depth, Dry/Wet, Pitch Shift etc.
  • Wählbare Delay-, Filter- und Shimmer-Modi
  • Save- und Recall-Funktionen für alle Parameter
  • Freeze-Funktion
  • Einstellbare Eingangsverstärkung
  • Konfigurierbarer Footswitch-Eingang
  • 30 Factory Presets, 70 User Presets
  • Preset-Export über USB
  • Vollständige MIDI-Implementierung
  • Stereo-Eingang: 6,3 mm (symmetrisch); Stereo-Ausgang: 6,3 mm (symmetrisch)
  • Footswitch-Eingang: 6,3 mm (TS-Klinke)
  • MIDI In: 5-pin DIN; MIDI Thru: 5-pin DIN; USB Typ-B
  • Robustes Aluminiumgehäuse
  • Abmessungen (B x T x H): 23 x 14,5 x 7 cm
  • Gewicht: 843 g
  • Inkl. Netzteil (12 V DC)
  • Preis (Verkaufspreis August 2025) EUR 569,-

Herstellerseite: https://www.ericasynths.lv

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