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Electro-Voice EV ND86 und ND96 Test

Praxis

Das Electro-Voice EV ND96 erzieht

Die beiden Electro-Voice-Mikrofone EV ND86 und EV ND96 sind mit knapp 330 Gramm um ein Zehntel schwerer als ein Shure SM58, was sich im Praxisbetrieb bei der Handhaltung kaum bemerkbar macht. Wichtiger: Handling Noises sind tatsächlich recht gering, aber natürlich hört man es, wenn man mit einem beringten Finger an den Korpus schlägt – wie bei eigentlich jedem Mikro. Der Kragen zum Korpus trägt bei beiden zu korrekter Handhaltung bei, der flache Vorderkorb beim 96 erzieht geradezu zum axialen Besprechen. Tut man das nicht, handelt man sich dort etwas früher Klangfärbungen ein, wie der Vergleich der bei 45° eingesungenen Files zeigt.

ND96: Top-Mikro der ND-Range von Electro-Voice
ND96: Top-Mikro der ND-Range von Electro-Voice

Transienten unverschmiert

Sowohl ND86 als auch ND96 zeigen, dass sie keine Klassiker, sondern Neuentwicklungen sind. Zwar ist das Tauchspulenprinzip seit Jahrzehnten kaum verändert, doch haben die traditionellen Hersteller, zu denen Electro-Voice zweifelsohne zählt, einen enormen Erfahrungsschatz in der Entwicklung. Das merkt man daran, dass sie den Frequenzgang, das dynamische Verhalten und die Richtwirkung gut steuern können. Im Ergebnis haben wir hier zwei Mikrofone, die Transienten erstaunlich unverschmiert und nicht zu verrundet wiedergeben, einen geringen Noisefloor besitzen und auch mit hohem Schalldruck problemlos umgehen.  

Audio Samples
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EV ND86, 0 cm EV ND86, 10 cm EV ND86, 10 cm, 45 Grad EV ND86, 0 cm, mit Presence-Filter EV ND86, 0 cm, ohne Presence-Filter EV ND86, 10 cm EV ND86, 10 cm, 45 Grad EV ND76, 0 cm EV ND76, 10 cm EV ND76, 10 cm, 45 Grad Beyerdynamic M88, 0 cm Beyerdynamic M88, 10 cm Sennheiser e 835, 0 cm Sennheiser e 835, 10 cm Shure SM58, 0 cm Shure SM58, 10 cm Shure SM58, 10 cm, 45 Grad

Gratwanderung gelingt

Das 96 ist kerniger als das 86 und erinnert ein wenig an ein SM58, reibt aber weniger in den Präsenzen und klingt nicht so gedrungen, vor allem bei naher Besprechung. Und das ist für viele Stimmen wichtig: trotz kleiner Abstände offen zu bleiben. Auch die Überbassung durch den Nahbesprechungseffekt hält sich in Grenzen, beim 96 ist die Gefahr von Popplauten aber etwas höher als beim 86. Ordentlich Fundament haben beide, Durchsetzungsfähigkeit auch, aber nie ist auch nur ansatzweise Schärfe im Klang ein Problem. Diese Gratwanderung gelingt höherwertigen Mikrofonen etablierter Hersteller meist besser als den anderen. Der Presence-Switch des 96 nimmt weiteren Mumpf aus dem Signal – merklich, aber nicht übertrieben, sodass Stimmen in beiden Settings ordentlich und nicht bearbeitet klingen. Dass er nicht allzu leichtgängig ist, aber dennoch erreichbar, ist genau richtig.  

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