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Electro Harmonix Eddy Vibrato/Chorus Test

Praxis

Für den Praxischeck hängt das EHX Eddy vor einem Fender Silverface Bassman, dessen Signal über eine Universal Audio OX Box läuft. Ich hatte eingehend schon erwähnt, dass die Potis recht nach beieinanderstehen. Im Zusammenspiel mit dem gewissen Widerstand der Potis gestaltet sich das Einstellen dabei etwas mühselig.
Wir starten mit einer ersten Bestandsaufnahme des Klangcharakters. Dafür stehen alle Potis auf 12 Uhr. Zunächst hört ihr das Bypass-Signal, anschließend den Chorus-Modus und zu guter Letzt den Vibrato-Modus. Die Gitarre meiner Wahl ist eine Telecaster.

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Soundcheck off/on -> Chorus -> Vibrato

Und da ist er auch schon, der typisch eiernde Chorus-Sound, den man mit dieser Schaltung gemeinhin assoziiert. Insgesamt fällt das Signal mit dem Tone-Poti auf 12 Uhr etwas gedeckt aus, was aber durchaus charmant wirkt und sich im Vibrato-Modus mit ausgeblendetem Clean-Signal naturgemäß noch einmal verstärkt. Beim Einschalten des Effekts macht sich allerdings ein gewisser Anstieg des Rauschpegels bemerkbar. Ansonsten erlauben Rate- und Depth-Poti zum Justieren des grundlegenden Charakters eine Menge Schattierungen von weichen, hintergründigen Chorus-Sounds bis hin zu warmen und pulsierenden Texturen.
Wie sich das Tone-Poti im Detail verhält, gibts im nächsten Beispiel zu hören. Dafür drehe ich es in mehreren Schritten auf. Da der Sound allerdings schon in der 12-Uhr-Position recht dunkel erscheint, würde ich das Poti persönlich wohl nicht unterhalb der Mittelstellung ansetzen. Sorgt man für mehr Frische im Signal, wird das Eigenrauschen leider auch deutlich hörbarer.

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Tone Poti Check
Ganz im Vintage-Style präsentiert sich das Electro Harmonix Eddy Vibrato/Chorus-Pedal mit einem warmen und weichen Grundsound.
Ganz im Vintage-Style präsentiert sich das Electro Harmonix Eddy Vibrato/Chorus-Pedal mit einem warmen und weichen Grundsound.

Steht das Shape-Poti in Mittelstellung, arbeitet der LFO mit einer klassischen Sinuswelle. Dreht man das Poti aber nach links oder rechts, pulsiert das Signal deutlicher und bekommt dabei wahlweise eine härtere und abgehacktere Note oder beginnt noch mehr zu eiern. Dabei erlaubt diese Option einige Schattierungen. Im folgenden Beispiel drehe ich das Poti wieder in mehreren Schritten auf.

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Shape Check

Beim Untersuchen der Envelope-Funktion bin ich zunächst etwas ratlos, weil der Effekt in keiner Einstellung auf meine Anschlagsintensität reagiert. Erst beim Wechsel auf den recht heiß ausgelegten Steg-Pickup meiner Telecaster gibt das Pedal eine Rückmeldung. Ist man also mit klassischen Singlecoils unterwegs, könnte es sein, dass man nicht richtig in den Genuss dieser Funktion kommt. Mit Humbuckern reagiert das Pedal dann aber zufriedenstellend auf meine Spielweise und auch mit etwas mehr Pegel, beispielsweise von einem Overdrive- oder Booster, dürfte man diese Funktion ebenfalls noch nutzen können. Da der Chorus aber häufig als Clean-Effekt eingesetzt wird, hätte man dieses Feature meines Erachtens dennoch besser abstimmen können. Hier kommen zwei Beispiele, bei denen ich zunächst die Effektgeschwindigkeit und anschließend die Effekttiefe per Anschlag steuere. Die Gitarre ist eine ES-335.

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Envelope-Funktion -> Rate (Vibrato) Envelope-Funktion -> Depth (Chorus)

Wie man hören kann, erlaubt das Envelope-Feature auf jeden Fall sehr auffällige und ausdrucksstarke Spielweisen. Das gilt auch für die Steuerung per Expressionpedal. Im nachfolgenden Beispiel habe ich dabei die Effekttiefe des Chorus-Effekts mit dem Fuß an- und abschwellen lassen. Zum Einsatz kam erneut eine Telecaster.

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Steuerung per Expressionpedal -> Depth (Chorus)

Für einen umfassenderen Eindruck habe ich abschließend noch weitere Beispiele mit unterschiedlichen Gitarren aufgenommen. Dabei kam im letzten Beispiel auch ein Overdrive-Pedal vor dem Chorus zur Anwendung.

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Vibrato Bsp. 1 (Tele) Chorus Bsp. 1 (Tele) Vibrato Bsp. 2 (Tele) Chorus Bsp. 2 (Strat) Chorus Bsp. 3 (Strat) Vibrato Bsp. 3 (SG)
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ergonomie sagt:

#1 - 15.12.2021 um 21:50 Uhr

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also das Rauschen... hab gerad ein paar Chorus zum Testen da. Es wird angehoben weil der Eddy das Eingangssignal gefühlt in der 12 Uhr Stellung etwas verstärkt. Dreht man Volume auf 10 Uhr ist das Rauschen eher marginal, jedenfalls meine eigene Meinung. Tone scheint entweder Höhen oder Tiefen zu beeinflussen, und dreht man die Höhen auf... rauscht es im Ohr mehr da das menschliche Ohr hauptsächlich mittel und hochfrequentes Rauschen wahrnimmt. Man tut gut dran, sich vor dem Eddy um ein normalisiertes Signal mit einem Preamp zu kümmern, bei mir ein Two Notes. Der dank Röhrenverstärkung irgendwo jenseits der 100 dB Rauschabstand liegt. Dann liegt Signal zu Rauschen auch im Eddy > 70 db bzw versinkt im Grundrauschen der anderen Geräte. Aber 70 db... hörbar wenn man von total still auf Signal geht. Aber nicht wenn Musik drumherum ist, dann wäre auch 50 dB nicht wahrnehmbar. Und mit einem Preamp funktioniert auch die Rate / Depth Steuerung recht gut. Wem das Rauschen doch zu krass ist kann auch mit dem Harley benton CH5 glücklich werden (39 Euro) oder dem MXR Chorus, auch für ca. 100 Euro, beide haben true bypass und nicht "buffered" und deutlich weniger Grundrauschen. Vom Klang her ansonsten sehr ähnlich... bin eigentlich ein EHX Fan, aber beim Eddy muß ich mir fast überlegen ob ich nicht doch die deutlich günstigere HB Version nehme, da ich nicht so der Gitarrenfreak bin der zwischen Mezzoforte und Piano in 20 verschidenen Stärken spielen kann. Für bestimmte Stilrichtungen hab ich ohnehin einen Kompressor davor, der Chorus war bei mir eher als Zusatzeffekt für den HOG2 gedacht, dessen Output sich mit einem Chorus von himmlisch in göttlich steigert. Und da ist es mir auch egal ob der Sound hinterher noch orginal ist, denn der Hog2 ist ein Gitarrensynthesizer der bei Bedarf das Dry Singal nimmt oder das synthetisierte Signal (vermutlich mit 16 oder 32 bändern vocoded), und dazu Quint, Oktave, Okatve+Quint, 2 Oktave, 2 Oktave+terz, 3 Oktaven 4 oktaven, dazu -1 und -2 Oktaven und per Expression pedal noch mal +1 oder -1...

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