Gitarre Hersteller_Zoom
Test
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29.07.2020

Praxis

Zunächst spiel ich das G11 stereo direkt in mein Audiointerface, ein RME Fireface UFX. Zu Beginn steppe ich durch ein paar Werks-Presets, um mir einen grundlegenden Eindruck zu verschaffen. Wie so oft vermitteln diese keine wirklich guten Eindrücke , welches Potenzial im Gerät steckt, und kommen zu effektbeladen daher, dennoch zeigen sie einen guten Querschnitt einiger Sounds

Nun gehts an ein paar Eigenkreationen und ich bin nach dem Hören der Werkspresets erstaunt darüber, was hier alles noch möglich ist.
Ihr hört zu Beginn einen Fender Bassman, bei dem ich die interne Cabinetsimulation einsetze, die nicht auf Faltungsbasis beruht und erhalte einen schönen Cleanton. Die Simulation des Tubescreamers ist ebenfall gut gelungen und Stevie Ray Vaughan Sounds sind in Kombination mit dem Bassman ein Kinderspiel. Die Mitten werden gut herausgestellt und die typischen Charakteristika sind gut getroffen:

Ich bleibe bei der Fendersektion und schalte zu einem Twin Reverb, den ich diesmal mit einer internen IR belege, was eine deutliche Aufwertung ist, und mit einem Compressor und EP Booster ankitzele. Der Sound ist schön perlig und wirkt durchsetzungsfähig.

Ich erhöhe das Gain und gehe in den Crunch-Bereich. Ihr hört zunächst einen AC30, gespielt mit einer Telecaster. Auch hier überzeugt mich der Grundsound. Zoom ist auf jeden Fall ein deutlicher Sprung im Bereich der Klangqualität gelungen. Auch dynamische Nuancen werden sehr gut wiedergegeben und es kommt schon fast Echt-Amp-Feeling auf.

Ich bleibe im Mid-Gain-Sektor und wechsle zu einem 1959er Plexi, diesmal setze ich jedoch eine Marshall Greenback Pre Rola M75 Faltung ein. Das typische Marshallklirren wird sehr gut umgesetzt und obwohl der Crunchsektor immer ein heikles Thema bei Modellern ist, muss sich das G11 nicht hinter den Konkurrenzprodukten ähnlicher Preiskategorien verstecken.

Ein Sololick mit dem Bogner Ecstasy wird hier mit einem Ping Pong Delay garniert. Auch hier wirkt die Zerrstruktur sehr organisch und das Spielen bereitet richtig Freude.

Hören wir uns nun ein paar weiter Effekte an. Zum einen ein harmonisch waberndes Tremolo und einen polyphonen Oktaver. Pitch-Shifting-Effekte gelten als besonders ressourcenhungrig, vor allem, wenn diese nun auch noch mehrstimmig sein sollen. Der Oktaver arbeitet aber mit einem tadellosen Tracking und kommt auch beim Ausklingen ohne Glitches aus.

Hier hört ihr noch ein Beispiel im Songkontext, wobei alle Spuren durch das G11 gespielt wurden:

Nun hänge ich das Zoom G11 direkt vor die Vorstufe eines Peavey Classic 20, den ich im Cleankanal einsetze. Die interne Speakersimulation wird selbstverständlich deaktiviert. Zum Abschluss spiele ich direkt in den Return des Peaveys, sprich, das Zoom fungiert als Vorstufe und Effekteinheit.
Auch diese Einsatzbereiche funktionieren problemlos und liefern überzeugende Ergebnisse. Man kann es nicht anders sagen: Auch wenn in der Vergangenheit Zoom-Produkte, was das Ampmodelling anging, bei bonedo-Tests eher im Mittelfeld lagen, muss ich dem G11 zumindest klanglich eine drastische Verbesserung attestieren.

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