Test
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19.06.2019

Praxis

Projektion, Baby!

Nachdem ich schon vom Handling der Live Custom Trommeln sehr angetan war, lässt auch der Sound nichts zu wünschen übrig, ganz im Gegenteil! Die Kessel klingen aus der Fahrerposition wirklich fett, mit einer super Mischung aus Ton und Attack. Das Attack-Signal der dicken Tom-Kessel verpufft allerdings nicht zu einem kurzen Pöck, wie man es von einigen alten Sonor Drums kennt, sondern mündet in einen singenden, vollen und musikalischen Ton mit hoher Dynamik. Diese Mischung habe ich bisher selten angetroffen, da moderne, rockige Tom-Sounds zumeist mit sehr kurzen Tönen assoziiert werden.

Die beiden Hängetoms lassen sich erstaunlich tief stimmen, aber machen mir in der zweiten, etwas höheren Stimmung noch mehr Spaß. Hier habe ich fast den Eindruck, einlagige Felle auf den Trommeln zu haben, so offen klingt das Ganze. Das Floor Tom schlägt sich in beiden Stimmungen souverän, überzeugt also mit fettem und tiefen Sound und klingt auch höher und mit mehr Ton hervorragend. Gerade letzteres ist nicht bei allen 16er Floor Toms selbstverständlich.

Der Tiefbass-Anteil der Bass Drum ist besonders im Auslieferungszustand mit geschlossenem Resonanzfell enorm. Das dürfte vor allem Drummer interessieren, die unmikrofoniert im eigenen Proberaum spielen. In Recording-Situationen wird bei zu viel Tiefbass schnell der Low Cut angesetzt, weil zu viele Bässe einfach den Mix zumatschen. Aber auch gelocht und leicht gedämpft kann die Bass Drum mit sattem Kick überzeugen, sie spielt sich stets direkt und schnell, trotz ihres vergleichsweise langen Kessels. Das ganze Set blüht nicht nur unter den Mikrofonen auf, sondern ist auch akustisch im Raum ordentlich präsent. Auch wenn die Toms mit einlagigen Coated Ambassador Fellen etwas wärmer und noch eine Spur offener klingen, wie ich in einem späteren Testlauf herausbekommen konnte, bleibt der fokussierte Gesamtklang erhalten. Wer also auf weiche Retro-Klänge schwört, ist mit diesem Set weniger gut beraten. 

Die Snare hat ebenfalls einen beachtlichen Stimmumfang. Auch hier gibt es eine gute Mischung aus Attack und holzigem Ton. Die Schwester-Snare aus der Recording Serie fand ich noch ein wenig universeller, aber mit der Live Custom Hybrid Oak Snare gibt es eine sehr durchsetzungsfähige, crispe Snare mit viel Tiefgang. Das Teppich-Signal ist sauber, aber mit gut hörbarem Raschel-Anteil im Gesamtmix, das muss man mögen oder auf ein Modell mit etwas weniger Spiralen wechseln. Meine Favoriten sind die hohen, sehr hohen und mitteltiefen Lagen.

Aber hört doch einfach selbst, im folgenden Video könnt ihr euch ein Bild vom Stimmumfang der Snare machen.

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