Test
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19.10.2020

Praxis

Wird die Snare dem großen Namen gerecht?

Was das Handling betrifft, kann die Snare in der Praxis ihrem recht hohen Preis und dem großen Namen gerecht werden. Alle Stimmschrauben laufen geschmeidig, die Felle liegen plan auf, der Snarestrainer läuft sauber und nahezu geräuschlos – alles in allem ein sehr gut verarbeitetes Instrument. Doch wie klingt die Kombi aus Stahl, Aluminiumgussreifen, Powerstroke 3 und zehn Teppichspiralen denn nun?

Die Snare klingt nach Gadd!

Zunächst bringe ich die Snare in ein tiefes Tuning. Die Stimmschrauben des Schlagfells ziehe ich lediglich ein bisschen mehr als „fingerfest“ an, und auch das Resonanzfell wird eher locker, auf keinen Fall zu straff gezogen, um einen möglichst fetten und trockenen Teppichsound zu erreichen. Voilá, in Nullkommanix sitzt die Snare gemütlich in einem fetten, tiefen Tuning, das durch den Stahlkessel ordentlich Projektion und Luft besitzt und dank der Ausstattung mit dem vorgedämpften Powerstroke 3 Schlagfell und den Aluminiumgussreifen auch ohne zusätzliche Dämpfung sehr kontrolliert klingt. Der etwas eigenwillige Snareteppich unterstützt den trockenen Klangcharakter und gibt der Snare bei nicht ganz so fest gezogenem Resonanzfell eine leicht crunchige Note. Sehr positiv fällt zudem auf, wie gut sogar Rimshots im tiefen Tuning funktionieren, wo manch andere Snares gern sofort dicht machen. 

Mittleres Tuning

Im mittleren Tuning wird die Snare erwartungsgemäß noch kontrollierter. Die Obertöne beginnen sich musikalischer in den trockenen Gesamtsound zu integrieren. Dank des Powerstroke 3 Schlagfells erfordert es nun keine bis kaum Dämpfung mehr, um der Snare einen trockenen Backbeat zu entlocken. Durch die höhere Spannung der Felle wird nun auch der Stahlkessel deutlich stärker angeregt und sorgt bei entsprechender Spielweise für ein hohes Maß an Projektion. Soll es mal zärtlicher zur Sache gehen, bietet die Snare jedoch auf der anderen Seite ebenso eine tolle Teppichansprache und Artikulation und ist dadurch in allen Dynamikstufen sehr „ehrlich“.

Hohes Tuning

Auch im hohen Tuning bleibt die Snare sehr kontrolliert. Anstelle des eben noch dunklen, aufgeräumten Kesseltons tritt nun ein beißenderer, metallischerer Charakter in den Vordergrund, der aber weiterhin angenehm bleibt. Ihr Sound eignet sich nun perfekt für Funkgrooves, würde aber auch in wesentlich lauteren Gefilden eine gute Figur machen.

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