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29.04.2016

Windows 10 & Audio-Interfaces - Windows für Audio (und Video) optimieren

Audio-Installationen auf Windows 10 - gängige Probleme und Lösungen

Tipps und Hilfen für einen reibungslosen Workflow mit Microsoft Windows 10

Audio-Rechner sollten mit der Installation der aktuellen DAW (also Logic, Cubase, Ableton Live…) funktionieren und auch keine Probleme mit Plug-Ins und den Audio-Interfaces verursachen. Jetzt ist es bei euch vielleicht so: Der Windows-10-Rechner ist gekauft oder das Update auf Windows in Version 10 ist bereits auf dem Studiorechner installiert. Vielleicht sitzt du auch am Büro-Rechner von Tante Martha, die dich beim Familienbesuch unter der Voraussetzung „Nur nichts durcheinander bringen!“ gewähren lässt. Du freust dich, der Familien-Diskussion zu entkommen, sagst „Jaja“, packst dein Audio-Interface aus. Nun könnte man natürlich einfach loslegen, die Installer ausführen, überall „Ja“ klicken. Viel besser aber ist es jedoch, zuvor einige wichtige Punkte zu beachten – und natürlich beim Update am eigenen Rechner zuhause oder im Studio zwingend vorher ein Systembackup zu machen! Aber was, wenn alles vermeintlich richtig installiert ist und dennoch Probleme auftreten? Wir helfen mit einigen Tipps!

Allgemeines zu Audio- und Video-Installationen auf Windows-Computern

Arbeitsdaten sollten generell nicht auf der Systemplatte liegen. Sehr ratsam ist daher die Anschaffung einer SSD-Platte für System und Programme (250 GB gibt es schon für etwa 80 Euro). Content, Plug-ins und Librarys lagert man idealerweise auf einer weiteren SSD-Platte. Eine SATA 3 tut’s auch und ist natürlich wesentlich günstiger! Falls man aber nur eine HD-Platte zur Verfügung hat, sollte man diese partitionieren und sich (für die Zukunft) überlegen, ob es wirklich eine gute Idee war, System und Dateien am gleichen Ort zu horten. Beim Formatieren oder Wiederherstellen verliert man nämlich im „Worst Case“ wenigstens nicht auch noch seinen kostbaren Content.

Tipp: Man kann es gar nicht oft genug sagen: Macht Backups auf günstigen und langsamen externen USB-Platten, die erledigen den Job in der Regel vortrefflich. Idealerweise spiegelt ihr diese auch noch mal, um auch wirklich alle Eventualitäten auszuschließen.

Windows 10 will nach Hause telefonieren!

Ja, Windows 10 sammelt Daten und es fühlt sich tatsächlich so an, als wenn dies den Workflow lähmt. Das kann man glücklicherweise im Reiter „Datenschutz“ abschalten.

Tipp: Den „Sammelwahn“ umgehen kann man auch, indem man ein Nutzerkonto anlegt, welches nicht mit einer Windows-ID verknüpft werden muss. Geht auf die Schaltfläche „Start“ und dann „Einstellungen“. Dort auf „Konten“ -> „Weitere Benutzer“. In diesem Reiter „Diesem PC eine andere Person hinzufügen“. Jetzt kommt der wichtigste Teil: Auf der nächsten Seite den Punkt „Benutzer ohne Microsoft Konto hinzufügen“. Wir sind fast durch! Jetzt noch einen Namen und bei Bedarf Kennwort auswählen. Letzteres macht Sinn, wenn mehrer Personen den gleichen Arbeitsplatz nutzen. „Weiter“ und „Fertig stellen“ klicken. 

Der bunte Microsoft-Kachelwahn

Was ist denn hier los, überall kleine bunte Kästchen auf dem Screen? Mal ehrlich: Wer braucht denn das? Diese mitunter vielleicht ganz nützlichen Teilchen haben nämlich die Eigenschaft, genau in dem Augenblick, in dem du jedes Quäntchen Leistung der Kiste benötigst, eigenmächtig aktiv zu werden und dadurch zu Aussetzern zu führen – was während der Aufnahme definitiv keine große Freude bereiten wird!

Tipp: Deaktiviert am besten sofort alle nicht benötigten Applikationen in der Kachelansicht oder löscht die nicht zwingend benötigte Kachel. Letzteres macht meiner Meinung nach mehr Sinn, da dadurch alles übersichtlicher wird. Beides geht per Anwahl des „Rechtsklick“ und dann mit „Entfernen“ oder „Deaktivieren“.

Windows 10: Audio-Hardware /-Treiber

Seit der Auslieferung von Windows 10 hat sich glücklicherweise einiges getan: Viele Hard- und Softwarehersteller haben reagiert und ihre Produkte dem neuen System angepasst. Ganz zu Anfang glich die Kommunikation der Komponenten häufig einem Trümmerfeld! Das ändert sich zunehmend: So läuft beispielsweise die 64-Bit HomeVersion mit RME Fireface und Cubase 8 inzwischen recht stabil.

Tipp: Sucht regelmäßig nach Treiber-Aktualisierungen. Alle Hersteller arbeiten zwar mit Hochdruck und wollen, dass alles rund läuft. Dummerweise gibt es aber immer noch Probleme zwischen Betriebssystem und Hardware – trotz unzähliger Threads in den Foren, kompetenter Beta-Tester und dergleichen.

Video-Hardware /-Treiber unter Windows 10

Hier ist es leider etwas komplizierter! Die neue Windows 10 vorbehaltene 3D-Schnittstelle sowie DirectX 12 sind die Hürden der Entwickler. Ältere Grafikkarten, die beispielsweise unter Windows 7 noch prima gelaufen sind, warten zum Teil bis heute auf Treiber-Updates! Bedauerlicherweise werden Grafikbeschleunigungsfunktionen nicht mehr vernünftig unterstützt. Bei „Tante Marthas Rechner“ und ihren Anwendungen spielt das in der Regel keine Rolle und fällt nicht weiter auf. Aber bereits das Abspielen eines Videos mit hoher Bitrate kann zu Aussetzern oder gar zum Absturz führen – vom Videoschnitt mal ganz abgesehen! Vor kurzem erst sind Nvidia nachgezogen und haben für die am meisten verbaute GeForce-Serie ein Update veröffentlicht.

Tipp: Finger weg von USB-Grafikkarten beim Videoschnitt, denn die bremsen euer System komplett aus! Im Audiobereich ist das ok, um mal schnell einen Analyzer auf einem weiteren Monitor „zappeln“ zu lassen. Auch hier gilt es wieder regelmäßig nach Treiber-Updates zu suchen! Manchmal reicht auch das Auffrischen eines vermeintlich nicht funktionierenden Treibers, um der Grafik wieder Leben einzuhauchen. Und generell gilt auch hier wie immer: Schaltet alles aus, was ihr nicht wirklich benötigt!

Offiziell heißt es, dass alle Treiber auch abwärtskompatibel sind, was jedoch in der Praxis leider nicht immer ordnungsgemäß abläuft. Falls es keinen konkreten Windows-10-Treiber gibt, funktionieren wahrscheinlich die Versionen von Windows 7 oder 8. So lange ihr Standard-Software verwendet, sollten diese auch wahrscheinlich irgendwie funktionieren. 

Fazit

Ob ich euch zu Windows 10 rate? Ich bin mir ganz ehrlich nicht sicher! Einerseits ist es das Betriebssystem der nächsten Jahre und man muss sich, wenn man Windows-User ist, zwangsläufig damit anfreunden. Auf der anderen Seite läuft die Kiste für meinen Geschmack noch etwas zu „knorpelig“ aufgrund fehlender Updates und Fixes.

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