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Test
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18.10.2016

WaveDNA Liquid Music Test

Kompositions-Software

Von der Skizze zum Hit

Ist der nächste Hit nur noch eine Skizze entfernt? Der kanadische Hersteller WaveDNA hat mit Liquid Music eine Software auf dem Markt, die aus per Maus gezeichneten Skizzen Melodien und Harmonien erzeugen soll. Kenntnisse über Harmonielehre sind dabei nicht erforderlich. Wir haben uns das Programm näher angesehen und gecheckt, ob das Skizzenzeichnen nur Spielerei ist oder als Kompositionshilfe taugt.

Ursprünglich als "Max For Live"-Plug-in für Ableton Live entwickelt, gibt es Liquid Music nun auch als MIDI-Effekt-Plug-in im VST- und AU-Format. Der Hersteller bietet eine 30-Tage-Testversion, die im vollen Umfang nutzbar ist.

Details

Kompatibilität und Verfügbarkeit

Die Software läuft unter Windows ab Vista und unter Mac OS X ab Mountain Lion. Liquid Music ist verfügbar für Max for Live (Ableton Suite 9 und Max 6.1 vorausgesetzt) sowie als VST- bzw. AU-Plug-in, jeweils in 32 und 64 Bit. Der Hersteller bietet eine 30-Tage-Testversion, die im vollen Umfang nutzbar ist.

Bedienoberfläche und Konzept

Das Herzstück wirkt zunächst einmal wie eine gewöhnliche Pianorolle. Der große Unterschied ist jedoch, dass sich hier keine Noten durch Mausklicks programmieren oder mit dem Keyboard live einspielen lassen. Vielmehr werden hier sogenannte Skizzen (Sketches) wortwörtlich gezeichnet. So skizziert man mit der Computermaus den Verlauf der Melodie, woraufhin die Software entsprechende MIDI-Noten in der Pianorolle generiert. Wie das aussieht, seht ihr in folgendem Video.

Manuelle Änderungen, beispielsweise das Hinzufügen oder Löschen einzelner Noten, sind in der Pianorolle nicht vorgesehen, denn um die Skizze auszuarbeiten, verfolgt Liquid Music ein anderes Konzept. Im „Harmony Builder“ wird die Skizze in Grundton, Akkordfolge, Voicing und Rhythmus verfeinert. Dabei ist musiktheoretisches Vorwissen nicht erforderlich. Akkordfolgen kann man sich ganz einfach vorgeben lassen. Möchte der Anwender Melodie, Harmonie oder Akkordfolge in die DAW exportieren, bietet die Software praktisches Drag & Drop.

Key und Chords

Grundton und Tonart werden im Layer „Key“ festgelegt. Neben Dur und Moll stehen zum Beispiel auch Jazz-Tonarten zur Verfügung. Die Noten in der Pianorolle folgen dem eingestellten Key, sodass nie falsche Noten generiert werden – die Komposition bleibt immer „in tune“. Unter „Chords“ werden Akkorde und Akkordfolgen ausgewählt. Mit dem „Suggester“ kann man die Stimmung der Komposition und somit die Akkordfolge festlegen; zur Auswahl stehen jazzy, epic, happy, weird, sad, melancholy oder colorful. Es gibt jedoch keine Optionen, die Akkorde anzupassen.

Das geht im „Chord-Sequenzer“, einem Akkord-Baukasten für Fortgeschrittene. Mit Chord Root, Chord Type und Chord Modifier hat man alles griffbereit, um einen Akkord auszuwählen, ihn beispielsweise suspended 4 mit 6th- bis 13th-Noten spielen zu lassen.

Voice

Die Harmonie lässt sich unter Voice mit weiteren Stimmen ergänzen. Mit nur einem Klick werden aus Dreiklängen Vierklänge – alles passend zum eingestellten Key. Mit dem Voice Filter justiert man die Stimmen in Anschlagstärke und Notendauer, um Akzente zu setzen. Hier gibt es auch den Arpeggiator, der neben Standard-Up&Down-Mustern auch ausgefallene Arpeggios bereithält.
 

Rhythm

In der Rhythm-Sektion wird der rhythmische Part der Komposition modifiziert. Die Modifiers dienen der Variation von Dauer, Anschlagstärke und Groove der Noten. Dazu mehr im Praxisteil.

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