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Test
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08.02.2013

Voxengo Boogex Test

IR-Cabinet-Simulation

Heilige Dreifaltigkeit!

Über die Simulation von Gitarren- und Bassverstärkern zu schreiben, ist mittlerweile ja fast schon ein alter Hut. Die Auswahl erscheint so zahlreich, dass man mittlerweile die sprichwörtliche Qual der Wahl hat. Und auch in Sachen Authentizität hat sich in den letzten Jahren einiges auf diesem Gebiet getan. 

Eine Thematik, die in diesem Zusammenhang dennoch häufig unter den Teppich gekehrt wird, ist eine entscheidende, Sound-prägende Komponente im Signalweg: die Gitarren- bzw. Bassbox (und natürlich auch das Mikrofon, das das Ganze aufzeichnet). Umso wichtiger ist es also, genau diesen Sachverhalt ins Zentrum des Geschehens zu rücken. Ein Plug-In, das ausschließlich für diese Aufgaben konzipiert wurde, ist Boogex von Voxengo. 

Hiermit liefert das Unternehmen, welches sich schon aufgrund zahlreicher anderer, hochwertiger Effekt-Plug-Ins einen festen Platz in der Audiosoftwarebranche sichern konnte, eine Komplettlösung für die Simulation von Gitarren- bzw. Bassboxen, die sogar kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

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DETAILS

Schon auf den ersten Blick wird klar, dass es beim Boogex nicht um knallbunte Oberflächen und schmeichelnde Interfaces geht, sondern um Übersichtlichkeit und vielfältige Parameter. Doch fangen wir lieber erst mal ganz vorne an. Der Boogex arbeitet auf der Basis von Faltung und simuliert mit Hilfe sogenannter Impulsantworten das Klang- und Ansprechverhalten einer ab-mikrofonierten Box. 

In der Theorie stellt sich das folgendermaßen dar: Impulsantworten, welche in den meisten Fällen lediglich in Form einer sehr kurzen WAV-Datei vorliegen, haben das Frequenz und Zeitverhalten einer Gitarrenbox gespeichert. Das wird erreicht, in dem vorher durch die Box ein Testsignal (Impuls...) mit umfangreichem Frequenzspektrum (z.B. ein Rauschen oder Sinus-Sweep) abgespielt wird und aufgenommen wird (...-Antwort). Somit wird der Eigenklang des Lautsprechers abgespeichert. Diese Datei dient nun als Grundlage für PlugIns, wie z.B. den Boogex, um das trockene Inputsignal beim Einspielen der Gitarre darum zu „falten“ wodurch das Klangverhalten der ursprünglichen Gitarrenbox entsteht. Mathematisch gesprochen: Eine Faltung im diskreten Zeitbereich ist eine Multiplikation im Frequenzbereich. 

Doch Boogex hat noch weit mehr zu bieten als das, denn zur Formung des Klangs stehen dem Nutzer noch zahlreiche weitere Parameter zur Verfügung. Angefangen bei einer Pre-Filter Sektion, die vorrangig dazu dient, Über- bzw. Unterbetonungen im Frequenzgang der Gitarrenpickups bzw. des Topteils auszugleichen. 

Wirklich besonders ist hingegen die Amplifier-Sektion des Boogex. Mit dieser lassen sich spezifische Endstufencharakteristika nachbilden. Mit Parametern für „Tone“, „Drive“, „Dynamics“ und „Phase“ stehen dem User hier eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, um den Sound einem akribischen Finetuning zu unterziehen -  wenn man nicht zu den Ultra-Puristen zählt. Obwohl der Boogex bereits eine ansehnliche Anzahl an Impulsantworten mitliefert, empfiehlt es sich dennoch, selber herumzuprobieren oder aber das Internet nach geeigneten Sounds zu durchstöbern. Fündig wird man dort auf jeden Fall.

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