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Test
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16.02.2010

Vestax TR-1 Kaito Test

Born to be wild

Intro



„Klotzen, nicht kleckern“ scheint die Devise im Lager Vestax zu lauten, wenn es um die Konstruktion DJ- und Performer-tauglicher MIDI-Konsolen geht. Nachdem die Japaner mit VCI-100 den Wegbereiter für eine neue Klasse qualitativ hochwertiger Controller konstruierten, folgten mit Kompaktlösungen wie VCM-100 oder VCM-300 für Serato Itch und Ableton Mischpult VCM-600 weitere trendige Steuer-Konzepte. In Kürze steht mit Spin samt Mac Software DJAY3 auch schon Release Nummer sechs in europäischen Verkaufsregalen. Mit einer UVP von 265 Euro wendet Letztgenannter sich wohl eher an Einsteiger. In den USA ist das Gerät bereits seit zwei Monaten ausschließlich über den Apple Store zu beziehen.



Vestax Konsolen haben nicht nur aufgrund der außergewöhnlich guten Verarbeitung und Qualität der Bedienelemente einen gewissen Kultstatus in der Controllerszene erlangt. Gerade der VCI-100 hat eine treue Gefolgschaft und trägt dank zahlreicher Modifikationen, Overlays und ausgezeichneter Third Party-Unterstützung, zum guten Image bei. Mein heutiger Testkandidat TR-1, das Kaito-Signature-Model, wendet sich an Traktor-DJs und trumpft mit vollwertiger Vier-Deck-Kontrolle auf. Ob er diesen Erfolg wiederholen kann?

Eines ist deutlich zu erkennen. Wurden zu Beginn des Controllerism zunächst eher Universalgeräte mit breitgefächerter Software-und Layout-Kompatibilität konstruiert, sind nun - sicherlich auch bedingt durch den Siegeszug digitaler Vertriebsformen - immer mehr Einheiten mit genrespezifischen Eigenschaften gefragt. Ein Mainstream- oder Wedding-DJ stellt nun einmal andere Ansprüche an einen Controller, als ein Lounge-DJ. Zum Beispiel einen Mikrofoneingang. Den könnten auch scratchende MCs für sich beanspruchen und benötigen zudem große Jogdials. Reiselustigen Bar-Beschallern reicht unter Umständen eine kompakte zwei Kanal-Konsole mit EQ aus. In technoiden Klangspektren verzichten DJs nicht selten auf Jogwheels und steuern die Tracks statt dessen über Taster. Der so gewonnene Platz lässt sich für Effekt und Loopsektionen einsetzen, die in elektronischen Sparten mittlerweile zum Pflichtprogramm gehören. Gemixt wird mit den Linefadern. So auch beim TR-1. Vestax und Produktionspate Hiroshi Watanabe a.k.a. Kaito schaffen in diesem Zug neben den Jogdials auch gleich den Crossfader ab.

Mit einer UVP von 594 Euro und einem aktuellen Straßenpreis von 499 Euro ist unser interfaceloses Testgerät eines der teuersten seiner Klasse. Es kostet deutlich mehr als Hercules Control-Steel (198 €) oder Numarks Stealth-Control (249 Euro). Der Teufel muss also im Detail stecken, oder?

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