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Test
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07.12.2017

Vergleichstest Einsteiger-Sets E-Bass

6 Starter-Sets mit Bass, Verstärker und Zubehör im direkten Vergleich

Herzlichen Glückwunsch: Du hast dich entschieden, Bass zu spielen - willkommen auf der Sonnenseite des Lebens! Spaß beiseite: die Entscheidung, selbst Musik zu machen, ist natürlich immer per se begrüßenswert und eine enorme Bereicherung für das eigene Leben. Die erste Herausforderung, die sich dabei stellt, ist die Auswahl des entsprechenden Instruments. In unserem Fall dreht es sich ja um den E-Bass, und darüber hinaus sind für den Anfänger auch noch ein Verstärker und ein paar weitere Kleinigkeiten nötig.

Hier auf Anhieb das Richtige zu finden, kann sich ohne entsprechendes Vorwissen schon als verwirrend und schwierig herausstellen. Ein Blick ins Internet und auf die immense Vielfalt des Angebots macht die Sache eher noch schlimmer. Was für unterschiedliche Bassmodelle es gibt und woran man einen guten Bass von einem schlechten unterscheiden kann, haben wir für euch in unserem bonedo-Kaufberater für E-Bass zusammengefasst.

Abhilfe schaffen aber auch sogenannte "Starter-Sets", die von einigen Herstellern angeboten werden. Sie liefern ein preisgünstiges Rundum-Sorglos-Paket, das alles Nötige beinhaltet, um sofort loszulegen. Zudem hält sich die Anfangsinvestition so in überschaubaren Grenzen. Dies ist ja auch oft ein Argument - gerade für Eltern, die sich nicht sicher sind, ob ihr Sprössling auch bei der Stange bleibt oder vielleicht nur wieder gerade eine fixe Idee im Kopf hatte. Sechs dieser Pakete habe ich mir genauer angesehen und miteinander verglichen. Nachfolgend findet ihr die Einzeltests, Infos über den Versuchsaufbau und ein Gesamtfazit zum Thema folgen weiter unten auf dieser Seite.

Ibanez IJSR 190 Test

Ibanez IJSR 190 Test

Das Ibanez IJSR 190 Paket ist wirklich üppig und beinhaltet Bass, Verstärker, Kabel, Tasche, eine Tasche für Kleinkram, Ständer, Gurt, Plektren, Stimmgerät und einen Kopfhörer.

Individuelles modulares Set: Creative Bundle

Neben den bereits konfigurierten Einsteiger-Sets bietet das Musikhaus Thomann auf seiner Webseite die Möglichkeit, sich unter dem Namen Creative Bundle ein individuelles Paket zusammenzustellen, das man seinen persönlichen Bedürfnissen und/oder dem eigenen Budget anpassen kann. Das macht natürlich Sinn, setzt aber auch voraus, dass man bereits weiß, was man möchte. Dieses Paket ist dann entsprechend günstiger als die Summe der Einzelpreise.

Weitere Infos zu den Creative Bundles gibt es hier.

Versuchsaufbau

Um den Test so authentisch wie möglich zu machen, bekam ich alle Sets so, wie sie auch jeder andere Kunde bekommt. Die Bässe waren "out of the box", hatten also keinen extra Service, wie ein Setup etc., genossen. Es ist davon auszugehen, dass man als Anfänger noch nichts über das Einstellen des Halsspannstabs und der Brücke weiß. Deshalb ist es natürlich enorm wichtig, dass das Instrument in einem sehr gut bespielbaren Zustand zum geneigten Kunden kommt. Vermutlich erst einmal viel wichtiger, als verwendete Korpushölzer oder derlei Fakten. Ein schwierig zu bespielendes Instrument kann einem nämlich gerade am Anfang sehr schnell die Lust an der Sache verderben und das wäre schade.

Die Klangbeispiele sind eine Mischung aus einem D.I.-Signal des Instruments und einem Raum-Mikrofon (Neumann U87), welches ca. 1 Meter vor dem Amp des jeweiligen Pakets platziert war. Sämtliche Regler, sowohl an den Instrumenten wie auch an den Verstärkern, waren in Neutralstellung.

Fazit

Zuerst stellt sich die Frage, was ein gutes Einsteiger-Set ausmacht. In erster Linie sollte es dem/der aufstrebenden Bassisten/in das Leben so leicht wie möglich machen, also keine unnötigen Hürden in den Weg stellen. Das Instrument muss ohne großen Aufwand bespielbar sein und das Gewicht sich möglichst im Rahmen halten. Das Set darf dagegen nicht den Eindruck erwecken, Bass spielen sei schwer und harte Arbeit, bei der regelmäßig Finger und Rücken schmerzen. Nein: Spaß, Spaß, Spaß sollte die Devise sein.

Dazu gehört auch ein Verstärker, der einigermaßen tiefe Frequenzen übertragen kann. Nur wer Freude an der Sache hat, ist auch motiviert, und die Chancen einer dauerhaften Liebesbeziehung zwischen Mensch und Bass erhöht sich drastisch. Deshalb stehen spielen bei Einsteiger-Sets Faktoren wie Bespielbarkeit, Gewicht, Größe etc. eine viel bedeutendere Rolle als Spezifikationen wie Korpus-Holz und dergleichen.

Diese Tatsache vorausgesetzt muss man sagen, dass bis auf zwei Ausreißer alle Sets diese Bedingungen vollständig erfüllen und allen darf man ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bescheinigen - manchen sogar ein hervorragendes. Das Niveau der Instrumente, ihrer Verarbeitung und Ausstattung, ist angesichts des Preises wirklich erstaunlich. Da hat sich in den letzten Jahren doch sehr viel getan!

Ehrlich gesagt, war ich vor diesem Test etwas besorgt, was mich da erwartet. Ich bin aber aufgrund der in Relation zum Preis gebotenen Qualität fast ausnahmslos positiv überrascht. Alle Bässe machen es dem Anfänger leicht und stellen ihm keine unnötigen Hindernisse in den Weg (mit Ausnahme des Gewichts des JB-75 und dem zu kleinen Ibanez-Verstärker).

Kinder, Jugendliche und generell Menschen mit kleineren Händen sind bei Ibanez, Epiphone oder der Shortscale-Variante des HB PB-20 am besten aufgehoben. Der Squier Affinity, der Harley Benton PB-20 und JB-75 sind für ausgewachsene Hände zu empfehlen. Allerdings fällt der JB-75 beim Gewicht doch arg aus dem Rahmen. Hier ist es sinnvoll, sich vor Ort einen aus verschiedenen JB-75s auszusuchen.

Der Epiphone Toby Bass und der Harley Benton PB-20 positionieren sich klanglich und optisch meiner Meinung nach eher in der Rock-Ecke. Alle anderen sind mit Aussehen und Sound klassische Allrounder. Was man mit dem Set schon so alles anstellen kann, wird durch den mitgelieferten Combo-Verstärker definiert. Mit dem Epiphone und den beiden Harley-Benton-Sets kann man sowohl alleine zu Hause, wie auch schon in moderater Lautstärke mit anderen Musikern jammen. Der Amp von Fender ist ok für das alleinige Üben, der Ibanez reicht leider nicht mal dafür.

Beim Zubehör glänzen Ibanez und Epiphone mit Quantität, die drei anderen liefern mit Gurt und Kabel (evtl. noch Tasche) das Nötigste, was aber zum Start auch ausreichend ist. Sämtliches Zubehör ist erwartungsgemäß von einfacher Qualität, funktioniert aber tadellos.

Wird man bei den vorkonfigurierten Einsteiger-Sets nicht fündig, bietet das modulare System auf der  Thomann-Webseite die Möglichkeit, sich selbst ein auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenes Paket zu schnüren. Das ist sinnvoll, wenn man bereits weiß, was man will und braucht und/oder durch Eltern/Geschwister etc. die ein oder andere Komponente bereits zu Hause hat.

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