Software
Test
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10.05.2016

Tracktion BioTek Test

Software-Synthesizer

Umwelt meets FM

Gegensätze ziehen sich bekanntlich an, so auch beim „Organic Synthesizer“ BioTek. In diesem Klangerzeuger vereint der Hersteller Tracktion Samples aus Natur und Technik mit fortschrittlicher Synthese. Laut Hersteller sollen sich aufwendige Klangwelten durch Patch-abhängige Parameter und einem ausgeklügelten X/Y-Feld ganz einfach erstellen lassen. 

BioTek ist verfügbar für OS X (ab 10.7.5), Windows (ab Version 7) in 32 und 64 Bit sowie für Linux (ab Ubuntu 10.04 und Debian 6) in 64 Bit. Das Plug-in unterstützt die Schnittstellen VST, AU, AAX und Linux-VST und ist nur als Download erhältlich.

Details

Entwicklung

Für die Samples griff man auf Umgebungsgeräusche aus Natur, Industrie und Stadt zurück. Diese zeichnete Mike Wall über 20 Jahre lang quer durch die USA auf. Beteiligt waren zudem Wolfram Franke, der schon für Waldorf und Steinberg Klangerzeuger entwickelte, Sounddesigner Taiho Yamada (Sounddesigner für Avid und Alesis) sowie Grafikdesignerin Kristina Childs.

Bedienoberfläche und Konzept

Die übersichtliche Single-Screen-Bedienoberfläche wird von einem X/Y-Feld namens „Ring Display“ dominiert. Mit diesem werden Multi-Layer-Sounds nahtlos ineinander übergeblendet. Mittels grafischer Animation erhält man beim Durchfahren der Layer ein visuelles Feedback, in welcher Soundkategorie man sich gerade befindet: Natur (Bäume oder Vögel) oder Technik/Urban (Computerchip oder Großstadtgebäude).

Weiterhin bietet der BioTek die Sektionen Oscillators, Envelopes, Filters, LFOs, Effects, Master und „Mana“. Die göttliche Speise regelt beispielsweise, wie viel Sample- oder Synthesizer-Anteil der Sound enthalten soll: Beim BioTek erzeugen nicht nur die Samples den Klang, sondern auch die auf FM-Synthese basierenden Oszillatoren.

Macro Controls

Die Module bieten bekannte Parameter; diese wurden allerdings Patch-abhängig angepasst und lassen sich nicht verändern. „Patch Specific Macro Controls“ nennt das der Hersteller. So steuern die LFOs beispielsweise in einem Patch die Filter und in einem anderen den Pitch eines Arpeggiators. Ebenso können die Parameter der Effekt-Sektion in einem Patch Reverb und Delay und im nächsten Phaser und Flanger regeln. Dieses Prinzip wird nur in der Master-Sektion durchbrochen. Sie ist für alle Patches identisch und dient mit „Master Volume“ und „Effects Mix“. 

Das erleichtert das Erstellen komplexer Sounds, da keinerlei Vorwissen erforderlich ist. Andererseits ist dieses Konzept nicht frei von Überraschungen, da die Macro Controller bei jedem Patch anders belegt sein können.

LFO und Flow LFO

Die zwei „normalen“ LFOs bestehen aus einfachen Reglern, wobei einer der beiden beispielsweise Tremolo Depth und der zweite die dazugehörige Rate steuert. Anders verhält es sich mit den sogenannten Flow LFOs. Zwar sind auch hier die Parameter fest im Patch verankert, jedoch bieten die LFOs weitaus mehr Kontrolle, da sie mit acht LFO-Rates aufwarten (16 Bar, 1 Bar, 1/2, 1/4,  1/8, 1/16, 1/16t und 1/32). Der Clou: Für jede Rate lässt sich eine von zwölf Wellenformen auswählen. Mit einem Schieberegler können die acht Zeitraster mit ihren verschiedenen Wellenformen durchfahren werden. 

Universelle Parameter

Darüber hinaus verfügt der BioTek über in jedem Patch identische Bedienelemente. Dazu zählen die eben erwähnte Master-Sektion, Einstellungen von Master Tuning, Anzahl der Voices sowie eine Global-Sektion. Um Rechenleistung zu sparen, können hier Multi-Core-Processing und die Animation des Ring Displays angepasst werden. Hinzu kommt ein Arpeggiator. Ist er deaktiviert, werden rhythmische Layer der Patches als einzelne Elemente abgespielt. Im External-Modus synct der Arpeggiator zur DAW, andernfalls lässt sich ein eigenes Tempo definieren.

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