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Test
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30.10.2014

Thomann DP-25 Test

Digitalpiano

Unschlagbar günstig – oder doch eher billig?

Das Thomann DP-25 ist mit einigem Abstand das günstigste Digitalpiano in unserem Testmarathon. Gerade einmal 279 Euro ruft Deutschlands größter Musikalienhändler für das Instrument unter eigener Flagge auf, der optionale Ständer ist mit 39 Euro ebenfalls billiger als bei der Konkurrenz.

Wir haben uns gefragt, ob neben dem Preis noch weitere Argumente für das DP-25 sprechen.

Details

Gehäuse

Das Gehäuse des DP-25 besteht aus stabilem Kunststoff und macht einen haltbaren, wenn auch nicht besonders edlen Eindruck. Einen Tastaturdeckel gibt es nicht – wenn das Instrument länger nicht gespielt wird, sollte man es also mit einem Tuch abdecken, damit sich kein Staub ansammelt. Der mitgelieferte Notenhalter aus Draht wird oben aufgesteckt und sieht natürlich längst nicht so edel aus wie die hölzernen Notenpulte vieler teurerer Pianos, erfüllt aber seinen Zweck. Immerhin gibt es eine Querstrebe, die verhindert, dass lose Blätter nach hinten durchrutschen. Bei unserem Testgerät passte der Halter nicht perfekt und ließ sich nur schräg einstecken. Ein einfacher Sustain-Fußtaster wird mitgeliefert, kann aber nur als Notlösung bezeichnet werden – das kleine Plastikpedal rutscht leicht weg und sollte schnell durch ein solideres Modell ersetzt werden.

Das kompakte DP-25 lässt sich auf einen handelsüblichen Keyboardständer und dank Gummifüßen auch auf einen Tisch stellen. Mit knapp 17 kg geht das Gewicht noch als transportabel durch, wenngleich das DP-25 doch ein ganzes Stück schwerer ist als etwa das Casio CDP-130 oder das Yamaha P-35. Für den Hausgebrauch empfiehlt sich die Anschaffung des optional erhältlichen Ständers, der ebenfalls einen soliden Eindruck macht und mit knapp 40 Euro – anders als die teuren Untergestelle einiger anderer Hersteller – kein allzu großes Loch in den Geldbeutel reißt. Zusammen mit dem DP-25 ergibt er eine stabile Einheit, die kaum wackelt. In den Ständer sind zwei graue Plastikpedale für Sustain und Soft integriert; das mittlere, selten benötigte Sostenuto-Pedal wurde weggelassen. Leider erscheinen gerade die Pedale – also die Teile, die man wortwörtlich mit Füßen tritt – nicht ganz so stabil wie der Rest des Instruments, von der schmucklosen Kunststoffoptik ganz zu schweigen. Hier zeigt sich dann doch, dass bei der Entwicklung des Thomann-Pianos jeder Cent zweimal umgedreht wurde.

Bedienfeld

Das Bedienfeld des DP-25 ist zwischen Tastatur und Notenhalter angeordnet und erfreulich üppig mit beleuchteten Knöpfen bestückt. Zwar wird das Piano dadurch nicht gerade eleganter, aber dafür hat man die meisten Funktionen im direkten Zugriff und muss nicht mit komplizierten Tastenkombinationen hantieren. Links befinden sich der Netzschalter und ein Schieberegler für die Lautstärke. Es folgen sieben Taster für Funktionen wie Transponierung, Effekte, Metronom, Split-Modus und Recorder sowie ein Function-Button, der erweiterte Einstellungen zugänglich macht. In der Mitte hat ein dreistelliges „Weckerdisplay“ Platz gefunden, das den gewählten Sound anzeigt und beim Einstellen von Werten hilft. Es wird von einem Daten-Endlosregler flankiert, der im Normalbetrieb das Tempo des Metronoms bestimmt. Im Bearbeitungsmodus dient er zum Einstellen diverser Parameter und kann sogar auch als zuweisbarer MIDI-Controller verwendet werden und MIDI Program Changes senden. Das ist sehr praktisch, wenn man das DP-25 als Masterkeyboard zur Steuerung eines anderen Klangerzeugers benutzt. Die rechte Hälfte des Bedienfelds ist den Sound-Auswahltastern vorbehalten – für jeden Sound des DP-25 gibt es einen eigenen Knopf.

Anschlüsse

Alle Anschlüsse befinden sich beim DP-25 auf der Rückseite. Für ein so günstiges Instrument kann man hier nicht meckern: Es gibt eine Kopfhörerbuchse, einen Anschluss für das Sustainpedal bzw. die in den Ständer integrierte Pedaleinheit sowie MIDI In und Out. Erfreulich und keineswegs selbstverständlich ist der als zwei Klinkenbuchsen ausgeführte Stereoausgang. Er dient zur Verbindung mit einem Mischpult bzw. einer externen Verstärkeranlage und unterstreicht die Live-Tauglichkeit des DP-25. Diesen Ausgang sucht man sogar bei vielen deutlich teureren Digitalpianos vergeblich, wo man häufig die Kopfhörerbuchse dafür zweckentfremden muss. Aber ganz wunschlos glücklich bin ich nicht, denn ein USB-Anschluss wurde leider weggelassen. Für die Verbindung zu einem Computer muss man also auf die traditionelle MIDI-Schnittstelle zurück greifen und gegebenenfalls in ein entsprechendes Interface investieren.

Lautsprecher

Die beiden Lautsprecher des DP-25 befinden sich hinter ovalen Kunststoffgittern und strahlen nach oben ab. Sie leisten 2 x 10 Watt. Das reicht zwar für das dezente, Nachbarschafts-freundliche Üben zu Hause aus, aber die kleinen Speaker können ihre Schwächen nicht ganz verbergen. Der Klang ist etwas matt und pappig und bei höherer Lautstärke beginnt es deutlich zu verzerren. Hier haben die Konkurrenten zum Teil mehr zu bieten.  

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