Test
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03.06.2020

Praxis

Kühlen Kopf bewahren ist in dieser seltsamen Zeit wichtig. Daher stand zuerst ein Test der Kühlung an. Das Kühlkonzept habe ich im Kneipenmodus simuliert. Einmal eingebaut in eine Festinstallation fühlen sich nicht wenige Amps wie ausgesetzte Hunde auf einer Autobahnraststätte. Keiner kümmert sich wirklich um diese bedauerlichen Leistungsverstärker, bis sie im Dauerbetrieb mehr Staub und Pelz ansetzten als Problembär Bruno. Folgerichtig geht der Amp irgendwann aufgrund fehlender Kühlung in den Protect-Modus. Dann hilft nur noch eine umfassende Grundreinigung, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können. Um diesen Zustand zu simulieren, habe ich mit Gaffa-Tape kurzerhand fast alle Lüftungsschlitze auf der Frontseite abgeklebt und den Amp unter Last einige Stunden laufen lassen, während ich meine Kabelbestände gereinigt habe. Leider mit unglaublich unspektakulärem Ergebnis. Weder die E-1500 noch die E-1200 hat die künstliche Atemnot beeindruckt.

Die Amps laufen einfach weiter. Nicht einmal sonderlich warm sind die Kandidaten geworden. Nur mir wurde warm ums Herz, denn ich bin nachhaltig überrascht, wie gut die günstigen Verstärker klingen. Ein Grundrauschen ist zwar nicht zu überhören, aber das stört spätestens dann nicht mehr, wenn man eine Zimmerlautstärke erreicht hat. Im Vergleich zu den Haus-Endstufen des Clubs (Lab Gruppen Nachbauten und Powersoft T604) brauchen sich die t.amps klanglich nicht zu verstecken. Hier wird zuverlässig verstärkt, was am Eingang anliegt und genau das erwartet man doch von einer guten Endstufe.

Ringkern-bestückte Endstufen sind zwar aufgrund ihres Gewichts nicht unbedingt eine Freude beim Be- und Entladen, aber sie performen in der Regel dafür gut im Bassbereich und gelten aufgrund ihrer bewährten Konstruktion als robust und zuverlässig wie ein VW Käfer. Genau durch diese Eigenschaften empfiehlt sich die E-Serie besonders für budgetorientierte Festinstallationen. Set & forget!

Einbauen und einmal im Quartal reinigen, viel mehr Aufmerksamkeit verlangen diese Endstufen nicht. Dafür ist der Gegenwert überraschend gut. Die Amps klingen neutral und gehen unter Volllast und bei einer ungünstigen Kühlumgebung nicht in die Knie. Aufgrund der drei Betriebsmodi, der XLR-Armaturen und der Flexibilität bei den Lautsprecheranschlüssen lassen sich die Testverstärker für alle möglichen Aufgaben verwenden.

Für den Einsatz in Mehrweg-PA-Systemen benötigt man natürlich noch einen zusätzlichen PA-Controller. Schade nur, dass sich die Eingangsempfindlichkeit an den Endstufen nicht umschalten lässt. Wobei die meisten Speaker-Controller mit der Eingangsempfindlichkeit der Kandidaten (0,77 Volt) kein Problem haben dürften. Aber irgendwo muss sich der niedrige Preis auch bemerkbar machen. Ich hatte jedenfalls eine gute Zeit mit der E-Serie, die ich zum Testhören einen Tag an die Hausanlage meines Haus-und-Hof-Clubs angeschlossen habe, um die dortigen Horntopteile (2x12“/1,4“) und die Bühnen-Infills (8/1“) zu befeuern.

Ich sehe die E-Serie als kostengünstige Allround-Amps, die eingesetzt als Antrieb für kleinere PAs, Installationen oder als Monitor-Amps nicht gleich die Bank sprengen, vor allem wenn man gleich mehrere Verstärker benötigt.

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