Bass Hersteller_Tech21
Test
7
20.01.2020

Praxis

Ich begrüße es sehr, wenn Hersteller mit ihren Produkten einige Beispiele für Einstellungen mitliefern, sodass auch weniger erfahrene Musiker einen schnellen und unkomplizierten Einstieg finden. In der Bedienungsanleitung des Geddy Lee Preamps sind erfreulicherweise neun Beispiele für tolle Sounds abgebildet. Ein paar davon habe ich für die anschließenden Audiobeispiele verwendet und wir beginnen direkt mit "Geddy's Personal Setting":

Wow, ein paar Handgriffe genügen bereits, um mit dem Sansamp YYZ in die Nähe von Geddy Lees Sound zu gelangen! Hier werden schnell die Qualitäten des analogen Preamps offensichtlich: Der satte Sound besitzt viel Wärme und die Verzerrung klingt absolut harmonisch. Durch das Tight-Feature wird der verzerrte Sound im unteren Bereich etwas schlanker, sodass die cleanen Tiefbässe ein volles und klares Fundament abbilden können. Sehr positiv finde ich zudem, dass der Preamp den grundsätzlichen Klangcharakter des verwendeten Basses nicht verbiegt - mein Jazz Bass klingt trotz Verzerrung und EQ-Veränderungen nach wie vor sehr natürlich!

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In den nächsten beiden Beispielen hört ihr den Sansamp YYZ mit etwas weniger Verzerrung und leichten EQ-Veränderungen. Mit dem Dreiband-Equalizer lässt sich der verzerrte Sound erstaunlich einfach und effektiv anpassen. Die Abstimmung des Mittenreglers finde ich dabei besonders gelungen: Boostet man die Mitten, so wird der Sound deutlich aggressiver, ohne jemals zu nerven, und mit einer Absenkung lassen sich schöne Scoop-Sounds aus dem Pedal locken. Die Flexibilität erreicht Tech21 durch verschiedene Einsatzfrequenzen für Cut (1 kHz) und Boost (2 kHz) - ein sehr effektives Feature mit hohem Praxiswert!

Jetzt schalten wir ein paar Gänge hoch und wollen hören, wir der Signature-Sansamp mit voll aufgedrehtem Drive-Regler klingt. Es ist durchaus bemerkenswert, dass sich selbst bei dieser verhältnismäßig extremen Einstellung keine harschen Frequenzen oder nervig-dünne Höhenanteile in den Klang mischen. Bei Aufnahmen oder für die Abnahme bei Livegigs kann man mit dem Sansamp YYZ deshalb durchaus auf eine Boxensimulation verzichten - das Pedal liefert bei aller Flexibilität stets organische und harmonische Sounds.

Auch fuzzartige Gesckmacksrichtungen sind mit dem Geddy Lee Preamp umsetzbar. Für die Aufnahme habe ich die Verzerrung wieder etwas reduziert und die Höhen leicht abgesenkt.

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Und wer jetzt denkt, dass der Sansamp von Geddy Lee nur verzerrte Sounds kann, täuscht sich gewaltig. Die Flexibilität des Pedals ist wirklich erstaunlich - mit etwas Fingerspitzengefühl gelingen auch tolle cleane bzw. nur leicht gesättigte Sounds. Im ersten Clip hört ihr, wie es klingt, wenn man den Mix-Regler einfach komplett nach links dreht. Der untere Bereich wird in den Tiefmitten deutlich aufgeblasen und die Höhen sind etwas abgesenkt - ein cooler, weicher Fingerstyle-Sound, den man durchaus ohne weitere Anpassungen einsetzen kann.

Beim letzten Audiobeispiel stehen alle Regler in der Mitten auf 12 Uhr. Mit meinem passiven Jazz Bass bleibt der Sound bei dieser Einstellung fast clean, der Sättigungsgrad hängt aber logischerweise sehr stark vom Pegel des verwendeten Basses ab.

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