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Test
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29.04.2015

Tascam US-16x08 Test

USB Audio-Interface

Tascams Tiefpreiskünstler

Das Tascam US-16x08 USB Audio-Interface im bonedo-Test: Mit dem US-16x08 bietet Tascam ein Audio-Interface mit stattlichen 16 analogen Eingangskanälen, 8 Ausgängen und einem DSP-Chip für Echtzeit-Effekte an. Dass eine solche Ausstattung für einen Straßenpreis von unter 300 € erhältlich ist, darf man fast schon als unerhört bezeichnen. Doch gibt es in diesem Bereich einen schmalen Grat zwischen „günstig“ und „billig“. In diesem Test werden wir herausfinden, in welche dieser Kategorien unser Testkandidat einzuordnen ist.

Gerade mit der US-Serie hat sich Tascam über die Jahre hinweg einen soliden Ruf als Hersteller von Audio-Interfaces erarbeitet, denn neben dem typischerweise recht kleinen Preis wurden in der Regel recht ordentliche Preamps und stabile Performance geboten. Wenn das US-16x08 diese Tradition weiter pflegt, dann handelt es sich hier um ein wirklich unverschämtes Schnäppchen!

Details

Rack oder Desktop? Geht beides!

Beim Tascam US-16x08 handelt es sich um ein Audio-Interface mit USB-2.0-Schnittstelle, die für das Streaming der insgesamt 24 Ein- und Ausgangskanäle bei einer maximalen Auflösung von bis zu 24Bit/96kHz völlig ausreicht. Das Gehäuse entspricht dem klassischen 19-Zoll-Format mit einer Höheneinheit und lässt sich dank zweier mitgelieferter Montagewinkel in ein Rack einbauen. Bei Lieferung sind an den Seiten allerdings zwei Kunststoff-Rahmen mit Füßen angebracht, und so macht das Interface auch im Desktop-Betrieb eine gute Figur. Weiterhin finden sich im Lieferumfang ein Netzadapter mit zusätzlichem Aufsatz für amerikanische Flachsteckdosen, ein USB-Kabel und eine gedruckte Bedienungsanleitung. Eine CD mit Treibern gibt es nicht, aber spätestens sobald das erste Update erscheint, wird man sich bei der Installation ohnehin die neusten Versionen aus dem Netz ziehen.

Phantomspeisung nur blockweise schaltbar

Das Gehäuse selbst ist komplett aus Metall gefertigt und wirkt äußerst solide. Vom günstigen Preis bemerkt man an dieser Stelle rein gar nichts, neben dem Studio-Alltag im stillen Kämmerchen sollte somit auch einem regelmäßigen mobilen Einsatz nichts im Wege stehen. Auf der Frontseite befinden sich acht XLR-Buchsen zum Anschluss von Mikrofonen, die über linksseitig positionierte Schalter in zwei Vierergruppen mit Phantomspeisung beschickt werden können. Es wäre zwar schön gewesen, wenn die Versorgungsspannung für jeden Kanal einzeln schaltbar wäre, da im Zusammenspiel mit dynamischen Mikrofonen aber zumindest keine Nachteile entstehen, ist dieser Punkt jedoch zu verschmerzen.

Zwei Inputs zum DI-Input umschaltbar

Rechts neben den XLR-Buchsen folgen zwei Line-Ins, die über je einen zugehörigen Schalter zu hochohmigen DI-Kanälen umfunktioniert werden können. Dass diese beiden im Gegensatz zu den restlichen Line-Ins noch auf der Vorderseite untergebracht wurden, ist natürlich sehr zu begrüßen, denn so ist zum Beispiel beim Einstöpseln von E-Gitarre oder E-Bass im Rack-Betrieb keine Akrobatik nötig. Der Front weiter folgend schließt der Block mit den Reglern für den Eingangspegel der entsprechenden Kanäle an, die jeweils mit zugehörigen Peak-LEDs versehen wurden, um vor Übersteuerungen zu warnen. Die Potis selbst könnten etwas besser laufen und vor allem etwas weniger eng aneinander sitzen, denn wenn man nicht gerade mit zarten Elfenhänden geboren wurde, fühlt sich die Bedienung wegen der Platzverhältnisse etwas frickelig an. Nach ein wenig Gewöhnung sollte dies aber kein Problem darstellen, und hier handelt es sich sicherlich um Kritik auf hohem Niveau. Den Abschluss auf der rechten Seite der Front machen zwei Regler für die Lautstärke der ersten beiden Ausgangskanäle und den Kopfhörer-Ausgang, für den es natürlich auch eine entsprechende Klinkenbuchse gibt.

Umschaltbar von -10 dBV auf +4 dBu

Die verbleibenden sechs Eingänge finden sich in Form von symmetrischen Line-Ins auf der Rückseite des Gehäuses und können je nach verwendeter Hardware paarweise an einen Nennpegel von -10 dBV oder +4 dBu angepasst werden. Die ebenfalls symmetrischen Ausgänge befinden sich direkt darunter, im Sinne der Verarbeitungsqualität ist an den Buchsen nichts auszusetzen. Die beiden MIDI-In/Out-Anschlüsse und der USB-Anschluss wirken im Falle unseres Testgeräts rein optisch zwar etwas schief, sitzen aber fest an ihrem Platz. 

Seltenheit bei einem Interface: Power-Safe-Funktion!

Sehr interessant ist, dass es neben dem Anschluss für den Netzadapter auch einen Schalter für eine Power-Save-Funktion gibt. Dies wirkt zunächst etwas befremdlich, da man in der Regel schon am Rechner selbst alle Energiespar-Funktionen deaktiviert, um eine möglichst flüssige Performance zu erwirken. Hier gibt es aber keinen Grund zur Sorge, und das Interface schaltet sich, während es an einem Rechner hängt, nicht einfach von selbst ab. Auch wenn sie aktiviert ist, greift die Automatik nur dann, wenn das US-16x08 im Modus als Standalone-Preamp genutzt wird, was wiederum bedeutet, dass keine USB-Verbindung besteht und die Signale aus den ersten acht Eingängen direkt an die acht Ausgänge weitergeleitet werden. Gerade für diese Art der Anwendung wäre übrigens eine optische ADAT-Schnittstelle wirklich wünschenswert gewesen, denn auf diesem Weg würde sich eine Menge Kabelgewirr vermeiden lassen und die Anbindungsmöglichkeiten wären noch ein Stück flexibler. 

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