Hersteller_Tascam
Test
2
23.04.2015

Tascam DR-22WL Test

Mobiler Digitalrecorder

Der neue Kleine von Tascam

Der Tascam DR-22WL Linear PCM Recorder im bonedo-Test: Auf der AES Convention im Oktober 2014 wurde Tascams neue Generation mobiler Digitalrecorder vorgestellt. Es handelt es sich dabei um das Geschwisterpärchen aus dem DR-44WL und dessen hier getesteten kleinen Bruder DR-22WL, wobei sich die wohl augenscheinlichste Neuerung des Recorder-Pärchens hinter dem abschließenden Kürzel ihrer Produktbezeichnungen verbirgt. Das WL steht nämlich für WLAN und damit für die Möglichkeit, einen Recorder dank eines integrierten Hotspots über ein Smartphone oder Tablet zu steuern. Wenn das funktioniert und neben dem echten Schnäppchenpreis auch noch Klang und Verarbeitung stimmen, steht für die Kompositionsabteilung von bonedo möglicherweise ein neuer Auftrag über eine Lobeshymne an!

Während der DR-44WL neben seinen zwei XY-Mikrofonen noch zwei weitere Eingänge zum Anschluss externer Mikrofone und somit auch die Möglichkeit des Multitrack-Recordings eröffnet, handelt es sich beim DR-22WL um die klassische Stereo-Variante solcher Recorder. Auf den nächsten Seiten wollen wir sehen, ob es an dem kleinen Tascam etwas zu meckern gibt! 

Details

Ausstattung und Verarbeitung

Der große Bruder unseres Testkandidaten beeindruckt mit einer stattlichen Auswahl an im Lieferumfang enthaltenem Zubehör. Der R2-D2… ähh… DR-22 konzentriert sich dagegen auf das Nötigste. In der Schachtel finden sich zwei AA-Batterien, eine immerhin 4 GB fassende Micro-SD-Card, ein USB-Kabel und eine gedruckte Bedienungsanleitung. Und das war's auch schon.

In Bezug auf die Verarbeitungsqualität darf man dem DR-22 ein „geht voll in Ordnung“ bescheinigen. Davon, dass man in dieser Preisklasse nicht den luxuriösesten Recorder bekommt, der jemals gebaut wurde, ist ja auszugehen, und im Vergleich zu manchem Konkurrenzprodukt aus dem gleichen Segment macht sich der kleine Tascam sehr gut. Das Gehäuse im Jackentaschenformat besteht bis auf die Vergitterungen der beiden frei stehenden Mikrofon-Körbe ausschließlich aus Kunststoff und könnte mit seinen 170 g bei eingesetzten Batterien ruhig etwas gewichtiger sein. Wie ein ausgeblasenes Osterei fasst sich der DR-22 deshalb aber noch längst nicht an. 

Die Bedienelemente auf der Vorderseite sind vorrangig zum Steuern der Transport-Funktionen (Aufnahme, Wiedergabe und dergleichen) und zur Navigation durch das Menü gedacht und passen schlüssig ins Bild. Wären sie aus Gummi statt aus Kunststoff gefertigt, würde sich die Bedienung wohl etwas griffiger anfühlen, Grund zur Klage gibt es aber nicht. Das kleine Rädchen, das in der Bedienungsanleitung mit der wunderbaren Bezeichnung „Szenenmoduswählschalter“ belegt wird und die Möglichkeit bietet, ähnlich wie bei einer Kamera zwischen verschiedenen Automatik-Modi umzuschalten, macht sogar einen richtig guten Eindruck und findet bei einem angemessenen Drehwiderstand guten Halt an der gewählten Position.

Die Flanken des Recorders sind recht spärlich besetzt, und so findet man neben dem Power-Schalter auf der linken Seite nur zwei Taster zum Regeln der Ausgangslautstärke des Kopfhörer-Ausgangs bzw. des kleinen Lautsprechers, der auf der Vorderseite in einer Vertiefung unter den Mikrofonen untergebracht ist. Auf der rechten Seite ist neben einem Micro-SD-Slot und einer Micro-USB-Buchse auch ein Miniklinken-Eingang für externe Mikrofone oder Line-Quellen untergebracht, wobei eine von manchen Elektret-Kondensator-Mikrofonen benötigte Plug-In-Power nicht im Angebot steht. Wirklich ein wenig schade ist aber vor allem, dass der am Fußende sitzende Regler für das Input-Level recht wackelig ausgefallen ist. Vor allem an diesem Element wird man wohl häufig drehen, und es dürfte sich ruhig etwas hochwertiger anfassen.

Aufnahmeformate und Betriebsdauer

Wer mobiles Recording mit dem grünen Daumen betreiben will, der liegt beim DR-22 richtig, denn der Recorder präsentiert sich mit einer hervorragenden Energieeffizienz. Schon der große Bruder beeindruckt mit seiner maximalen Betriebsdauer von ca. 16 Stunden, von unserem Testkandidaten wird dies mit über 17 Stunden aber noch einmal getoppt – und dabei arbeitet der Kleine nicht mit vier, sondern nur mit zwei AA-Batterien. Aufgenommen werden unkomprimierte Wav-Files (auch Broadcast-Wave mit Metadaten möglich) in 16 oder 24 Bit bei 44,1 kHz, 48 kHz oder 96 kHz. Warum die ebenfalls nicht unüblichen 88,1 kHz nicht im Angebot stehen, vermag ich als Tester nicht zu beantworten. 

Neben Stereo-Aufnahmen lassen sich für Sprachnotizen auch platzsparende Mono-Aufnahmen machen, und auch das Erstellen von Mp3-Files ist natürlich möglich. Hier stehen sieben Qualitätsstufen zwischen 32 kbps und 320 kbps zur Auswahl. Wer möchte, der kann dank einer Dual-Format-Funktion eine Aufnahme sogar in beiden Formaten auf einmal auf der SD-Card abspeichern.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare