Test
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26.03.2019

Praxis

Achtung, Aufnahme!

Durch Drücken des Recordknopfes wird der Aufnahmemodus des Tascam DR07-X aktiviert. Jetzt kann man den Pegel aussteuern, oder auch einen Low-Cut einbauen, um Trittschall, Windgeräusche und so weiter zu unterdrücken. Hier kann man zwischen 40, 80 und 120 Hz auswählen, oder natürlich ganz darauf verzichten. Ich habe für die ersten beiden Testaufnahmen den Tascam DR07-X einfach auf meinen Schreibtisch gelegt und meine Akustikgitarre in die Hand genommen. Alle EQs, Effekte und Limiter sind aus. Das reine, pure Signal einer Gitarre und des Gesangs im Raum werden hier wiedergegeben. Bei der ersten Aufnahme sind die Mikrofone im XY-Modus eingeklappt. Bei der zweiten Aufnahme spiele ich zum direkten Vergleich dasselbe noch einmal, habe aber für diese Aufnahme die Mikrofone „ausgeklappt“ (in die AB-Konfiguration).

Der Sound ist räumlich und klar. Tatsächlich wird der Unterschied der Mikrofonpositionierung bei diesen beiden Aufnahmen deutlich: Bei der XY-Mikrofonierung ist der Gesang mehr in der Mitte. Bei der AB-Konfiguration scheint die Gitarre „breiter“ zu sein. Was besser ist, bleibt jedem Hörer selbst überlassen. Bei Aufnahmen in der Nähe von anderen elektronischen Geräten wie Handys oder Laptops muss man sich leider auf Störgeräusche einstellen – ich habe zwei verschiedene DR07-X getestet, weil ich von einem Defekt ausging, aber es scheint bei diesem Modell tatsächlich so zu sein.

Für die dritte Aufnahme bin ich vor die Tür gegangen und habe mit AB-Mikrofonierung, einem Low Cut von 120 Hz und der automatischen Pegelaussteuerung aufgenommen. Der Klang ist sehr räumlich und transparent. Allerdings reagiert das DR07-X sehr empfindlich, wenn man es in der Hand hält. Jede Berührung auf der Oberfläche des Recorders wird mit aufgezeichnet. 

Features in der Praxis

Die Aufnahmeformate kann man je nach Wunsch einstellen. Die Testaufnahmen wurden als WAV in 24 Bit aufgenommen, bei einer Abtastrate von 44,1 kHz. Benutzt man das DR07-X als Audiointerface, wird automatisch mit 48 kHz aufgenommen. In dem Fall kommt die Stromversorgung über den USB-Port und die Batterien werden geschont. Um Speicherplatz zu sparen, kann auch in MP3 aufgenommen werden und das von 64 bis 320 Kbit. Allerdings passen Micro-SD-Karten bis zu einer Größe von 128 GB in das DR07-X, also muss man nicht wirklich sparsam mit Speicherplatz umgehen.

Alle Aufnahmen werden mit einem Zeitstempel aufgenommen, also Datum und Uhrzeit. Man hat außerdem die Möglichkeit, den Pegelmodus einzustellen: Zur Auswahl stehen die Möglichkeiten Automatisch, Spitzenabsenkung, Limiter oder Manuell. Ich habe mich nach „Plug and play“-Manier einfach für Automatik entschieden und auf Aufnahme gedrückt. Das Ergebnis klingt gut – tatsächlich ist die Gitarre näher am Mikro und daher auch lauter als der Gesang. Insofern klingt die Aufnahme sehr ehrlich. Etwas überrascht hat mich das Surren am Ende der Aufnahme, dessen Quelle mir nicht klar ist.

Darf es noch ein bisschen mehr sein?

Zu den Aufnahmen kann man nachträglich noch Effekte hinzufügen: Vier verschiedene Hallräume und zwei Hallplatten unterschiedlicher Größe stehen zur Verfügung. Der Pegel ist voreingestellt auf einen Mittelwert (10 von maximal 20).

Es gibt außerdem noch die Möglichkeit, bei Aufnahmen Marker zu setzen, um die ausgewählten Passagen im Loop laufen zu lassen oder auch zu Übungszwecken langsamer abzuspielen – ein sehr kluges Feature. Und das ist nicht das einzige, was positiv aufgefallen ist: Neben der selbst auslösenden Aufnahmefunktion gibt es die Möglichkeit der „vorgezogenen Aufnahme“. Das bedeutet, dass man zwei Sekunden aufgenommenes Material hat, bevor man auf Record gedrückt hat. Für eine klangliche Nachbearbeitung hält das Tascam DR07-X einen einstellbaren EQ bereit : Hier sind Anhebung oder Absenkung der Höhen, der Mitten und der Bässe in einem festgelegten Frequenzbereich möglich.

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