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Test
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05.10.2016

Tama S.L.P. 14“x5,5“ Vintage Hammered Steel Snare Test

Snare mit Stahlkessel

Hör mal, was da hämmert

In Tamas Sound Lab Project entstehen fortwährend teils ungewöhnliche Snare-Modelle, die losgelöst von den regulären Serien das trommlerische Klangspektrum erweitern sollen. Inspiriert vom typisch knackigen Metall-Snaresound, der unzählige Hits der Musikgeschichte verfeinerte, ist mit der 14“x5,5“ S.L.P. Vintage Hammered Steel Snare nun eine weitere Trommel im Vintage-Gewand vorgestellt worden. Und als wäre dieses Vorhaben nicht schon genug, muss die Snare auch noch den hohen Ansprüchen des vielfältigen S.L.P. Snare-Arsenals bei gleichzeitig günstigem Preis gerecht werden. 

Abgesehen vom Klang der Stimme sehen viele Produzenten den Snaresound als stilprägendstes Element einer Musikproduktion. Das ist auch nicht großartig verwunderlich, hört man doch im Regelfall stets die Snare als präsentestes Instrument neben der Stimme in der Pop- und Rockmusik. Um sich vor allem in lauteren akustischen Situationen durchzusetzen, greifen viele Drummer auf Metall-Snares zurück. Zu Allzweckwaffen wie dem Aluminiumkessel der Ludwig Supraphonic gesellten sich schnell Materialien wie Messing, Bronze und, wie auch im Falle unseres Testinstruments, Stahl. Ähnlich wie bei Holz-Snares entscheidet nämlich nicht nur die Bauart, sondern vor allem auch das Material über den gewünschten Klangcharakter der Trommel. 

Details

Hochwertige Bauteile für einen hammerharten Kessel

Der Kessel der Vintage Hammered Steel Snare entstand aus einer 1,2 Millimeter dünnen Stahlplatte. Wie bei solch dünnen Metall-Snares üblich, ist der Kessel erst gebogen und schließlich fein verschweißt worden. Dieser Vorgang geschah sehr sorgfältig, so dass unter der matten Beschichtung keine Naht auszumachen ist. Auch die Kanten des Kessels wurden akkurat in einem Winkel von 45 Grad nach innen gebogen, wodurch beide Felle eine optimale Auflagefläche haben. Auf der unteren Seite wurde für das Resonanzfell zudem ein feines Snarebed mit einer etwas breiteren Fläche sauber eingearbeitet, damit der Teppich eine optimale Ansprache erzielen kann. Dieser 20-spiralige Carbon-Stahlteppich ist an schwarzen Nylonbändern aufgehangen und kann, durch Tamas simple „Quick Touch“-Abhebung mit Klemmvorrichtung und einem geriffelten Plastikrad, einfach, aber funktional justiert werden. 

Am Kessel sind zehn Messing Tube Lugs angebracht, an denen die insgesamt 20 Stimmschrauben von Schlag- und Resonanzfell montiert sind. Um diese vor Verstimmen durch Vibrationen beim Spiel zu sichern, sind die Schrauben zusätzlich zu den gewöhnlichen Unterlegscheiben aus Metall noch mit Gummi unterlegt. Auf Ober- und Unterseite sind jeweils Tamas hauseigene 2,3 Millimeter starke „Sound Arc Hoops“ verbaut, die, anders als gewöhnliche dreifach geflanschte Stahlspannreifen, nach innen gebogen sind.

Der matt beschichtete Kessel fällt vor allem dank seiner gehämmerten Oberfläche sofort ins Auge. Bis nah an den Rand ist der gesamte Kessel mit Hammermalen versehen, die jeweils etwa der Größe eines Zwei-Cent Stücks entsprechen. Diese aufwändigen Hämmerung ist natürlich nicht nur wegen des Looks entstanden, sondern soll dem Kessel durch die asymmetrische Oberfläche einen trockeneren, kontrollierten Sound verleihen. Den einzigen farblichen Kontrast zum gräulichen Kessel setzt das messingfarbene S.L.P. Badge, das gegenüberliegend vom Luftausgleichsloch verschraubt worden ist. Alle Metallbauteile sind tadellos verchromt und durch eine Kombination aus Gummiunterlagen auf der Außenseite und Kunststoff-Unterlegscheiben im Inneren der Trommel vom Kessel entkoppelt. Wie bei Tama üblich, wurde sich, im Gegensatz zu vielen anderen Trommeln dieser Preisklasse, gegen billige Werksbefellung entschieden. Das einlagige Evans G1 Schlagfell ist ebenso wie das Hazy 300 Resonanzfell eine gängige Zutat für einen hochwertigen Snaresound. Im folgenden Praxisteil hören wir uns diesen in verschiedenen Stimmungen ganz genau an.

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