Test
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29.06.2020

Tama Dyna-Sync Hi-Hat Stand Test

Hi-Hat-Maschine

Auf großem Fuße

Als Tama 2019 seine neuen Direktantriebs-Maschinen mit der Bezeichnung Dyna-Sync vorstellte, schloss sich für viele Drummer ein Kreis. Die besonders in der Metal-Szene beliebten Iron Cobras und Speed Cobras sind zwar flotte Pedale, das prestigeträchtige High-End Direct-Drive-Modell gab es im Tama-Programm bis dato allerdings noch nicht. Diese Lücke war nun geschlossen, zum vollkommenen Glück fehlte eigentlich nur noch die optisch und technisch passende Hi-Hat-Maschine. Jetzt ist sie da. 

Sie richtet sich natürlich an Besitzer der Dyna-Sync Fußmaschinen, aber auch an Drummer, die ganz einfach die ultimative Hi-Hat-Maschine suchen und auch bereit sind, dafür ein paar Euros mehr auzugeben. Technisch basiert unser Testmodell auf dem bekannten Speed Cobra- und Iron Cobra-Modell, im Bereich der Trittplatte und beim Antrieb wurde allerdings ordentlich modifiziert. Ob das den satten Aufpreis rechtfertigt, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details & Praxis

Der Trittplattenwinkel ist einstellbar

Schon bei der Annahme des Versandkartons wird deutlich, dass es sich auch beim Dyna-Sync Hi-Hat-Stativ nicht um ein Produkt für Fans der Ultraleichtbauweise handelt. Ein offensichtlicher Grund dafür ist die lange, glatte Trittplatte mit Dyna-Sync-Logo. Des Weiteren sind für den sicheren Stand der Maschine nicht drei, sondern nur zwei Füße verantwortlich. Der Rahmen ist also besonders schwer konstruiert, eine Art Hilfsfuß ersetzt dabei das dritte Bein. Sehen wir uns aber noch einmal die Trittplatte genauer an, oder besser, was an deren Ende montiert ist. Der Clou der Maschine ist nämlich ein skalierter, beweglicher Ring, welcher zwischen Trittplatte und dem zweiteiligen Direktzug montiert ist. Löst man eine Stimmschraube, lässt sich die Trittplatte im Winkel verändern. 

Über dem Rahmen ist die Dyna-Sync grundsätzlich identisch aufgebaut wie ihre bekannten Cobra-Geschwister. Dazu zählt eine sechsstufig einrastende Federspannungverstellung, welche durch einfaches Drehen bedient wird. Das Tauchrohr wird zusätzlich mit einer Memoryklammer stabilisiert, an seinem Ende sitzt die Auflage für das Bottom-Becken. Für die Schrägstellung desselben hat sich Tama ein eigenes System ausgedacht. Der Filz ist hierbei fest mit einem beweglichen Sockel verbunden, welcher durch Drehen einer Rändelschraube in der Neigung verstellt wird. Ist die passende Stellung gefunden, kann sie mit einer Konterschraube fixiert werden. Zwei Zugstangen legt Tama der Dyna-Sync Maschine bei. Nachdem man sich entschieden hat, welche Länge man bevorzugt, wird die Clutch samt Becken angebracht, ein Vorgang, der dank Schnellverschlusssystem zügig vonstatten gehen soll. Gut gefällt mir, dass die Clutch innen kunststoffummantelt ist, was dem Becken gut tut und eventuelle Quietschgeräusche unterbinden hilft. Zu einer weichen und nebengeräuscharmen Vorstellung soll auch eine Federung beitragen, welche oberhalb des Direktlinks montiert ist. Ich bin gespannt, wie sich all diese Details in der Praxis auswirken. 

Die Dyna-Sync Hi-Hat läuft weich und direkt

Im Einsatz überzeugt die Dyna-Sync mit sehr gutem Handling und tollen Spieleigenschaften. Schon ihr Aufbau geht leichter vonstatten als jener vieler High-End-Konkurrenten, welche bisweilen mit Sperrigkeit und einer Vielzahl anzuziehender Schrauben nerven. Trotz ihrer massiven Bauweise lässt sich die Maschine auch gut in engere Räume zwischen Snares und anderen Pedalen zirkeln, anschließend klappt man einfach die Trittplatte herunter und fährt die Beine aus. Auch mit relativ weit aus der Mittenposition gedrehten Beinen steht sie noch recht stabil. 

Bei den Laufeigenschaften setzt sich das positive Bild fort. So vermittelt das Pedal einen sehr direkten und leichten Antritt, die Federung der Zugstange sorgt gleichzeitig dafür, dass knallende Geräusche beim ruckartigen Wegnehmen des Fußes weitgehend ausbleiben. Auch mit schweren Becken kommt die Dyna-Sync mühelos klar, meine 15er Avedis Hi-Hats fühlen sich leicht und unmittelbar an, sofern man beim Einstellen der Federspannung die richtige Stufe wählt. Gleichzeitig fühle ich mich als Schuhgröße-46-Drummer exzellent auf der großen und sehr solide laufenden Trittplatte aufgehoben. Ob man die Verstellung des Trittplattenwinkels nun unbedingt benötigt, hängt sicherlich von den persönlichen Vorlieben ab, ich selbst habe diese Option bisher nicht gebraucht.   

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